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Hummel fliegt jetzt über die Berge

Hummel fliegt jetzt über die Berge

Schwalbach. "Die Lunge brennt, der Puls rast und die Beine sind schwer", erzählt Markus Hummel. Langsam quält er sich den steilen Anstieg hinauf. Meter für Meter, Pedalumdrehung für Pedalumdrehung. "Aber darum geht es: Sich zu überwinden." Es ist die neue Herausforderung für Hummel. Vom Fußballer zum Mountainbiker. Diesen Schritt vollziehen nur wenige

Schwalbach. "Die Lunge brennt, der Puls rast und die Beine sind schwer", erzählt Markus Hummel. Langsam quält er sich den steilen Anstieg hinauf. Meter für Meter, Pedalumdrehung für Pedalumdrehung. "Aber darum geht es: Sich zu überwinden." Es ist die neue Herausforderung für Hummel. Vom Fußballer zum Mountainbiker. Diesen Schritt vollziehen nur wenige. Hummel hat es getan. Der 39-Jährige ist Kennern der saarländischen Fußballszene vor allem durch seine erfolgreiche Zeit im Trikot von Borussia Neunkirchen ein Begriff. Wegen eines Bandscheibenvorfalls musste der ehemalige Torjäger seine Stollenschuhe 2006 an den Nagel hängen. Fluch und Segen zugleich, denn mittlerweile hat Hummel eben ein neues Terrain für sich entdeckt. "Nach meinem Bandscheibenvorfall wurde mir vom Arzt nahe gelegt, Rad zu fahren. Langjährige Freunde von mir fahren bereits seit 20 Jahren und da habe mich entschlossen, es mal auszuprobieren. Seitdem bin ich voll auf den Geschmack gekommen", berichtet Hummel. "Wenn ich gewusst hätte, wie schön das ist, hätte ich schon früher damit angefangen", sagt der in Luxemburg arbeitende Diplom-Ingenieur. Und wie in seiner Fußballerzeit ist es für Hummel mit lockerem Umherradeln nicht getan. Extrem-Mountainbiking, das hat er sich ausgesucht. Mit seinem Team, der Saar-Hessen-Bike-Connection, nimmt er regelmäßig an Veranstaltungen teil: "Das macht echt Spaß, man kann sich so richtig schön auspowern", schildert Hummel, was ihn an der kräftezehrenden Berg- und Talfahrt besonders reizt. Grinsend fügt er hinzu: "Man tut was für die Fitness - und das Bierchen danach schmeckt dann umso besser." Ein echtes Highlight war für ihn der Trip in die Berge. "Meine Kollegen fahren alle zwei Jahre im Sommer über die Alpen. Ich war im vergangenen Jahr zum ersten Mal dabei. Es war ein anstrengendes, aber tolles Erlebnis. Sehr geil", verrät Hummel. Rund 400 Kilometer mit 10 000 Höhenmeter. Seine Fußballerkarriere begann Hummel bei der FSG Bous. Als 17-Jähriger debütierte er dort im Aktivenbereich. Zu seinem Stammverein hat Hummel heute aber kaum noch Kontakt. "Wenn ich mir Fußballspiele anschaue, dann gehe ich meistens zum TuS Bisten oder zum FV Schwalbach. In Schwalbach war ich vergangene Saison ziemlich häufig, da ich dort ein Haus gebaut habe und dort lebe", berichtet Hummel, der seine Blütezeit bei Borussia Neunkirchen erlebte. Dort spielte er von 1994 bis 1996 in der Regionalliga, seinerzeit Deutschlands dritthöchste Spielklasse. Sicher eine tolle Zeit in seiner Laufbahn. Das Glanzlicht seiner Karriere folgte aber kurz nach dem Abstieg in die Oberliga: Als Saarlandpokalsieger durfte die Borussia im DFB-Pokal antreten. In der ersten Runde räumte Neunkirchen damals den Zweitligisten VfB Leipzig aus dem Weg, in Runde zwei wartete am 31. August 1996 der damalige Bundesligist FC St. Pauli. Vor 6000 Zuschauern im Ellenfeld brachte Hummel den krassen Außenseiter zwei Minuten nach der Halbzeit mit 1:0 in Führung. "Mein schönstes Erlebnis als Fußballer. Da herrschte im Stadion der Ausnahmezustand", erinnert sich Hummel an jenen Samstagmittag zurück, auch wenn die Borussia die Sensation durch späte Gegentore letztlich knapp verpasste. "Wenn ich gewusst hätte, wie schön das ist, hätte ich schon früher damit angefangen."Markus Hummel über die Faszination des Mountainbike-Fahrens

Auf einen BlickMarkus Hummel wurde am 9. November 1970 geboren. Nach seinen Anfängen bei der FSG Bous wechselte er 1988 zur A-Jugend des 1. FC Saarbrücken. Weitere Stationen: 1. FC Saarbrücken-Amateure (1989/90), SSV Überherrn (bis 1993), Borussia Neunkirchen (1993 bis 1996), FC Homburg (1997/1998), Borussia Neunkirchen (1998-2001), SV Röchling Völklingen (2001 - 2003). FSG Bous (2003 - 2005), Hühnerfeld (2005), TuS Bisten (2005 bis 2006).bene