Gemeinsam gegen die Isolation

Neunkirchen. Raum schaffen für mehr Gemeinschaft, für mehr Wohlfühlen, für weniger Alleinsein. Genau das hat die gemeinnützige Heimbetriebsgesellschaft des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) Neunkirchen, Abteilung Psychiatrie, gemacht

Neunkirchen. Raum schaffen für mehr Gemeinschaft, für mehr Wohlfühlen, für weniger Alleinsein. Genau das hat die gemeinnützige Heimbetriebsgesellschaft des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) Neunkirchen, Abteilung Psychiatrie, gemacht. Um vom ambulanten Betreuungsdienst versorgten Menschen mit psychischen Erkrankungen und im Wohnheim untergebrachten, stationären Patienten eine zusätzliche Begegnungsmöglichkeit zu schaffen, wurde eine großräumige und helle Wohnung gegenüber des Haupthauses in der Bachstraße 1 angemietet. In der Bachstraße 4 ist vor vier Wochen ein neuer Raum für ein ASB-Café entstanden, mit dem passenden Namen "Gegenüber", mit Ergo- und Beschäftigungstherapieräumen, Ruheraum, sowie zwei kostenlosen Internetanschlüssen. Die Idee dieses Angebots ist für Einrichtungsleiter Peter Glöckler eine Herzensangelegenheit: "Die Gefahr bei einer psychischen Erkrankung ist die Isolation und die Vereinsamung, vor allem bei den Menschen die in einer eigenen Wohnung ambulant versorgt werden. Hier haben die Klienten eine Anlaufstelle gefunden, wo sie sich treffen und austauschen können." Zuvor sind die ambulant versorgten Patienten für spezielle Angebote ins Wohnheim gekommen, waren unter den Bewohnern aber eher nur "geduldet". Im neuen Café bei duftendem Cappucino und frischgebackenem Kuchen, die obendrein auch noch kostengünstig sind, haben sie einen neutralen Raum gefunden, in dem alle willkommen sind und sich sichtlich wohlfühlen. So auch Sabrina Schick. Die 28-Jährige wohnt in einer eigenen Wohnung in Wiebelskirchen und wird seit zwei Jahren vom ambulanten Betreuungsdienst des ASB betreut. Regelmäßig kommt sie zu Fuß ins "Gegenüber". "Hier ist es eigentlich wie zuhause. Wir fühlen uns hier wohl und können hier sein, wie wir sind", so Sabrina Schick mit einem zufriedenen Lächeln auf den Lippen. Auch Wolfgang Maar wohnt alleine, nimmt zwei Mal die Woche Angebote des ASB wie Kreatives Gestalten oder Karaoke-Singen in Anspruch. Gerne ist er im Café zu Besuch. "Es ist eine gute Alternative zur öffentlichen Gastronomie, wo man auch viel mehr ausgeben muss. Außerdem ist die Atmosphäre hier viel schöner", so der 35-Jährige. Mit dem Café sind auch zwei zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen worden. Finanziert wird diese Angebotserweiterung durch laufende Mittel des ASB. "Es ist eine qualitative Verbesserung unserer Arbeit. Man kann nach vier Wochen schon sagen, dass die Menschen das Angebot sehr gut annehmen und es für sie eine Verbesserung der Lebensqualität bedeutet", so Peter Glöckler. Außerdem betont er, dass dieser verbindende Treffpunkt für ambulante und stationäre Patienten im Saarland einzigartig ist. Da sich die saarländische Psychiatrielandschaft durch den Abbau der stationären Plätze und die Erweiterung der ambulanten Pflege verändert habe, müsse man auch den ambulanten Patienten einen Raum schaffen.Derzeit betreut der ASB in seinem Wohnheim in der Bachstraße 1 in Neunkirchen 28 Bewohner. Dazu kommen 40 Patienten, die durch den ambulanten Betreuungsdienst Unterstützung und Hilfe finden. "Wir fühlen uns hier wohl und können hier sein, wie wir sind."Sabrina Schick

Auf einen BlickDas ASB-Café "Gegenüber" in der Bachstraße 4 bietet den ambulanten und stationären Klienten mit psychischen Erkrankungen einen Treffpunkt. Die offizielle Eröffnungsfeier des Cafés mit der saarländischen Ministerin für Soziales, Annegret Kramp-Karrenbauer, findet am Donnerstag, 14.Oktober, um 11 Uhr statt. Im Anschluss beginnt das jährliche Herbstfest in den Räumlichkeiten des ASB-Cafés. Die aktuellen Öffnungszeiten des Cafés "Gegenüber" sind von montags bis freitags von 9 bis 16.30 Uhr. red