Historisches zum Leben erweckt

Mit Texten, alten Bildern und Bleistiftzeichnungen hat der Fremersdorfer Albert Schönwetter die Geschichte seines Heimatortes lebendig gemacht. Nun gibt es seine Werke als gedruckte Schrift zu kaufen.

In der Schrift "Mein Heimatort Fremersdorf" hat der Fremersdorfer Albert Schönwetter (Jahrgang 1924) eine Bild- und Wortdokumentation vorgelegt. Der Arbeitskreis Heimatkunde Fremersdorf unter dem Vorsitz von Horst Delles lässt mit dieser Schrift den geschichtsträchtigen Ort Fremersdorf wieder lebendig werden.

Als Ruheständler begann der Bauingenieur Albert Schönwetter zu malen und zu zeichnen. Zugleich dokumentierte er auch viele geschichtliche Details seines Heimatortes und von Nachbardörfern im Saartal schriftlich.

In seinen Bleistiftzeichnungen bezog Schönwetter bewusst figürlich die Menschen der damaligen Zeit mit ein. Eine der Darstellungen zeigt nebeneinander die alte und die neue Pfarrkirche St. Mauritius im Jahre 1912.

Ein besonderer Teil, gleich mit mehreren Zeichnungen , ist dem Schloss von Boch gewidmet. Natürlich gehört auch die Saarfähre von Fremersdorf zur Dokumentation. Mehrere Fotos hierzu haben neben den Zeichnungen einen besonderen dokumentarischen Wert.

Sehr interessant sind die alten Dorfansichten, teilweise um 1950 mit der "Brodgaß" Die Zeichnungen sind ergänzt durch den Abdruck alter Katasterkarten.

Charakteristisch ist die Zeichnung vom Marienbrunnen, der bis heute erhalten geblieben ist. Am Trog steht die Wäscherin, eine andere Frau füllt den Eimer mit Wasser, das früher nur aus dem Dorfbrunnen oder dem "Petz" mit der Tiefenbohrung gefördert wurde. "Brotbacken" zeigt die alte Kunst der Brotherstellung. Eine willkommene Pause gab es beim Kartoffelausmachen, wenn der Kaffee mit der "Schmier", dem bestrichenen Brot kam. Der "Milchhandel" zeigt die "Milchsammelstelle", wie es sie noch nach dem Zweiten Weltkrieg gab. Der "Gurkenhandel" hatte auch in Fremersdorf früher eine besondere Bedeutung. Viel Handarbeit verlangten die "Heuernte", die "Getreideernte" und das "Obstpflücken". Aufwändig war der Drusch des Getreides. Willkommene Abwechslung boten die Straßenmusikanten aus der Pfalz, unter anderem aus Mackenbach . Nach Fremersdorf kamen auch die "Deppenge-ißer", die Topfmacher, der "Seiler-Baddis" aus Merzig mit den verschiedenen Seilen, der Polsterer, der Korbflechter, aber auch der "Bananen-Schang" aus Rehlingen. Das Werk von Albert Schönwetter findet in der saarländischen Heimatliteratur einen besonderen Platz.

Die Schrift "Mein Heimatort Fremersdorf" kostet sechs Euro. Sie ist zu beziehen über den Arbeitskreis Heimatkunde Fremersdorf, Horst Delles, 66780 Rehlingen-Siersburg, Drosselweg 3, Tel. (0 68 61) 7 21 36.