In Mosberg-Richweiler wurde nun ein Fanclub von Mainz 05 gegründet

Neuer Fanclub : Narrenkappe war beim ersten Fantreffen präsent

In Mosberg-Richweiler haben Fans des Fußball-Bundesligisten Mainz 05 einen Club gegründet. Zum ersten Fantreffen kamen 80 Anhänger.

Das Sportlerheim in Mosberg-Richweiler ist in den Farben rot und weiß geschmückt. Eine Narrenkappe, das Symbol für den selbst ernannten kickenden Karnevalsverein, ist auf einem Heizkörper platziert. Vor einem Jahr haben sich vier Anhänger des Fußball-Bundesligisten FSV Mainz 05 zusammengefunden und ihre Begeisterung, Leidenschaft und Leidensfähigkeit gebündelt. Daraus wird später der Mainzer Fanclub „05er Saarland“ mit 20 Sympathisanten.

Das nun veranstaltete erste Fantreffen ist mit mehr 80 FSV-Anhängern gut besucht. „Es ist überhaupt toll, dass so viele Fans nach Mosberg gekommen sind“, freut sich Frank Finkler aus Düppenweiler, Sprecher das saarlandweiten Fanclubs. Ziel sei es, die 05-Verrückten im Saarland zu bündeln. „Dadurch entsteht dann eine Gruppendynamik“, so David Moschner, Fanbeauftragter des rheinland-pfälzischen Bundesligisten. Ab fünf Mitgliedern könne eine Gruppe Fanclub des FSV werden. Beim Fantreffen tragen sich weitere 14 Fußballfreunde in eine Liste und vergrößern das Aufgebot der „05er-Saarland“ auf 34 Personen. In dieser Spielzeit werden die Nerven der glühenden Anhänger im besonderen Maße gefragt. Geduld ist angesagt. Mainz hat zwischendrin einen Abstiegsplatz belegt und sich nach desolaten Auftritten von Trainer Sandro Schwarz getrennt. „Die Stimmung in Mainz ist nicht gerade gut“, berichtet der frühere Stadionsprecher Klaus Hafner von ungewohnten Pfeifkonzerten und Unmutskundgebungen gegen das eigene Team im Stadion.

Außenverteidiger Daniel Brosinski bezieht dann Stellung zur aktuell sportlich miserablen Situation. „Klar kriegen wir das in der Kabine mit, dass die Stimmung schlecht ist. Die Mannschaft hat selbstverständlich die Pfiffe und die Kritik wahrgenommen, aber dabei sind auch Fake-News aufgetaucht.“ Welche, darauf will Brosinski nicht näher eingehen. Hafner gesteht, er habe mit der Entlassung von Trainer Schwarz nicht gerechnet. „Sandro hat ein super Verhältnis zur Mannschaft gehabt“, berichtet Hafner. Allerdings sei das Bundesligageschäft schnelllebig.

Was der Kultsprecher und der Kicker Brosinski beim Gespräch noch nicht ahnen können ist, dass 24 Stunden später Bertram Beierlorzer, der kurz zuvor beim Liga-Konkurrenten 1. FC Köln wegen Erfolglosigkeit hat gehen müssen, neuer Trainer wird. Denn Hafner kann sich zu dem Zeitpunkt mit Zeljko Buvac, einst Co-Trainer von Jürgen Klopp beim FSV, als neuen Übungsleiter anfreunden. Brosinski will keine Floskeln rausholen und keine Wasserstandsmeldungen abgeben. „Jetzt ist die Mannschaft gefragt, und die muss sich mit Co-Trainer Jan-Moritz Lichte Dinge erarbeiten, damit es endlich besser läuft“, sagt der 31-jährige Außenverteidiger des Bundesligisten.

So sehen Saarländer aus, deren Herz für einen Fußball-Club aus Rheinland-Pfalz schlägt: Mehr als 30 Mitglieder zählt der Mainzer Fanclub 05er-Saarland. Foto: Monika Schreiner

Fast über die Länge einer Halbzeit diskutieren er und Hafner mit den Fans. Der Fanbeauftragte Moschner findet: „Mit so tollen Fans kann es beim FSV nur nach oben gehen“. Nach dem Fanclub in Eppelborn, der rund 120 Mitglieder zählt, freut sich Moschner über eine weitere begeisterte Anhängerschaft im Saarland.