1. Saarland
  2. St. Wendel
  3. Nohfelden

Kappensitzung in Sötern kam gut an

Kostenpflichtiger Inhalt: Fastnacht in Sötern : Narren tauchen unter und Prominente auf

Kappensitzung in Sötern kam gut an. Akteure nahmen sich das Motto „Geheimnisvolle Unterwasserwelt“ zu Herzen.

Die geheimnisvolle Unterwasserwelt war das Motto der 43. Kappensitzung der Arbeitsgemeinschaft Söterner Vereine am vergangenen Wochenende. Doch ins Wasser gefallen ist die närrische Sitzung keinesfalls, hatten sich die Söterner Narren doch ein proppenvolles Programm für den Abend vorgenommen. Als Erstes tauchten die jüngsten Akteure des Abends in die Tiefe hinab, und es hieß Bühne frei für die kleinen Meeresfrüchte. Sie eröffneten den närrischen Reigen mit ihrem Krabbensamba-Tanz und brachten das Publikum schon gleich zu Beginn zum Toben. Die große Garde stand mit 16 Tänzerinnen auf der Bühne, die eine anspruchsvolle Choreografie präsentierten. In der Söternschau zeigten Konrad Kochems und Björn Alt als rasende Reporter einen Jahresrückblick über die bewegendsten Momente aus Sötern. So mancher im Saal hätte sich gewünscht, nicht in den Nachrichten peinlich erwähnt zu werden. Der Söterner Street-Dancer-Nachwuchs tanzte zu dem Lied „Sowieso“ von Mark Forster. „Egal was kommt, es wird gut, sowieso!“, sagten sich die jungen Akteure und trafen damit den Nerv der jubelnden Narrenschar.

Ein ganz besonderes Highlight waren die Darbietungen der international bekannten französischen Zauberkünstler Jean und Jaques de Longepenis und Großmeister der magischen Vaginalzirkel, alias Björn Alt und Markus Wendel-Korb, die mit allerlei gekonnten und weniger gekonnten Zaubertricks das närrische Volk nicht immer verzaubern konnten. Passend zum Motto des Abends ließen es die etwas reiferen Meeresfrüchte mit ihrem Tanz „Under the Sea“ gemütlicher an. Sie schwebten dabei wie im Wasser leichtfüßig über die Bühne. Elaine Kochems und Jens Georgi sächselten als Sachsenduo wieder was das Zeug hielt und brachten mit ihrem Sketch die Halle zum Beben. Die Gruppe Black and White machte es mit ihrem außergewöhnlichen Tanz und einigen geschickten optischen Verwirrspielen dem Zuschauer schwer, die einzelnen Personen auf der Bühne auseinanderzuhalten. Letztlich war es auch egal, die Menge schrie und feierte dabei, als gäbe es kein Morgen mehr. Und weil in Sötern im Laufe eines Jahres viel passiert, konnte auch die Herrenrunde gesanglich noch von so manchem Malheur aus dem Dorfgeschehen berichten und für Lacher sorgen.

Die Selbsthilfegruppe AGSV (Anonyme Gesellschaft Söterner Verrückter) befasste sich hingegen mit allerlei Problemen, die die Welt nicht braucht. Mit einem Showtanz ließen die Mädels der Gruppe Excited die Bühne wackeln und das närrische Volk auf den Tischen tanzen. Zurück in die Vergangenheit ging es mit der Gruppe „Zurück in die Zukunft“. Jonas und Stephan Schirra sowie Benjamin Strange interpretierten Blues-Hits der vergangenen Jahrzehnte auf ihre eigene gesangliche Art. Wenn S´Elke (Treinen) in die Bütt kommt, gibt es viel zu lachen. Auch dieses Jahr traf sie wieder den Nerv der Zuschauer, als sie von so manchem kuriosen Vorkommnis im Ort berichtete und sich immer wieder sicher war: „So scheen wie enn Seedere ess es niergends off da Welt“. Mit einem für viele Ohren ungewöhnlichen Battle-Rap, einem modernen Sprechgesang, bewies Adrian Kurt als Adchi, dass auch so etwas Musik sein kann.

Der Männergarage und ihren prominenten Neuzugängen wie Sylvester Stallone hätten die Narren in Sötern noch gerne etwas länger zugeschaut. Foto: Christian Barth

Bei der Söterner Fastnacht seit Jahrzehnten nicht fehlen dürfen die Hunolsteiner Tänzer, die sich in diesem Jahr als Musketiere in die Unterwasserwelt begaben. Sie boten einen gewohnt eindrucksvollen Showtanz mit vielen tollen Effekten. Auch die Männergarage ist in Sötern eine Institution. Eine Institution für Männer, die es zu Hause bei ihren Ehefrauen schwer haben und ihrem Durst nur bei geheimen Treffen in kalten Garagen freien Lauf lassen dürfen. Die Männergaragisten Björn Alt, Markus Wendel-Korb und Peter Rosenau zeigten die prominentesten Anwärter für den elitären Club, die ihr Können beim Tanzen unter Beweis stellen mussten. Die mit viel Aufwand gebastelten Puppen mit prominenten Gesichtern, unter anderem Sylvester Stallone, und die Darbietung überzeugten das Publikum, das gerne noch mehr davon gesehen hätte.