Im Schwarz-Rot-Gold-Fieber

Manche beflaggen ihre Autos, besorgen Fan-Artikel in Schwarz-Rot-Gold wie Ketten oder Brillen und nehmen sogar Urlaub, um während der WM am Ball zu bleiben. Wir hörten uns um bei den Fans: Wie sie feiern und wie sie tippen.

Kalle Simon
Steven Blank
Dieter Becker
Lukas Pace

Heute werden die ersten Spiele des größten Sportereignisses des Jahres angepfiffen, der Fußballweltmeisterschaft. Viele Fußballfans haben ihre Autos und Häuser geschmückt und können es kaum noch erwarten. Kalle Simon aus Großrosseln hat sich zwei Wochen Urlaub genommen, um alle WM-Spiele anzuschauen. "Zusammen mit meinen Freunden schaue ich mir die Spiele in einer Kneipe an, ein paar daheim", erzählt der 42 Jahre alte Kraftfahrer. Deutschlandspiele würde der Fan auch schauen, wenn sie erst nachts um drei Uhr ausgestrahlt würden. Auch Dieter Becker (67) ist Fußballfreund, besonders, wenn die Deutschen auf dem Platz stehen. "Egal, ob bei der EM oder der WM - das Deutschlandfähnchen gehört an mein Auto", erzählt der Pensionär aus Großrosseln. "Mein Lieblingsspieler ist Philipp Lahm", sagt Steven Blank. Beim Public Viewing in Saarbrücken fiebert der 24-jährige Völklinger mit der deutschen Mannschaft mit: "Wir schaffen es mindestens bis ins Halbfina-le."Auch Peter Balzert ist zuversichtlich, dass es die Nationalelf bis ins Halbfinale schaffen wird. "Allerdings sind so viele gute Mannschaften dabei, da würde ich den Pokal jedem gönnen", so der 59-Jährige. In seiner Buchhandlung in Völklingen findet man in den Schaufenstern Bücher rund um die Weltmeisterschaft. Begeistert zeigt der Buchhändler ein großes Poster, auf dem man nicht nur die Ergebnisse eintragen kann, sondern auf dem auch Informationen über das Land, die Leute und die unterschiedlichen Stadien stehen. Normalerweise ist Petra Löw aus Lauterbach kein großer Fan von Fußball, doch jetzt, da die WM näher rückt, verfällt auch sie dem Fieber. Wenn sie sich die Deutschlandspiele anschaut, trägt sie meist Accessoires im Deutschland- Stil. "Oft habe ich dann eine Deutschlandbrille an oder trage die Hawaiikette dazu", verrät uns die 48-Jährige. Die Verkäuferin, die in einem Geschäft in Völklingen arbeitet, weiß, welche Fanartikel am beliebtesten sind. Ganz außergewöhnlich seien in diesem Jahr die Kuhglocken. Lucas Pace aus Luisenthal schaut die Spiele in einer Saarbrücker Diskothek, denn bei jedem deutschen Tor gibt es da Freibier. Ansonsten schlagen zwei Herzen in der Brust des 18-Jährigen. Er ist italienischer Abstammung: "Ich bin ein viertel Italiener", sagt er. Er will aber den Deutschen die Daumen drücken. Nur wenn sie ausscheiden, dann ist er für Italien. Die Spiele beider Teams schaut er sich live an, dazu trifft er sich dann mit Freunden. Lukas Dinkel (24) aus Luisenthal ist selbst Fußballer und spielt beim VfB Luisenthal. Er drückt Jogis Jungs die Daumen und das sieht man von weiten, denn sein Elternhaus in der Hauptstraße ist mit zwei großen Deutschlandfahnen geschmückt. Hier schaut sich der junge Mann zusammen mit Vater Jürgen so viele Spiele an, wie es geht. . Mit einem deutschen Sieg rechnen sie nicht: "Im Halbfinale ist Schluss. Mehr kann die deutsche Elf nicht erreichen. Marco Reuss fehlt zu sehr", sagt Dinkel.