Für friedliches Zusammenleben an Europas Schulen

Für friedliches Zusammenleben an Europas Schulen

Die Edith-Stein-Schule in Friedrichsthal nimmt am EU-Projekt „Peacemaker“ teil. Dabei sollen Schulen aus vier Ländern Ideen entwickeln, wie friedliches Zusammenleben an Schulen funktionieren kann.

Durchaus mit Stolz berichten Nicole Abdeli, Lehrerin für Englisch und Sozialkunde an der Edith-Stein-Schule in Friedrichsthal und verantwortlich für "Peacemaker", Werner Hillen, ehemaliger Schulleiter, und seine Nachfolgerin Monika Jung-Ries der SZ über ihre ersten Erfahrungen bei der Arbeit an dem auf zwei Jahre angelegten Projekt "Peacemaker" (engl. für Friedensstifter). Gemeinsam mit je einer Schule in den Niederlanden, Frankreich und Spanien sollen Richtlinien zur Streitkultur im Schulalltag festgeschrieben werden. Wobei der Begriff "geschrieben" den modernen Lernmitteln nur teilweise gerecht wird. Denn wie Abdeli erklärt, sollen die Projektergebnisse in einem Handbuch und auf einer DVD hinterlegt werden. Streit und Lösung sollen zum Beispiel in einem Rollenspiel zu sehen sein. Zur Projektarbeit gehört auch ein Logo, von dem je ein Viertel in den beteiligten Schulen angefertigt wird. Zum Abschluss soll das Logo, das von Julia Harz, Kunst- und Musiklehrerin an der Edith-Stein-Schule, entwickelt wurde, zusammengefügt werden - als Symbol für die europaweite Zusammenarbeit.

Dass die Verantwortlichen in Friedrichsthal sich so sehr für "Peacemaker" ins Zeug gelegt haben, ist kein Zufall: Das Motto der Edith-Stein-Schule lautet doch: "Leben ohne Gewalt, in Frieden und Freiheit". Werner Hillen ergänzt gegenüber der SZ: "Europa entsteht durch Begegnung." Und eine erste Begegnung hatte die "Koordinierungsgruppe" von Lehrkräften bereits im niederländischen Delft.

Von dort brachten Abdeli und Hillen auch eine Idee mit, die in Friedrichsthal umgesetzt werden könnte, falls die Schulkonferenz grünes Licht gebe. Dann würden an der Gemeinschaftsschule bald eigene "Handy-Zonen" eingerichtet, innerhalb derer das Telefonieren zu bestimmten Zeiten gestattet wäre. Eine interessante Anregung, wie auch Monika Jung-Ries findet. Und problemlos umsetzbar, weil mit minimalem finanziellem Aufwand.

Das Projekt selbst kostet natürlich schon etwas - nur nicht die teilnehmenden Schüler und Lehrer. Deren Kosten für Reisen, Kost und Logis in Gastfamilien, Eintrittsgeld und Sonstiges werden aus dem EU-Topf bestritten. Der ist zwar mit rund 17 000 Euro relativ bescheiden, kann aber auf 20 000 Euro aufgestockt werden, wie Abdeli weiß. Sie ist zuversichtlich, dass die Friedrichsthaler Schule die Voraussetzungen dafür erfüllt. Das nächste Treffen Anfang April in Valladolid (Zentralspanien) dauert von Donnerstag bis Sonntag. Neben der Projektarbeit sei dann auch Zeit, Kontakte zu den Teilnehmern aus den anderen Ländern aufzubauen - das allerdings nicht in der Muttersprache der jeweiligen Gastgeber, sondern in der Projektsprache Englisch.