Genuss im Herz der Stadt

Neunkirchen. Eben schnippelte Sternekoch Alexander Kunz noch Bauchlappen diverser Doraden weg, brach Artischockenstiele (nicht -herzen) und rätselte nebenher über den Sinn teurer Modesalze. Kennen wir, dachte sich da mancher im Publikum. Bis Kunz den großzügig mit Olivenöl benetzten Fisch ins Backpapier verfrachtete. Zum "schön dicht" Verschließen benutzte die St

Neunkirchen. Eben schnippelte Sternekoch Alexander Kunz noch Bauchlappen diverser Doraden weg, brach Artischockenstiele (nicht -herzen) und rätselte nebenher über den Sinn teurer Modesalze. Kennen wir, dachte sich da mancher im Publikum. Bis Kunz den großzügig mit Olivenöl benetzten Fisch ins Backpapier verfrachtete. Zum "schön dicht" Verschließen benutzte die St. Wendeler Koryphäe stinknormale Büroklammern. "Da mussten wir auch erst mal drauf kommen", so Kunz.Neben dem einen oder anderen guten Tropfen waren es solche praktischen Tipps, die die Gäste der ersten Neunkircher "Wein-Lounge" gern mit nach Hause nahmen. So auch Christa Tröß. Die von Hermann Wögerbauer live zubereiteten Mohnködel haben ihr sehr gemundet, erzählte die Fürtherin am späten Samstagnachmittag in trauter Runde. "Wir sitzen seit zwölf Uhr hier", verriet Dieter Höfling aus Heiligenwald. "Das ist so üblich. Wenn man in Neunkirchen irgendwo hin geht, bleibt man auch." Einmal mehr, wenn's gefällt. "Das ist ein ganz tolles Event. Nur schade, dass es nicht noch mehr frequentiert wird", erklärte Udo Tröß. "Hoffentlich gibt's das noch mal." Von drei Euro Eintritt gelesen hatte Christine Höfling: "Das hielt vielleicht ein paar Leute ab.""Das Ambiente ist sehr ansprechend - ein schöner Rahmen, um Wein zu trinken", lobten Uschi und Anton Grenner aus der Gemeinde Illingen. Einziger Kritikpunkt: die auf die Bühne weit ab vom Schuss verbannte Kochshow: "Davon sieht man hier gar nichts." Sonntagnachmittag waren dann alle zufrieden. Das Konzept - drei Tage Wein und lecker Essen in stilvoller Atmosphäre, gewürzt mit Live-Musik und Showkochen - hätte kaum besser auf gehen können. "Alle sagen, das müsst ihr wiederholen", freute sich Citymanagerin Carolin Eckle. Freitagabend war das Zelt mit 650 Gästen restlos gefüllt. Beim trotz Fernseh-Konkurrenz gut besuchten Konzert der "3 Motions" am Samstagabend wurde sogar getanzt. Eintritt kosteten im Übrigen nur die Abendveranstaltungen. Tagsüber war der Eintritt frei.Eckles Fazit: "Die Erwartungen der Partner und Sponsoren hinsichtlich der Resonanz wurden sogar übertroffen." Wie die von Vendis-Inhaber Jean Matuchno: "Ich habe Weinproben in der ganzen Welt erlebt. So viel Stil und Flair wie hier sieht man sehr, sehr selten." Gut an kamen nicht zuletzt die mit weißen Sofas und Sesseln ausgestatteten Lümmel-(Lounge)-Bereiche inklusive Flachbildschirmen. "Auch kulinarisch war diese Premiere top besetzt", fand nicht nur Matuchno. Es muss eine Fortsetzung geben, das schreit nach mehr.Jörg Welter vom Verkehrsverein

Auf einen BlickIm Zelt präsentierten sich die Weinhandlung Jacopini, C+C Boxberg und Vendis mit jeweils drei Winzern aus Italien, Deutschland und Frankreich. Verköstigt wurden die Gäste von Teams der Hostellerie Bacher-Wögerbauer, Villa Medici sowie Petit Chateau. nig