Glückwünsche zum 200. Geburtstag von Captain Weber

Glückwünsche zum 200. Geburtstag von Captain Weber

Viele Gäste waren in den Karlsberger Hof nach Bruchhof gekommen um nachträglich einen besonderen Mann zu ehren. Der in Homburg aufgewachsene Carl David Weber war im 19. Jahrhundert nach Amerika ausgewandert und wurde dort zu einem erfolgreichen Geschäftsmann.

Gemeinhin gilt die Internat-Plattform "Wikipedia" als gute Quelle. Dass sich dort aber durchaus auch echte Unterlassungssünden finden, beweisen die Angaben zur kalifornischen Stadt Stockton. Denn: In den zahlreichen Informationen zur rund 320 000 Einwohner zählenden Stadt im San Joaquin County fehlt ein wirklich wichtiger Name - nämlich der ihres Gründers, des in Steinwenden geborenen und in Homburg aufgewachsenen Carl David Weber.

Vor diesem Hintergrund gewann die Festveranstaltung des Deutsch-Amerikanischen Freundeskreises am Freitag zum 200. Geburtstag Webers zusätzliches Gewicht. Und für diese Gewichtszunahme sorgte in einem fundierten Festbeitrag der Kaiserslauterer Historiker Roland Paul. Im Karlsberger Hof in Bruchhof zeichnete Paul vor zahlreichen Gästen - darunter auch Landrat Clemens Lindemann, Dekan Fritz Höhn, Sibylle Weber von der Stiftung Karlsberger Hof als Hausherrin und Charles Maria Webers Urenkel Charles Weber IV - ein strichfeines Gemälde der Lebensjahre von Carl David Weber, der unter dem Namen Charles Maria Weber als Auswanderer in Amerika sein Glück machte.

Pauls Schilderungen von "Captain Webers" Lebensweg, diesen Namen hatte sich der erfolgreiche Auswanderer als Kommandeur eines amerikanischen Regiments im mexikanisch-amerikanischen Krieg erworben, skizzierten auch ein Bild des repressiven Rhein-Bayerns in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Carl David Weber, 1814 als ältester Sohn des Steinwender Pfarrers und späteren Homburger Dekans Carl Gottfried Weber geboren, sollte eigentlich in die Fußstapfen seines Vaters treten und ebenfalls Pfarrer werden. Doch er entschied sich für eine Ausbildung beim Homburger Kaufmann Scharpff. Im Zuge der Auswanderungswelle nach 1832 - oft begründet in Armut, in der Mitte des 19. Jahrhunderts aber auch ausgelöst von Unzufriedenheit mit dem herrschenden Staatssystem - packte auch Weber 1836 die Koffer und machte sich auf den beschwerlichen Weg in die Freiheit. Der habe ihn, so Roland Paul, letztendlich nach Kalifornien gebracht, zu diesem Zeitpunkt noch ein Teil Mexikos. Dort erfüllte sich Carl David Webers Schicksal, als er unter seinem neuen Namen Charles Weber ein erfolgreicher Geschäftsmann wurde. Musikalisch begleitet von "Musica Nobis" aus Steinwenden, zeichnete Paul in der Folge das Leben Webers vom erfolgreichen Unternehmer hin zum Gründer der Stadt Stockton nach. Ein entscheidender Faktor in der Weber'schen Erfolgsgeschichte: Der kalifornische Goldrausch, der 1848 begann. Weber war als Goldgräber und Händler auf den Grabungsfeldern erfolgreich, wurde später mit Weitblick Siedlungsgründer: Er formte aus einer kleinen Siedlung im San Joaquin-Tal die neue Stadt Stockton. Dies und vieles mehr hatte Roland Paul zu berichten - sehr zur Freude von Webers Urenkel, dem vierten Charles Weber in der Familiengeschichte und Ehrengast der Veranstaltung. "Ich möchte mich für alles hier bedanken!"