Geheimnisse unterm Kuppeldach

Neunkirchen. Wenn es denn mal sein muss, dann bleibt Zoodirektor Norbert Fritsch auch mal 24 Stunden am Tag an der Stätte seines Wirkens und nächtigt im Gästezimmer in der Zooschule. Und wenn es jemals eine Zeit gab, zu der der promovierte Zoologe fast rund um die Uhr gefragt war, dann jetzt. Denn die Weltpremiere naht mit Riesenschritten

Zoochef Norbert Fritsch auf der Zeltkuppel. Foto: SZ/Girg.

Neunkirchen. Wenn es denn mal sein muss, dann bleibt Zoodirektor Norbert Fritsch auch mal 24 Stunden am Tag an der Stätte seines Wirkens und nächtigt im Gästezimmer in der Zooschule. Und wenn es jemals eine Zeit gab, zu der der promovierte Zoologe fast rund um die Uhr gefragt war, dann jetzt. Denn die Weltpremiere naht mit Riesenschritten. Ab Freitag ist im Tragluftzelt hinterm Wirtschaftshof die Von-Hagens-Ausstellung "Körperwelten der Tiere" zu sehen. Und Norbert Fritsch ist vermutlich der gefragteste Mann der Stadt. Jeder will wissen, was da gerade in seinem Zoo geschieht. Dort, wo vor einiger Zeit noch Wald war, in Sichtnähe des Wellesweiler Schützenhauses steht sie seit Freitag unübersehbar, die große Kugel der Traglufthalle (wir berichteten). Insgesamt 15 Leute aus der Heidelberger Plastinatoren-Gruppe sind hinter der Wand zu Gange. Abgeschirmt gegen neugierige Besucher und Fotografen. Die beiden Drehtüren, einmal Eingang aus Richtung Bärengehege und zum anderen aus Richtung Lamas, sind schwarz beklebt. Nur dort, vor dem Eingang für die Zulieferer, gelingt ein klitzekleiner Blick in einen Vorraum, der eine Kiste beherbergt, in der aber offensichtlich nichts als Baumaterialien sind. Alle wirklich interessanten Teile werden unter der hohen Kuppel bedeckt gehalten. Nur zum Gespräch kommt der Projektleiter Thomas Girg dann mal nach draußen - oder um mit dem Zoodirektor gemeinsam die zehneinhalb Meter hohe Kuppel zu besteigen. Mit insgesamt 20 Lastwagen wird von Hagens "Körperwelten der Tiere" angekarrt. Die meisten von ihnen waren bis gestern Mittag schon da - 13 brauchte man allein für das Zelt -, haben Teile des Geländes etwas umgepflügt. Da wird jetzt kräftig geglättet und verschönt. Einzig Kleintiere fehlten gestern noch. Auf 230 Tonnen Beton hat die rund 740 Quadratmeter große Ausstellungfläche ihren Platz gefunden. Schließlich muss sie einiges an Gewicht aushalten. Die gute Samba - zu ihren Neunkircher Zeiten eine Dickhäuterin mit 3,2 Tonnen Lebendgewicht - kommt nun dank Silikon und Aceton auf stattliche acht Tonnen. Die wurden während des Transportes verteilt auf 25 Spezial-Transport-Kisten. Spezialisten werden laut Girg rund acht Stunden brauchen, um die Elefantendame zu ihrer vollen Größe aufzubauen. Knifflig auch der Aufbau der Giraffe, die hier gezeigt werden wird. Doch Girg ist ganz optimistisch: "Bis Mittwochabend ist sicher alles fertig." Profis eben, wie Fritsch nicht müde wird zu bewundern. Während die Profis den Inhalt der vier 40-Tonner-Lastwagen, die die Ausstellungstiere brachten, aufbauen, verteilen und arrangieren, sind im Umfeld der Halle die Zoo- und Stadtmitarbeiter dabei, für Ordnung zu sorgen. Der zermatschte Zugang zu den neu angelegten Wegen erhält trittsicheren Split. Und mittig des Weges zwischen Bärengehege und Plastinationszelt wird gerade eine Tafel angebracht. Auf ihr werden die Ausstellungsbesucher sehen können, wie sich das Gelände hier einmal für die Raubtiere präsentiert. Für das neue Raubtiergehege sind die Einnahmen der "Körperwelten"-Ausstellung bestimmt. Zu sehen ist die Ausstellung ab Freitag bis einschließlich 2. Mai, täglich von 8.30 bis 18 Uhr. Karten gibt es als Kombiticket an der Zookasse.

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