Historie aus der Hochwaldregion

Türkismühle. "Holtzhausen. Dies Dorf liegt nicht weit von Gondersweiler, wäre vor Zeiten in die Pfarr Bliederdinge gehörig und bis zur Veränderung der Religion, ist an jetzo ruinos." Mit "Gondersweiler" war Gonnesweiler gemeint, mit "Bliederdinge" der Ort Bleiderdingen bei Birkenfeld

Türkismühle. "Holtzhausen. Dies Dorf liegt nicht weit von Gondersweiler, wäre vor Zeiten in die Pfarr Bliederdinge gehörig und bis zur Veränderung der Religion, ist an jetzo ruinos." Mit "Gondersweiler" war Gonnesweiler gemeint, mit "Bliederdinge" der Ort Bleiderdingen bei Birkenfeld. Dieser Eintrag in das Salbuch der Abtei Tholey im Jahre 1707 erinnert an die alte Siedlung gleichen Namens, die vermutlich während des Dreißigjährigen Krieges (1618 - 1648) verlassen worden ist und später wieder auflebte. Hier liegen die Ursprünge des heutigen Holzhauserhofes, der das älteste noch existierende Gebäude der Gemeinde Nohfelden aus der Zweibrücker Zeit ist, die von 1477 bis 1797 dauerte. Helmut Weiler aus Türkismühle ist in dem kürzlich herausgekommenen Buch der reichen Geschichte des Hofes, der einst aus mehreren Häusern bestanden hat, nachgegangen. Ausgehend von den geschichtlichen Zusammenhängen schildert er ausführlich die Bedeutung des Hofes unter Herzog Christian IV. (1735 - 1775) und unter Herzog Carl August II. (1775 - 1795). In der Ansiedlung wohnten im 18. Jahrhundert verhältnismäßig viele Menschen, was aus dem Verzeichnis der Haushalte hervorgeht. Da ist ein Heinrich Göbel, Kohlenbrenner und Bergmann genannt, ein Johann Marion, Gestütemeister, und ein Ölmüller Johann Türkis. Um ein Mehrfaches angewachsen war die Einwohnerzahl zur Oldenburger Zeit im 19. Jahrhundert. Mit vielen weiteren Themen beschäftigt sich Helmut Weiler auf den über 150 Seiten des Buches, zum Beispiel mit der französischen Zeit (1797 - 1806), als Heinrich Hollinger Verwalter des Hofes war, sowie mit Beispielen zu Verpachtungen und Versteigerungen. Der Autor nimmt auch die neuere Zeit des Holzhauserhofes unter die Lupe geht unter anderem auf die Geschichte des Forstamtes Türkismühle und auf die Neugliederung der Forstverwaltung ein. Sehr genau hat er recherchiert, wer ab etwa 1830 die Bewohner des Hofes waren, angefangen von dem Revierförster Hoffmann bis zum Büro von Forstdirektor Werner Feldkamp seit 2005. Was das Buch auszeichnet ist eine - soweit es die Archive zuließen und entsprechend aussagekräftig waren - sehr genau beschriebene Geschichte, die nicht allzu viele Lücken aufweist. Es ergänzt und bereichert das Wissen, was über das Leben in der Hochwaldregion bisher schon geschrieben wurde. "Der Holzhauserhof und seine Geschichte", 13 Euro, erhältlich beim Verein für Heimatgeschichte Nonnweiler, Telefon (06873) 77 16, in der Buchhandlung Bernardon, Türkismühle, in den Rathäusern Nohfelden und Nonnweiler und im Buchhandel in St. Wendel, Birkenfeld und Wadern.