1. Saarland
  2. St. Wendel
  3. Nohfelden

HSG bringt den Favoriten zu Fall

HSG bringt den Favoriten zu Fall

Die A-Jugend der HSG Völklingen war im Spiel gegen die TSG Friesenheim klarer Außenseiter. Die Bundesliga-Handballer aus dem Saarland zeigten am Sonntag aber ihre beste Saisonleistung – und gewannen mit 29:26.

Die A-Jugend der HSG Völklingen hat am Sonntag einen überraschenden Sieg gefeiert. Mit 29:26 (14:10) setzten sich die Handballer zuhause gegen den Tabellenzweiten TSG Friesenheim durch und kletterten in der Bundesliga-Tabelle vom zehnten auf den neunten Platz.

"Das war mit Abstand unsere beste Saisonleistung", freute sich der Völklinger Rückraumspieler Niklas Eberhard. Sein Trainer Berthold Kreuser sagte: "Ich bin rundum zufrieden. Die Mannschaft hat heute genau das gemacht, was wir uns vorgenommen hatten." Schon zu Beginn des Spiels war den Völklingern der Wille deutlich anzumerken. Mit schnellem Umschaltspiel, konzentrierter Deckung und einem variablen Angriff erspielte sich die Mannschaft nach zehn Minuten die erste Zwei-Tore Führung (4:2). Auf der anderen Seite leisteten sich die Friesenheimer viele technische Fehler oder scheiterten am starken HSG-Schlussmann Thore Quarz, sodass Völklingen seine Führung bis zur 20. Minute auf 10:6 ausbaute. Bis zur Halbzeit hatte Völklingen die Chance, seinen Vorsprung zu erhöhen, doch Niklas Eberhard vergab mit dem Pfiff noch einen Siebenmeter.

Auch nach dem Seitenwechsel hatte die HSG die Partie fest im Griff und zwang die Gäste zu riskanten Würfen, die oft ihr Ziel verfehlten. Im Vorwärtsgang zeigten sich die Völklinger spielfreudig und kamen aus allen Mannschaftsteilen zu Torerfolgen. Rund zehn Minuten vor Schluss hatten die Hausherren beim Stand von 23:16 einen Vorsprung von sieben Toren und das Spiel schien gelaufen. In der Schlussphase warf Friesenheim jedoch noch einmal alles nach vorne, übte großen Druck auf das Tor von Thore Quarz aus und verkürzte den Abstand bis zwei Minuten vor Schluss auf zwei Tore (27:25).

Doch dieser Sturmlauf kam zu spät, HSG-Kreisläufer Marcel Rudolph machte in der 59. Minute mit seinem Treffer zum 28:25 den Sack zu. "Ich hatte in der Halbzeit damit gerechnet, dass Friesenheim noch einmal Tempo macht. Wir konnten zwar den Druck gut aufrechterhalten, hatten dann aber in der Schlussphase etwas Pech", sagte Rudolph: "Dass wir gegen einen Gegner, der in der Tabelle so weit vorne steht, gewinnen können, ist ein tolles Gefühl. Die ganze Mannschaft hat heute ein super Spiel gemacht, vor allem in der Deckung." Rudolph ist überzeugt, dass die HSG einen großen Schritt in der eigenen Entwicklung gemacht hat: "Unser Trainer Berthold Kreuser hat es geschafft, uns als Mannschaft enger zusammenzuschweißen. Das ist ein ganz wichtiger Faktor." "Ich hatte nicht das Gefühl, dass Mundenheim nicht mit Herz bei der Sache ist", sagte Norbert Petö: "Aber wir wollten heute einfach mehr." Minuten zuvor konnte sich der Handballer mit seiner HSG Völklingen in einem spannenden und körperlich intensiven Oberliga-Heimspiel mit 24:22 (8:10) gegen die VTV Mundenheim durchsetzen.

Völklingen war am Sonntag von der ersten Minute an bemüht, den Gästen durch eine solide Deckungsarbeit den Schneid abzukaufen. Auf der anderen Seite entwickelte die HSG mit Marvin Mebus, Claude Dolic und Norbert Petö viel Druck aus dem Rückraum und erspielte sich nach 20 Minuten die erste Drei-Tore-Führung (7:4). Danach präsentierten sich die Mundenheimer aber konsequenter und drehten das Spiel bis zur Halbzeit.

Bis zur 47. Minute (15:15) war die Partie ausgeglichen, bis die Hausherren einen 4:0-Lauf auf das Parkett legten und so bis zur 50. Minute erstmals mit vier Toren davonzogen. Mundenheim gab sich aber nicht auf und spielte sich drei Minuten vor Schluss wieder auf zwei Tore heran (19:21). Die Partie drohte zu kippen, doch HSG-Schlussmann Thore Quarz zeigte 90 Sekunden vor dem Ende beim Stand von 23:21 eine wichtige Parade. Sein Mitspieler Simon Pytlik brachte im Gegenzug mit dem 24:21 die Entscheidung.

"Die letzten zehn Minuten sind mir heute wie eine Ewigkeit vorgekommen. Aber was wir in der Abwehr gezeigt haben, war genial", sagte HSG-Trainer Berthold Kreuser. Extralob vom Trainer gab es für Thore Quarz, der am gleichen Tag schon über die volle Distanz für die A-Jugend auf dem Platz gestanden hatte: "Ich muss meinen Hut vor dem Jungen ziehen. Zwei Stunden so die Konzentration hochzuhalten und dann noch am Ende den entscheidenden Ball zu halten, ist einfach eine tolle Leistung", sagte Kreuser.