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Im Sportheim wird's mathematisch

Im Sportheim wird's mathematisch

Jedes neue Angebot in der Vereinsarbeit bringt Imagegewinn für den Verein. Der SV Kirkel hat mit seinem diese Woche laufenden Mathe-Abi-Vorbereitungskurs Neuland betreten. Mit Erfolg: Der Kurs ist ausgebucht.

Bei kurzem Nachdenken fällt einem wahrscheinlich eine angenehmere Osterferien-Beschäftigung ein, als diejenige, sich mit Mathematik zu beschäftigen. Wenn allerdings am 7. Mai die schriftliche Abiturprüfung in Mathe ansteht und man einen Verein hat, der neue Wege geht, sieht das schon anders aus: Im Vereinsheim des Sportvereins (SV) Kirkel werden in dieser Woche 28 junge Leute von verschiedenen Schulen mit komprimiertem Abitur-Mathematikwissen versorgt. Was gemeinhin nicht unbedingt zur Kernkompetenz eines Sportvereins gehört, geht auf eine Idee zurück und auf ein engagiertes Quartett von SV-Mitgliedern um Michael Thomas, die besagte Idee umsetzen. Thomas (30), SV-Funktionär und Mathematiklehrer am Lebacher Kepler-Gymnasium, die beiden fast fertigen Mathematik-Lehramtsstudenten Daniel Leibrock (25) und Marcel Brauer (27) und der angehende Wirtschaftsingenieur Steffen Neuschwander wollen den angehenden Abiturientinnen und Abiturienten den nötigen Stoff vermitteln.

Seit Wochenbeginn ziert eine Original-Schultafel das Kirkeler SV-Sportheim: "Dank guter Connections zum Hausmeister des Kepler-Gymnasiums konnten wir das gewichtige Stück vor dem Sperrmüll retten", schmunzelte Thomas im Gespräch mit der SZ.

Seit Jahren im Nachhilfebereich aktiv, haben die Vier erkannt, dass der Bedarf da ist. "Und da es heutzutage für die Vereine immer schwieriger ist, Geld zu verdienen, sind wir auf diese Idee gekommen. Über Facebook, Schüler direkt und auch über die Lehrer war das Projekt schnell bekannt und ausgebucht. "Bis jetzt", so Leibrock, "haben wir nur positives Feedback aus dem Dorf. Alle finden's super".

Vormittags geht's um die Theorie, nachmittags wird das Gehörte in der Praxis wiederholt. "Der Kurs reicht natürlich als Abi-Vorbereitung nicht aus, bietet aber eine sichere Grundlage", sagt Thomas. Man habe sich die Abiturprüfungen der vergangenen zehn Jahre vorgenommen, konzentriere sich aber auf das, was am wahrscheinlichsten sei.

"Am Freitag simulieren wir dann die Prüfungssituation, schreiben quasi ein Probeabitur unter realen Bedingungen, das die Teilnehmer dann korrigiert zurückbekommen." Auch bei einer angestrebten Wiederholung des Kurses im kommenden Jahr wird es nicht mehr Teilnehmer geben: "Die individuelle Förderung soll im Vordergrund stehen, bei mehr Teilnehmern würde das ganze auf ein Durchschleusen hinauslaufen. Das ist nicht unser Ziel", so der Mathematiklehrer. Wichtig ist ihm auch die positive Außenwirkung des Vereins durch das neue Angebot. Die sieht auch der Vorsitzende des Sportvereins, Bernd Günther, durch diese moderne Form der Vereinsarbeit: "Ich finde die Aktion gigantisch. Ich weiß, dass eine stressige Vorbereitung hinter dem Team liegt. Der Mathekurs trägt zum guten Ruf des Vereins bei. Wenn es ein nächstes Mal gibt, läuft die Vorbereitung sicher schon routinierter ab." Auch die Teilnehmer sind an Tag zwei mit der Veranstaltung zufrieden. "Der Kurs hat mir bisher sehr geholfen", sagt Maximilian Pirrung. Er sei schon relativ gut in Mathe und besuche den Kurs, um noch besser zu werden. "Das bringt auf jeden Fall etwas." Das meint auch Nadine Spies aus Reiskirchen: "Bis jetzt hat's sicher was gebracht. Hier wird sehr strukturiert gearbeitet. Wichtig ist auch die Sicherheit, die wir durch den Kurs erhalten", sagt die Schülerin des Johanneums. "Bisher find' ich's auch sehr gut", betont Marlen Eickhoff aus Jägersburg, "die Abi-Vorbereitung bedeutet sehr viel Stoff in kurzer Zeit. Ich will mich einfach sicherer fühlen", nennt die Johanneums-Schülerin den Beweggrund für ihre Teilnahme.