Ist die Luft raus?

Die Sportfreunde Köllerbach schwächelten zuletzt gegen die Kellerkinder der Saarlandliga – heute ist mit dem SC Friedrichsthal ein härterer Gegner zu Gast. Gerüchte über ein Insolvenzverfahren dementiert Köllerbach derweil.

Es hätte ein Endspiel um den Relegationsplatz werden können. Doch diese Chance hat Fußball-Saarlandligist Sportfreunde Köllerbach in den vergangenen Wochen verspielt. Heute Abend um 19 Uhr erwartet der Tabellenachte den Zweiten SC Friedrichsthal.

Friedrichsthal steht da, wo die Sportfreunde nach 31 Spielen gerne gestanden hätten. Hinter dem vorzeitigen Meister SV Saar 05 Jugend belegen die Friedrichsthaler mit 58 Punkten den Relegationsplatz und wollen diesen vor den direkten Konkurrenten FV Diefflen (56) und den SV Mettlach (54) verteidigen. "Wir wollen uns von den äußeren Umständen nicht beeinflussen lassen und wieder Leistung auf dem Platz bringen", fordert Sportfreunde-Trainer Norbert Groß.

Denn wenn eine Mannschaft zuletzt zu spüren bekommen hat, was Abstiegskampf bedeutet, dann die Sportfreunde Köllerbach - obwohl sie selbst gar nicht mittendrin stecken. Gegen die Kellerkinder der Liga haben sich die Sportfreunde teils grobe Patzer geleistet. Nach dem 0:3 beim VfB Dillingen verspielte Köllerbach gegen den FV Siersburg eine 2:0-Führung und holte beim 2:2 nur einen Punkt. Den Tiefpunkt erlebte das Team beim 0:4 gegen den Tabellen-15. SG Saubach. "Diese Vereine kämpfen mit allem, was sie haben, für den Klassenverbleib. Sie haben den Sieg einfach mehr gewollt als wir. Ich kann für die verbleibenden Spiele nur an die Einstellung der Mannschaft appellieren", sagt Norbert Groß.

"Wenn man im ganzen Spiel keine hundertprozentige Torchance hat, kann man auch nicht gewinnen. Für uns ist die Saison praktisch gelaufen, da fällt es schwer, voll bei der Sache zu bleiben - auch wenn es nicht so sein sollte", sagt Abwehrspieler Mischa Theobald: "Wenn du dann noch in Rückstand gerätst, wird es umso schwieriger." Zugegebenermaßen fehlte mit dem verletzten Daniel Magno und dem gesperrten Josué Liotte in Saubach die Innenverteidigung. Serge Dim Etong war gesperrt, mit Romuald Houllé und Pascal Olivier fielen weitere Stammspieler aus. Dennoch sagt Groß: "Natürlich haben fünf Spieler gefehlt, aber dann müssen sich halt welche beweisen, die sonst öfter auf der Bank sitzen. Wir müssen uns wieder mehr wehren und nicht alles so laufen lassen, wenn es schlecht läuft."

Es sind Appelle, wie Groß sie öfter seit seinem Amtsantritt vor einem halben Jahr geäußert hat. Nun, da Köllerbach die Saisonziele verfehlt hat, sollte der Blick nach vorne gehen. Doch die Planung stockt. Zurzeit gibt es weder Vertragsverlängerungen noch Neuzugänge. Dazu machte jüngst ein Gerücht im Köllerbacher Raum die Runde, der Verein solle einen Insolvenzantrag gestellt haben. In diesem Fall gibt der Vorsitzende Manfred Mayer Entwarnung: "Ich weiß nicht, woher solche Gerüchte kommen oder wer sie in die Welt setzt. Aber wir haben weder ein Insolvenzverfahren beantragt, noch haben wir vor, eines zu beantragen." Die Saison könne in Ruhe zu Ende gespielt und die kommende Spielzeit vorbereitet und geplant werden.