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In der Krise verlieren vor allem die Männer ihre Arbeit

In der Krise verlieren vor allem die Männer ihre Arbeit

Im Januar 2009 - bei Ihrem Dienstantritt - lag die Arbeitslosenquote im Kreis Neunkirchen bei 7,6 Prozent. Jetzt im Dezember 2009 lag die Quote bei 7,9 Prozent. Das klingt - in Krisenzeiten - noch relativ konstant.Haben: Tatsächlich sieht die Quote im Landkreis Neunkirchen noch relativ konstant aus. Das liegt aber auch daran, dass es zum Januar 2009 schon deutlich hochging

Im Januar 2009 - bei Ihrem Dienstantritt - lag die Arbeitslosenquote im Kreis Neunkirchen bei 7,6 Prozent. Jetzt im Dezember 2009 lag die Quote bei 7,9 Prozent. Das klingt - in Krisenzeiten - noch relativ konstant.Haben: Tatsächlich sieht die Quote im Landkreis Neunkirchen noch relativ konstant aus. Das liegt aber auch daran, dass es zum Januar 2009 schon deutlich hochging. Im Vorjahresvergleich liegt die Zahl der Arbeitslosen in Neunkirchen aktuell nämlich 13,5 Prozent über den Werten von Dezember 2008. Dabei wuchs die Zahl der Arbeitslosengeld-I-Empfänger um 36 Prozent, die Zahl der Arbeitslosengeld-II-Empfänger um vier Prozent. Diese Dynamik ist schon erheblich.Was hat sich hinter den Zahlen von 2009 bewegt?Haben: Die Arbeitslosigkeit bildet das Typische der aktuellen Krise ab. So ist es eine Arbeitslosigkeit der Männer - um 21,5 Prozent höher als im Vorjahresvergleich. Die Männer trifft es in den Produktionsbranchen wie Automobil, Maschinenbau. Bei Frauen, die stärker in Bereich Pflege oder Handel arbeiten, stieg die Quote auf 4,8 Prozent. Besonders hat die Arbeitslosigkeit bei den Älteren über 55 Jahren zugenommen - 29,5 Prozent. Bei den Jüngeren unter 25 Jahren liegt die Arbeitslosigkeit nur 1,9 Prozent über der vom Dezember 2008. Schlecht ist die Entwicklung für Zeitarbeiter, weil Firmenleitung und Betriebsräte erstmal die Stammbelegschaft zu retten versuchen. Die Stellennachfrage für Zeitarbeit ist um mehr als 50 Prozent eingebrochen.Wie stark ist der Kreis Neunkirchen von Kurzarbeit betroffen? ?Haben: Im September 2009 - aktuellere Zahlen liegen noch nicht vor - waren im Gesamtbezirk Neunkirchen 7227 Menschen in Kurzarbeit. Das hat etwa 2300 Arbeitsplätze gesichert. Und die Anträge für Kurzarbeit gehen bei uns auch in 2010 weiter ein.Und mit wie vielen Arbeitslosen rechnen Sie im Jahresschnitt 2010? ?Haben: Je nachdem wie sich die Wirtschaft entwickelt - Prognosen schwanken zwischen minus 0,5 bis plus 2,5 Prozent -, erwarten wir 13 000 bis 11 500 Arbeitslose im Jahresdurchschnitt im Gesamtbezirk Neunkirchen. 2009 lag diese Zahl bei 10 400.Sie haben in Ihrem November-Bericht festgestellt, dass wieder viele Personen in Förderprojekte eingetreten sind und statistisch nicht mehr als arbeitslos zählen. Wie sähen die Zahlen sonst aus?Haben: Lassen Sie es mich so formulieren: Wir fangen damit einen großen Teil Arbeitslosigkeit ab. Es ist eine hohe soziale Befriedungsquote. Wie sehen Sie die Diskussion um die Strukturreform in Sachen "Arge" als Folge des Verfassungsgerichtsurteils?Haben: Von uns als Arbeitsagentur ist die Entscheidung so hinzunehmen. Der Vorteil ist, dass es jetzt eine klare Entscheidung, eine klare Zuständigkeit gibt. Die Vorbereitungen intern laufen. Aber wir wollen auf alle Fälle die Kooperation aufrechterhalten.Und in welcher Verfassung starten Sie in Ihr zweites Jahr in Neunkirchen?Haben: Optimistisch. Ich habe hier eine exzellente Mannschaft, das Haus ist gut aufgestellt. Wir stehen vor großen Aufgaben. Und das ist auch spannend.

HintergrundDie Arbeitsagentur Neunkirchen betreut die Landkreise Neunkirchen und St. Wendel sowie Homburg. Sitz ist in Neunkirchen, Ringstraße 1. Die Mitarbeiterzahl wurde inzwischen auf 342 aufgestockt. Hartz IV: Neunkirchen und Homburg haben für die Betreuung der Arbeitslosengeld-II-Empfänger das Modell einer Arbeitsgemeinschaft (Arge) mit der Arbeitsagentur gewählt, St. Wendel macht es alleine. clewww.arbeitsagentur.de