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Hotel eingeweiht: Große Nachfrage nach ruhiger Zeit am See

Hotel eingeweiht : Große Nachfrage nach ruhiger Zeit am See

Jetzt offiziell: Das Vier-Sterne-Hotel am Bostalsee ist seit Montag eingeweiht. Viel Lob für Wirtschaftskraft und Ruhe in der Natur.

Die Erwartungen waren hoch. Die Realität ist noch besser. Gut zwei Monate schlafen nun schon Gäste in der Seezeitlodge am Bostalsee. „Und die Auslastung ist besser als erwartet“, sagt Christian Sersch, der gemeinsam mit seiner Frau Kathrin das Hotel leitet, kurz vor der offiziellen Eröffnungsfeier am Montagmorgen (wir berichteten kurz). In der Woche nach der Deutschland-Rallye „haben wir die Auslastung erstmals auf 100 Prozent hochgeschraubt“, erzählt Sersch. Alle 98 Zimmer waren belegt. „Und da sind wir an unsere Grenzen gestoßen.“ Wegen der guten Auslastung in den ersten Wochen sei schnell weiteres Personal eingestellt worden. Aber da liege noch immer das größte Problem: „Wir suchen händeringend Leute“. Vor allem im Service fehlten Mitarbeiter.

Das war aber nicht das beherrschende Thema am Montag. Feiern, reden, loben und schlemmen war angesagt. Denn „ein langes Projekt ist baulich abgeschlossen und seit einigen Wochen gut gebucht“, sagte Gottfried Hares, Gesellschafter des Bauherrn, der Hotel Kultur GmbH & Co.KG – und Vater der Direktorin Kathrin Sersch. An sie und ihren Ehemann, „an die nächste Generation“, überreichten Gottfried und Anette Hares denn auch vor etwa 250 geladenen Gästen symbolisch einen goldenen Schlüssel – fünf Kilo schwer.

Christian Sersch betonte vor den Gästen, wie zufrieden er damit ist, wie der Hotelbetrieb angelaufen sei: „Schön, zu sehen, dass das Konzept so gut angenommen wird.“ Und seine Frau lobte das junge und motivierte Team, das in den vergangenen Monaten „Unglaubliches“ geleistet habe. Ziel sei es nun, die Seezeitlodge im Markt zu etablieren und zahlreiche Gäste ins Saarland „an diesen besonderen Ort“ zu locken.

Dass dies gelingt, daran haben sowohl Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) als auch Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) keinen Zweifel. Das Saarland als Tourismusland nehme Fahrt auf, sagte die Ministerpräsidentin – und dieses Hotel sei ein Meilenstein auf diesem Weg. In diesem Zusammenhang lobte sie die visionären Gedanken derer, die den Bostalsee einst geplant und damals schon Hotels vorgesehen hatten. Was sich heute dort entwickele, bestätige: Strukturwandel müsse früh auf den Weg gebracht werden. „Und man braucht einen langen Atem“, sagte Kramp-Karrenbauer.

Diese Entwicklung wie auch das neue Vier-Sterne-Hotel seien aber auch Verpflichtung. Es reiche nicht, tolle Hotels zu haben, so die Ministerpräsidentin, es gelte auch, die Infrastruktur und die Einstellung zum Tourismus zu erarbeiten.

„Das gelungene Juwel hier am Standort Bostalsee gibt dem Tourismus im Saarland einen weiteren Schub“, sagte Anke Rehlinger. Schon im vergangenen Jahr seien mehr als eine Million Gäste ins Saarland gekommen. Mehr als drei Millionen Übernachtungen schlagen zu Buche. „Davon entfallen allein 900 000 auf den Bostalsee und seine Umgebung“, so Rehlinger.

Die Seezeitlodge werde neben dem hohen Image-Gewinn auch Wertschöpfung in die Region bringen. Zulieferbetriebe wie Metzger, Bäcker, Handwerker oder der Einzelhandel würden von der Seezeitlodge profitieren. Schon beim Bau, das betonte Hares, sei es wichtig gewesen, überwiegend heimische Unternehmen zu beschäftigen. Hares spricht von einem Vergabevolumen von mehr als 90 Prozent der Arbeiten an Unternehmen aus der Region.

Noch etwas sei von Anfang an das Ziel gewesen: Das Hotel an die Natur auf dem Rabenkopf anzupassen. Diese Vision beschrieb Lars Krückeberg aus dem Berliner Architekturbüro Graft. Und er wies auf die Ausgangsfrage bei den Planungen hin: „Wie schafft man es, diesen Ort in die Hirnrinde der Menschen zu bringen?“ Dazu sei Mut notwendig. Mut, etwas Einzigartiges zu schaffen. Und dabei die Pluspunkte zu nutzen: Wald, See und die „fantastische Luft“, wie er sagt. Darauf basiere das ganze Konzept. Denn: „Die Leute kommen hierher, um zur Ruhe zu kommen und die Natur zu genießen.“ Dem stimmte auch Innenarchitektin Birgit Nicolay aus Stuttgart zu: „Als ich das erste Mal auf den Rabenkopf kam, habe ich die Kraft dieses Ortes gespürt.“ Sie habe versucht, nicht nur die Natur und den See in ihre Arbeit einzubeziehen, sondern auch die Kultur und die Geschichte der Region. Daher spielten die Kelten in dem „anspruchsvollen und komplexen Gebäude“ eine große Rolle.

Ein besonderer Showact über dem Pool im Spa-Bereich zog am Eröffnungstag die Blicke auf sich: die Miller Tweens in Aktion. Foto: B&K/Bonenberger
So sah es am Montagmorgen vor der Seezeitlodge aus: etwa 250 geladene Gäste waren gekommen. Foto: B&K/Bonenberger

Alle Beteiligten wiesen außerdem auf eine Besonderheit in Bezug auf das Hotel hin: Es handele sich nicht um ein Stück Beton, sondern um ein Familienunternehmen mit Herzblut. „Herz und Seele eines Hotels müssen stimmen“, sagte Kramp-Karrenbauer. Und sie knüpfte an die hohen Erwartungen an: „Ich gehe davon aus, dass das junge Team das hält, was das Äußeres verspricht.“