Im Grundstein ist auch eine aktuelle Ausgabe der Mickymaus

Neunkirchen. "Der liebe Gott sucht sich das Kleine aus, wenn er Großes vorhat" - so zitierte Christel Müller Mutter Rosa, die Gründerin des Franziskanerinnen-Ordens von Waldbreitbach. Ganz so klein ist das Vorhaben der Marienhaus GmbH, die von diesem Orden getragen wird, in Kohlhof allerdings nicht, wie Christel Müller, Oberin der Neunkircher Marienhaus-Kliniken St

Neunkirchen. "Der liebe Gott sucht sich das Kleine aus, wenn er Großes vorhat" - so zitierte Christel Müller Mutter Rosa, die Gründerin des Franziskanerinnen-Ordens von Waldbreitbach. Ganz so klein ist das Vorhaben der Marienhaus GmbH, die von diesem Orden getragen wird, in Kohlhof allerdings nicht, wie Christel Müller, Oberin der Neunkircher Marienhaus-Kliniken St. Josef und Kohlhof, einräumte. Immerhin entsteht - wie schon mehrfach berichtet - für rund 30 Millionen Euro auf dem Gelände der Kinderklinik Kohlhof ein neuer Krankenhaus-Komplex, der die Kinderklinik und St. Josef unter ein Dach bringt. 20 Millionen Euro schießt das Saarland zu. Das neue Haus, so gab die Sprecherin der Marienhaus-Geschäftsführung, Christa Garvert, am Donnerstag bekannt, wird Marienhausklinik St. Josef Kohlhof heißen. Garvert geht davon aus, dass der Name das Zusammenwachsen der beiden Kliniken erleichtern wird: "Ich bin zuversichtlich, dass die Mitarbeiter eine gemeinsame Identität entwickeln."Acht Monate nach dem symbolischen Spatenstich vollzog die Marienhaus GmbH gestern im Kreis von Mitarbeitern die ebenso symbolische Grundsteinlegung. Dechant Joachim Gabriel segnete den Akt, bei dem wie üblich eine Metallhülse eingemauert wurde. In dieser Rolle befinden sich neben dem erwähnten Mutter-Rosa-Zitat, eine Liste der am Bau beteiligten Firmen, je eine Münze des Euro- und Cent-Hartgeldes (was zusammen 3,88 Euro macht), eine Tageszeitung vom Donnerstag und - der Kinderklinik geschuldet - eine aktuelle Mickymaus-Ausgabe.Nachdem die Vorarbeiten abgeschlossen und die Fundamente fertig seien, könne nun mit dem eigentlichen Neubau begonnen werden, gab Marienhaus-Geschäftsführer Franz-Josef Backes den Startschuss. Trotz "einiger Widrigkeiten" liege man voll im Kosten- und Zeitrahmen. Backes wies darauf hin, dass trotz der Bauarbeiten die Belegung auf dem Kohlhof nicht zurückgegangen, sondern sogar angestiegen sei. Patienten und Nachbarn, vor allem aber auch die Klinikmitarbeiter hätten bisher "ohne großes Murren" die Belastungen ertragen.Oberin Müller sieht ein "wichtiges Teilstück" erreicht. Müller gestern zur SZ: "Hier wächst etwas, was man über viele Jahre geplant und durchdacht hat." Mit dem Projekt würden auch viele Arbeitsplätze in der Region gesichert. Für Stefanie Conrad, Leiterin des Projekts und Pflegedirektorin in St. Josef, ist die Grundsteinlegung "der wirkliche Auftakt zum Zusammenwachsen". Das eine neue Klinik für diesen Betrag hingestellt werden könne, sei wohl bundesweit einmalig.

HintergrundWo das neue Klinikgebäude auf dem Kohlhof entsteht, wurden in den vergangenen Monaten Hochhaus und Verwaltungsgebäude sowie der rechte Flügel des Haupthauses abgerissen. Sobald der Neubau in Betrieb genommen wird (voraussichtlich Anfang 2011) werden in einem zweiten Bauabschnitt große Teile der alten Kinderklinik abgerissen. Der Trakt, der erhalten bleibt, erhält einen Anbau. Im Frühjahr 2012 soll der neue Kohlhof komplett fertig sein. Die künftige Marienhausklinik St. Josef Kohlhof wird 172 Betten haben. red

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