Kai Müller will den Blick nach vorn richten

Kai Müller will den Blick nach vorn richten

Neunkirchen. Eines muss man der Linken lassen: Sie lässt sich mobilisieren. Mehr als 130 Abstimmungsberechtigte kamen am Samstag zur Kreismitgliederversammlung ins Neunkircher Bürgerhaus - gut ein Viertel der Mitglieder im Kreis Neunkirchen. Und die bewiesen Sitzfleisch

Neunkirchen. Eines muss man der Linken lassen: Sie lässt sich mobilisieren. Mehr als 130 Abstimmungsberechtigte kamen am Samstag zur Kreismitgliederversammlung ins Neunkircher Bürgerhaus - gut ein Viertel der Mitglieder im Kreis Neunkirchen. Und die bewiesen Sitzfleisch. Mehr als sechs Stunden kämpften sich Männer und Frauen aller Alterskategorien durch die Tagesordnung, hoben unverdrossen gelbe und rote Stimmkärtchen. Der Lohn der Ausdauer: Kurz vor Beginn des samstagabendlichen Fernsehprogramms hatten sie wieder einen vollständigen Kreisvorstand und eine Kandidatenliste für den Kreistag. Heraus kam, dass statt der zurückgetretenen Doppelspitze (die SZ hat ausführlich berichtet) ein "Einzelgenosse" den Kreisverband führt. Dieser heißt Kai Müller und kommt aus Neunkirchen. Der gelernte Zerspanungsmechaniker ist Betriebsratschef bei Alstom in Bexbach und engagierter IG-Metaller. Er ist auch Spitzenkandidat der Neunkircher Linken für die Stadtratswahl. Der 35-Jährige richtete angesichts anhaltender Differenzen in seiner Partei den Blick nach vorn: "Wir müssen die Ereignisse so aufarbeiten, dass sie für die künftige Arbeit keine Belastung darstellen und wir müssen die Kräfte für die bevorstehenden Wahlkämpfe einen." Respektable 71 von 74 Stimmen erhielt Kai Müller, was aber auch schon wieder den nach wie vor herrschenden Unfrieden zum Ausdruck brachte: Eine größere Gruppe der rund 130 Wahlberechtigten zog es vor, den Saal zu verlassen, statt mitzuwählen. Zum neuen Stellvertreter wurde der 52-jährige Elversberger Dieter Kräuter gewählt, Diplom-Betriebswirt, Bilanzbuchhalter und Vorsitzender des Linken-Ortsverbandes Spiesen-Elversberg. Den vakanten Posten einer Beisitzerin vergab der Parteitag an Roswitha Schmidt aus Illingen.Zuvor stand das zeitraubende Aufstellen einer Gebietsliste für den Kreistag auf dem Programm, wobei genauestens auf die Einhaltung der Frauenquote geachtet wurde. Den Spitzenplatz nimmt hier mit Dieter Schmidt aus Eppelborn ein erfahrener Kommunalpolitiker ein: Schmidt war bis 2004 bereits 30 Jahre lang im Kreistag und dort auch SPD-Fraktionschef. Schmidt setzte sich bei einer Stichwahl gegen Max Schreiner (Schiffweiler) durch, der dann Platz vier eroberte. Dazwischen platzierten sich Ingrid Janke (Ottweiler) und Rosemarie Bartenschlager (Schiffweiler). Für die ebenfalls noch aussichtsreichen Plätze fünf und sechs setzten sich Heike Welters (Ottweiler) und Lutz Klemm (Illingen) durch.Zu Beginn des Parteitages hatte Linken-Landeschef Rolf Linsler die Parteifreunde fürs "Superwahljahr" motiviert. Der Einzug der Linken in Landesparlament und Räte und die Übernahme von Verantwortung sei greifbar nahe: "Wir sind dicht davor, macht es nicht kaputt", beschwor Linsler. "Ich sehe mich als Teamplayer."Kai Müller