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Hochspannungstrasse Dagstuhl-Selbach soll komplett renoviert werden

Umfangreiche Renovierungsarbeiten : Damit der Strom weiter fließen kann

Leitung zwischen Dagstuhl und Selbach wird erneuert. Symbolischer erster Spatenstich.

Landauf, landab prägen Hochspannungsfreileitungen das Bild in unserer Region und weit darüber hinaus. Unterschiedliche Trassen kreuzen insbesondere das Umspannwerk in Dagstuhl. Diese Trassen sorgen für die Stromzufuhr in der Region zu mehreren Umspannanlagen. Die wiederum versorgen die Haushalte, Unternehmen und Betriebe im Umkreis mit Strom. Umgekehrt wird aber auch regional erzeugter Strom aus regenerativen Energien, zum Beispiel aus dem Windpark Primstal, über die 110-kV-Leitung in das Netz eingespeist.

Die langfristige Erhaltung der Leitungsverbindung Dagstuhl-Selbach ist daher für die regionale Stromversorgung unerlässlich. Diese bestehende Leitung hat eine Länge von über zwölf Kilometern und wurde bereits 1956 errichtet. Sie führt an Lockweiler vorbei bis Primstal mit etwas Abstand parallel zur Prims entlang, überquert bei der Sombach-Mühle die A1 und führt bis zur Nahequelle nach Selbach parallel zur L 134. Sie berührt also die Stadt Wadern sowie die Gemeinden Nonnweiler, Tholey und Nohfelden. „Aufgrund ihres Alters von über 60 Jahren muss die Leitung jetzt ersetzt werden“, erklärten Roman Fixemer, Geschäftsführer der VSE-Verteilnetz GmbH, und Gabriel Clemens, Vorstand des VSE AG. Sie hatten anlässlich eines symbolischen Spatenstichs die Bürgermeister der Kommunen geladen, die von der Leitung mit Strom versorgt werden.

Für die Stadt Wadern war Rathauschef Jochen Kuttler anwesend, Bürgermeister Franz Josef Barth für die Gemeinde Nonnweiler und Andreas Veit für die Gemeinde Nohfelden sowie der Gemeinde-Beigeordnete Wolfgang Recktenwald für Tholey. „Dadurch wird auch langfristig die ausreichende und kontinuierliche Stromversorgung für die Region sichergestellt. Darüber hinaus wird die Leitung zukünftig den stetig wachsenden Anteil an Strom aus erneuerbaren Energien der Region aufnehmen und weitertransportieren“, ergänzten die VSEler. Der Verlauf der bestehenden Freileitung solle beim Ersatzneubau beibehalten werden.

Beim Austausch von alter und neuer Freileitung sollen zusätzliche Zerschneidungen des Landschaftsraumes vermieden werden, so Fixemern und Clemens, da ein vorhandener Trassenraum in Anspruch genommen werde. Dessen natürliche Nutzung und Entwicklung seien bereits an die bestehende angepasst. Die Anzahl der insgesamt 65 Masten werde um etwa 20 Prozent reduziert. Die Höhe der einzelnen Masten solle jeweils an die Umgebung angepasst werden. „Durch den schmaleren Masttyp mit zwei Ebenen können zusätzliche Eingriffe in die Landschaft und Waldbestände minimiert werden“, betonte Clemens.

Auf die Nachfrage hin, ob man nicht besser auf Erdkabel statt auf Freileitungen setzen sollte, erklärten die VSEler, dass eine solche Verbindung drei- bis viermal so teuer wäre. Auch wären größere und umfangreichere Erd- und Waldrodungsarbeiten angefallen. „Nach den Vorgaben des Energiewirtschaftsgesetzes soll die Stromversorgung nicht nur sicher, verbraucherfreundlich, effizient und umweltverträglich, sondern auch möglichst preisgünstig sein“, führte Fixemer aus. Eine gesetzliche Verpflichtung für Erdkabel gebe es nicht. Die Maßnahme als Freileitung wurde im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens durch das Oberbergamt entschieden. Die Kosten der gesamten Baumaßnahme belaufen sich dennoch auf etwa 13 Millionen Euro. Der Bau soll noch im März beginnen. Die Bauzeit beziffern Fixemer und Clemens auf zwölf bis 18 Monate. Sie versichern, dass die Stromversorgung in der Region während der Bauzeit sichergestellt sei.

Der Bau einer Hochspannungsleitung ist meist mit Eingriffen in Natur und Landschaft verbunden und betrifft die Menschen vor Ort. Um Auswirkungen auf Mensch und Umwelt zu vermeiden oder so gering wie möglich zu halten, wurden im Vorfeld umfangreiche Untersuchungen und Gutachten angefertigt. Die einzelnen Umweltbestandteile Mensch, Tier und Pflanzen, Boden, Wasser, Klima, Luft, Landschaft sowie Kultur- und Sachgüter wurden durch Umweltgutachter erfasst, beschrieben und bewertet. Auf der Grundlage dieser Erkenntnisse fand eine enge Abstimmung zwischen technischen Planern und Umweltgutachtern statt, um Beeinträchtigungen weitgehend zu vermeiden.

Beim symbolischen Spatenstich für den Ersatzneubau der 110-kV-Leitung Wadern-Selbach haben (von links) Jochen Kuttler (Wadern), Gabriel Clemens (VSE), Franz Josef Barth (Nonnweiler), Andreas Veit (Nohfelden), Wolfgang Recktenwald (Tholey) und Romans Fixemer (VSE) den Spaten gegriffen. Foto: Erich Brücker

Sofern dies nicht möglich ist, werden geeignete Maßnahmen zum Ausgleich vorgesehen. Alle Schutz-, Minimierungs- und Ausgleichsmaßnahmen sind in einem landschaftspflegerischen Begleitplan und in der Artenschutzprüfung festgehalten. Ebenso wurde im Vorfeld eine Umweltverträglichkeitsstudie erarbeitet, um mögliche Auswirkungen auf die Umwelt und Natur einschätzen zu können. Im Planfeststellungsverfahren wurden alle umweltrelevanten Aspekte berücksichtigt. Während der Baumaßnahme wird ergänzend eine ökologische Baubegleitung eingesetzt. Diese steht der VSE als fachkundiger Partner beratend zur Seite, wenn es um natur- und umweltbezogene Aspekte geht.