Gemeinde Nohfelden setzt nur Ziegen zur Pflege ein

Kostenpflichtiger Inhalt: Gemeinderat Nohfelden : Lebendige Rasenmäher sollen die Burg retten

Für die Bauhof-Mitarbeiter war die Arbeit im Gelände oft beschwerlich. Jetzt grasen dort Ziegen und fressen Gras und Wurzeln einfach weg.

Bei unorthodoxen, völlig neuen Ideen neige man dazu, Probleme zu sehen, gesteht Nohfeldens Bürgermeister Andreas Veit (CDU). Als ein Mitarbeiter der Verwaltung mit einem nicht ganz alltäglichen Vorschlag zu ihm kam, sei er aber alles andere als skeptisch gewesen. „Das hörte sich einfach logisch an“, sagt Veit. Und meint damit die Idee, Bergziegen um die Nohfelder Burg grasen zu lassen.

Denn um die Burg wachse nicht nur Gras, auch Wurzeln breiteten sich aus, die das Mauerwerk beschädigen könnten, erklärt Veit. Für die Bauhof-Mitarbeiter sei es oft beschwerlich, dort zu mähen – wenn es überhaupt möglich ist. Also regte ein Mitarbeiter an, dort Ziegen die Arbeit des Bauhofs erledigen zu lassen. Dieser Mitarbeiter heißt René Maas und arbeitet beim Bauamt. Er habe, so erzählt er im Gespräch mit der Saarbrücker Zeitung, in einem Fernsehbeitrag vor geraumer Zeit von „Mietziegen als lebendige Rasenmäher“ gehört. Und als er die Nohfelder Mitarbeiter in den steilen Hängen sah, kam ihm die Idee, das auch einmal in seiner Gemeinde auszuprobieren. Zunächst machte er sich beim Landesdenkmalamt schlau, ob das überhaupt zulässig sei. Dann suchte er das Gespräch mit seinem Chef. „Er hielt es direkt für eine gute Idee“, bestätigt Maas.

Drei Ziegen wohnen auf dem Burggelände in Nohfelden. Foto: B&K/Bonenberger/

Aber woher sollen die Ziegen kommen? Maas kontaktierte zunächst die Heimatfreunde, die die Tiere an der Nahequelle in Selbach betreuen. „Aber sie hatten keine Kapazitäten“, so Maas weiter. Also führte ihn der nächste Schritt zum Naturwildpark in Freisen. Dessen Chef Matthias Broßzeit schaute sich zunächst die Bedingungen vor Ort an. Dann sagte er zu: Drei Ziegen sind bereits in Nohfelden, fünf weitere sollen kommen. „Sie bekommen bei uns quasi freie Kost und Logis“, so Veit.

Ein entsprechender Zaun und eine Unterstellmöglichkeit sind bereits gebaut, eine Tränke und ein Leckstein stehen für die Tiere bereit. Die Besucher der Burg weist ein Schild auf die tierischen Bewohner hin. Denn sie kommen quasi direkt in Kontakt miteinander. „Damit haben wir jetzt auch einen Streichelzoo“, so Veit weiter. Die Reaktionen bisher seien durchweg positiv, merkt Maas an. Veit bestätigt: „Das natürliche Mähen kommt gut an und ist ein willkommener Ersatz für die Motorsense.“ Und immer mehr Besucher kämen derzeit zur Burg, sagt Maas. Ob dies mit den Ziegen zusammenhänge, sei schwer zu sagen: „Es gibt noch keine Rückmeldungen.“

Jedenfalls funktioniere das System derzeit. Die Ziegen fressen das Gras und auch so manches Wurzelwerk, das die Burg zu zerstören drohte: „Das Mauerwerk war Strapazen ausgesetzt“, erklärt Maas. Gerade zur Bundesstraße 41 hin hätte das auch zur Gefahr werden können. Mit der tierischen Unterstützung könne also der Bestand der Burg gerettet werden. Und auch die Tiere scheinen sich wohlzufühlen. Sie grasen fleißig und klettern auf dem Gemäuer herum. Maas selbst schaut jeden Morgen, ob es den Vierbeinern gut geht. Und die Bauhof-Mitarbeiter dürften sich freuen, dass jetzt statt ihrer Ziegen in den steilen Hängen herumkraxeln.

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