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Gebührenschraube soll gebremst werden

Gebührenschraube soll gebremst werden

Um Vorschläge zur Schließung der Deckungslücke im Gebührenhaushalt ging es in der jüngsten Gemeinderatssitzung in Nohfelden. Ein Flächenmanagement auf Friedhöfen wurde diskutiert.

Nicht genutzte Flächen entwidmen und aus den Friedhöfen ausgliedern: Das ist der Vorschlag der CDU-Fraktion im Nohfelder Gemeinderat. Sie will damit weitere Gebührenerhöhungen vermeiden. Dazu CDU-Sprecher Michael Dietz: "Weder eine Senkung der Unterhaltungskosten der zwölf Einsegnungshallen noch die jetzt vorgesehene Gebührenerhöhung können nachhaltig zur Schließung der Deckungslücke im Gebührenhaushalt beitragen." Ursache der Deckungslücke seien vielmehr die Kosten für die Bewirtschaftung durch den Bauhof. Diese machen mit, so Dietz, etwa 210 000 Euro und damit mehr als zwei Drittel der Gesamtkosten des Friedhofswesens aus. Ein weiteres Problem seien die Urnen-Bestattungen: 2014 machten diese bereits 36 Prozent aus, 18 weitere Prozent entfielen auf Urnenerdbestattungen.

Die Flächenreduzierung stellt sich Dietz so vor: Die Flächen sollen optisch durch Grünmaßnahmen aus dem Friedhofgelände ausgegliedert werden und keiner weiteren Pflege bedürfen. Teilweise - wo Friedhöfe an Waldflächen grenzen - könnten auch Bäume angepflanzt werden. "Zur dauerhaften Wahrung der Totenruhe sollen die stillgelegten Flächen natürlich weiterhin eingefriedet bleiben", sagt Dietz. Flächen, die noch nie für Bestattungen in Anspruch genommen worden sind, könnten kurzfristig aus dem Gelände ausgegliedert werden, sofern sie sich in Randlage bewegen.

Durch eine Flächenreduzierung um 33 Prozent und damit einhergehende Senkung der Bewirtschaftungskosten sollen somit deutlich mehr als 50 000 Euro eingespart werden, rechnet Dietz vor.

Die Zahlen zweifelt SPD-Sprecher Eckhard Heylmann zwar an, er sei aber "grundsätzlich offen für alles, was Einsparungen mit sich bringt". So habe er auch nichts dagegen, dass die Gemeinde prüfe, welche Flächen stillgelegt werden könnten, er bittet nur darum, die Ortsräte einzubinden. Er stellt sich auch die Frage, was mit den ausgegrenzten Flächen passiert. "Sie bleiben weiterhin Eigentum der Gemeinde und müssen gepflegt werden." Dennoch: Er sieht in dem CDU-Vorstoß einen "Schritt in die richtige Richtung".

Jörg Vogt, ebenfalls von der SPD , geht dieser Schritt aber noch nicht weit genug: "Nur Flächenmanagement zu betreiben, das ist zu kurz gedacht." Er fragt sich beispielsweise, ob noch alle Friedhofshallen notwendig sind. Am Beispiel Nohfelden erläutert er: Im vergangenen Jahr habe es 16 Beerdigungen gegeben, davon waren drei keine Urnenbestattung. Bei Urnenbestattung wird die Friedhofshalle nicht genutzt. Auch Thomas Fries von der UBNN tendiert in diese Richtung: "Das kann nur ein erster Schritt sein, die Kosten für die Hallen, die saniert werden müssen, kommen erst noch."

Diesen ersten Schritt will der Gemeinderat aber gehen. Er stimmte dem CDU-Antrag zu - die Friedhofsflächen werden in naher Zukunft überprüft.