Kilper, der Elfmeter-Killer

Der VfB Dillingen ist erstmals seit 1987 wieder ins Halbfinale des Fußball-Saarlandpokals eingezogen. Der VfB besiegte am Mittwochabend vor 400 Zuschauern den Oberligisten Borussia Neunkirchen mit 4:2 nach Elfmeterschießen. Und ein Mann wurde zum Held.

So einen Jubel hatte es beim VfB Dillingen lange nicht mehr gegeben. Nach dem überraschenden Triumph im Viertelfinale des Fußball-Saarlandpokals gegen Oberligist Borussia Neunkirchen fielen sich die Dillinger Spieler in die Arme und tanzten und sangen freudig auf dem Platz. Mittendrin im Kreis der jubelnden Schwarz-Weißen: Stürmer Maximilian Gabriel, der laut den Vorsänger machte. Trainer Jean-Paul Wundrack schaute dem Treiben strahlend zu und erklärte: "Ich bin wahnsinnig stolz auf die Mannschaft. Ich habe den Jungs in der Kabine gesagt, sie sollen zeigen, dass sie Fußball spielen können und dass sie ein Team sind. Das haben sie getan", erklärte der Übungsleiter.

Sieg ist Balsam für die Seele

In der Liga hatte seine Elf zuletzt ziemliche schwache Spiele gezeigt. Deshalb waren auch die Hoffnungen auf eine Überraschung beim VfB vor der Begegnung ziemlich gering gewesen. "Unsere Chancen liegen vielleicht bei 20 Prozent", hatte der VfB-Vorsitzende Josef Schya am Tag vor dem Spiel erklärt. Wegen der schlechten Lage in der Liga war der Pokal-Erfolg umso mehr auch Balsam für die Seele. "Dieser Sieg gibt uns wieder Selbstvertrauen. Darauf können wir aufbauen", meinte VfB-Schlussmann Sascha Kilper, der seit dem Weggang von Stefan Gossrau in der Winterpause (wechselte zum SV Saar 05) die Nummer eins bei den Hüttenstädtern ist.

Kilper hielt sein Tor über 120 Minuten sauber und war dann im Elfmeterschießen der entscheidende Mann: Beide Teams hatten bereits je einmal verschossen, als Neunkirchens Nabil Dafi beim Stand von 2:1 als dritter Schütze seiner Mannschaft anlief. Dafi schoss rechts unten, Kilper parierte. "Ich habe an seiner Fußstellung gesehen, wo er hinschießt", verriet der Torhüter nach der Partie grinsend. Wenige Minuten später verwandelte Julian Ottinger dann zum entscheidenden 4:2 für den VfB und die Pokal-Feier startete.

Dillingen hatte schon in den 120 Minuten zuvor eine beherzte Vorstellung gezeigt und war keinesfalls glücklich ins Elfmeterschießen eingezogen. Vor 400 Zuschauern hatte die Wundrack-Elf sogar ein Chancenplus gegen den enttäuschend spielenden Favoriten.

Ferner platzt der Kragen

Schon nach wenigen Minuten schoss Christian Schönberger freistehend über das Borussen-Gehäuse. Kurz nach der Pause verzog Mickael Pernet nach Vorarbeit von Mounir Berkani knapp. Wenig später platzte Neunkirchens Trainer Dieter Ferner aufgrund der schwachen Leistung seiner Mannschaft der Kragen: Nach einer misslungenen Aktion rannte er wütend Richtung Spielfeld und brüllte seine Spieler an.

Damit schien er seine Elf zumindest kurzzeitig geweckt zu haben, denn die letzte halbe Stunde der regulären Spielzeit steigerte sich der Favorit. Die beste Chance der Borussia zum Siegtor vergab Jens Kirchen, der nach einer schönen Körpertäuschung abzog. Der Ball ging aber knapp neben das VfB-Tor.

Die größte Möglichkeit in der Verlängerung hatten aber wieder die Dillinger. In der 107. Minute scheiterte der eingewechselte Meriton Mehmeti nach einem Solo an Borussen-Schlussmann Enver Marina. Am Ende war es egal, denn schließlich gewann sein Team das Elfmeterschießen. Im Halbfinale trifft der VfB nun zu Hause auf den Sieger der Begegnung zwischen Oberligist FC Wiesbach und Regionalligist FC Homburg (Dienstag, 1. April).