„Hopp Schwiiz!“

Saarbrücken · Im Saarland haben Bürger aus allen Nationen, die bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien vertreten sind, ihr Zuhause. Die Saarbrücker Zeitung stellt einige dieser Menschen in einer Serie vor. Heute: die Schweiz.

 Dominik Morgens liebt Fußball über alles. Foto: Marko Völke

Dominik Morgens liebt Fußball über alles. Foto: Marko Völke

Foto: Marko Völke

Bereits seit seiner Jugend ist Dominik Morgens fußballverrückt. Der Schweizer schaut sich nicht nur die Bundesligaspiele im Fernsehen an, sondern spielt seit seinem 15. Lebensjahr auch selbst im Verein. Da der heute 20-Jährige auf einem Auge halbblind ist, bereitete ihm das Hobby Fußball zunächst große Probleme. "Ich habe den Ball häufig einfach nicht gesehen", sagt der gelernte Bäcker. Doch Morgens gab nicht auf und meisterte sein Handicap schließlich mit Bravour.

"Fußball war auch immer ein gutes Druckmittel", erinnert sich seine Mutter Liliana, die aus Luzern stammt. Mit ihrem Mann, einem gebürtigen Eifelaner, und ihrer Familie wohnt sie seit 1992 in Deutschland. 2005 zogen die Morgens ins Saarland nach Eidenborn bei Lebach. Als "begeisterte Fußballmutti" feuerte sie ihren Sohn mit Schweizer Pass euphorisch an. Natürlich schaut sich die Familie auch die WM-Spiele ihrer Nationalelf an. Dabei sei sie jedoch in zwei Lager gespalten: Ihr Mann und ihre Schwester hielten zu Deutschland, der Rest zu den Eidgenossen. "Ich finde das Provozieren so schön", sagt Liliana Morgens grinsend. Das Haus schmückt sie mit Fähnchen, ihr Auto verzieren Aufkleber mit dem Schweizer Kreuz. Dominik Morgens beschränkt sich auf ein T-Shirt und den Anfeuerungsruf "Hopp Schwiiz!". Die WM-Spiele will der 20-Jährige mit Freunden im Clubheim seines Vereins SV Landsweiler bei Lebach verfolgen.

Die bisherigen WM-Erfolge der schweizer Nationalelf sind eher bescheiden 2010 war nach der Vorrunde Schluss: "Vielleicht haben wir gegen Frankreich gute Chancen, Ribéry ist ja verletzt", überlegt Morgens. Er hofft, dass die Schweiz es ins Viertelfinale schafft.

Im Saarland leben übrigens 295 Eidgenossen. "Die ersten sind im 17. Jahrhundert hierher gekommen", sagt Anna Blaß von der Schweizer Vereinigung im Saarland , in der auch Dominik Morgens Mutter aktiv ist. Mit ihren Landsleuten feiert die Familie am 1. August den schweizer Nationalfeiertag: "Wenn wir Glück haben, bringt uns jemand Kalbsbratwürste aus der Schweiz mit", hofft Mutter Liliana. Die vermissen die Morgens nämlich im Saarland sehr.

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