Jürgen Fried mahnt in der Globus-Frage zur Sachlichkeit

Jürgen Fried mahnt in der Globus-Frage zur Sachlichkeit

Gerne würde Oberbürgermeister Jürgen Fried einen Globus nach Neunkirchen holen. Die sechs Hektar, die im Naturschutz-Großprojekt LIK Nord davon betroffen wären, sollen durch Ausgleichsflächen kompensiert werden.

In der Diskussion um eine mögliche Globus-Ansiedlung in Neunkirchen hat sich jetzt auch Oberbürgermeister Jürgen Fried zu Wort gemeldet. Fried mahnt alle Beteiligten, die Diskussion um den Globus-Standort wieder auf sachliche Füße zu stellen. "Es geht um Argumente, die gegeneinander abgewogen werden sollten", so der OB. Bekanntermaßen prüfe der Globus-Konzern derzeit, ob im Bereich der Kreisstadt Neunkirchen ein neuer Einkaufsmarkt entstehen kann. Angedacht sei eine Fläche an der B 41, die als Park-and-Ride-Parkplatz genutzt werde, betont Fried. Die Fläche liege innerhalb des aktuellen LIK Nord-Gebietes (Landschaft der Industriekultur Nord).

"Die Kreisstadt Neunkirchen befürwortet die Ansiedlung eines Globusmarktes, der offenbar - so die Facebook-Ergebnisse der SZ - auch von der Bevölkerung gewünscht wird." Die Ansiedlung von Globus schaffe viele neue Arbeitsplätze und stärke gleichwohl die Position der zweitgrößten Stadt als Handelszentrum im östlichen Saarland.

Ob und inwiefern Globus eine Konkurrenz zur bestehenden Einzelhandelssituation wäre, stelle die Landesplanungsbehörde bei einem Raumordnungsverfahren fest. In diesem Verfahren können vermeintlich Betroffene ihre Bedenken vorbringen. "Das hat aber mit Naturschutz nichts zu tun. Die Sachlage wird von Landesseite neutral überprüft und darauf haben wir keinen Einfluss. Wir würden uns aber aus den bereits genannten Gründen freuen, wenn dies positiv beschieden würde," so der Oberbürgermeister.

Das zweite Argument, das Globusgegner anführten, sei der Naturschutz . Die angedachte Fläche liege im Randbereich des Gebietes der LIK Nord. Die Fläche des Zweckverbandes LIK Nord erstrecke sich insgesamt auf über 8600 Hektar, die Landschaftslabore umfassen 2488 Hektar. Globus würde hiervon etwa sechs Hektar (60 000 Quadratmeter) überbauen. Das seien weniger als 0,25 Prozent der Fläche. Dabei handele es sich wohlgemerkt um einen Bereich, wo auf Schuttmassen des Bergbaus ein befestigter Mitfahrer-Parkplatz angelegt wurde.

Ein Lösungsansatz wäre nach Ansicht der Stadtverwaltung, diese Fläche aus dem LIK Nord-Förderprogramm herauszunehmen. Die RAG habe bereits eine Ersatzfläche im Bereich der nahe gelegenen Halde Dechen vorgeschlagen, die stattdessen aufgenommen werden könnte. Flächenmäßig wären so für den Naturschutz keine Einbußen zu verzeichnen. Das Areal werde außerdem sogar arrondiert, so der OB abschließend.

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