Gotteshaus wurde zur Manege

Vor fünfzig Jahren wurde der Grundstein der protestantischen Kirche in Walhausen gelegt. Grund genug, das alle zwei Jahre stattfindende Kirchenfest der evangelischen Gemeinde von Wolfersweiler dieses Jahr an eben diesem Ort zu begehen.

"Mir feiere Goddesdienschd im Name vum dreiäänische Godd. Godd-Vadder, Godd-Sohn unn Godd-Heilischer-Geischd", so begann Prädikant Peter Eckert die Liturgie. Der gesamte Festgottesdienst zur 50-Jahr-Feier der evangelischen Kirche in Walhausen wurde in saarländischer Mundart gehalten, die aufgeschrieben für den ein oder anderen beinahe wie eine Fremdsprache aussah.

"E Haus forr Himmel unn Mensche" war das Motto des Mundartgottesdiensts. Und Jung und Alt aus der evangelischen Kirchengemeinde von Wolfersweiler - zu der auch die Orte Walhausen , Hirstein, Gimbweiler, Asweiler, Gehweiler, Eitzweiler, Mosberg-Richweiler und Steinberg-Deckenhardt gehören - folgten dem Ruf. Für die Kleinen gab es vor der Walhauser Kirche einen Kindergottesdienst.

Am Nachmittag wurde das Gotteshaus zur Manege für den Zirkus Stopsihopsi: Als Clowns und Zirkustiere gewandet, zauberten die Akteure den Besuchern ein Lächeln ins Gesicht. Jacqueline Herrmany ist Erzieherin und Leiterin der evangelischen Jugendarbeit: "Während den Ferienaktionstagen haben wir das Zirkusprogramm eingeübt." Die Jugendarbeit ist wichtiger Teil des Angebots der Gemeinde und viele der ehemaligen Stoppelhoppser, so nennt sich die Kindergruppe, sind heute als ehrenamtliche Helfer engagiert. Wissenswertes über das Gotteshaus wurde bei der Kirchenrallye vermittelt und Kasper sorgte beim Puppenspiel für Unterhaltung.

Die Presbyter Birgit Gregorius und Gerd Fries organisieren die Angebote für Senioren. Gregorius hat die Sturzprophylaxe-Gruppe StuBS ins Leben gerufen und präsentierte auf dem Kirchenfest die gymnastischen Übungen, die speziell auf die Bedürfnisse von Menschen im hohen Alter zugeschnitten sind. Birgit Gregorious: "Wir richten uns speziell an Leute im Alter ab 80 Jahren und arbeiten mit einer ausgebildeten Therapeutin zusammen. Neben den Gymnastikkursen zur Sturzprophylaxe veranstalten wir auch Halbtagsfahrten für die Senioren."

Den Frühschoppen begleitete der Nohfelder Musikverein. Am Nachmittag animierte Sabine Heiter-Grates zum Mitsingen; die Band Blue Notes rundete das Musikprogramm ab.

"Unsere Gemeinde ist sehr vielfältig", berichtete Pfarrer Jörg Grates. "Alle Orte sind besonders und wir bringen viele Talente hier zusammen." Auch wenn der demografische Wandel nicht vor der evangelischen Gemeinschaft von Wolfersweiler Halt mache, könne sich der Kirchenbesuch auch heute noch sehen lassen.

1961 kam die evangelische Bevölkerung von Walhausen durch Schenkung der Familie Rudolf Müller in den Besitz des Grundstückes. Der Grundstein für die evangelische Kirche von Walhausen wurde am 26. Juli 1964 gelegt. Am 12. Dezember 1965 wurde sie von Pfarrer Dietrich Spering eingeweiht. Gemäß der damaligen Bauphilosophie vereint sie die Funktion der traditionellen Kirche mit der eines Dorfgemeinschaftshauses.

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