Für ein respektvolles Miteinander

Für ein respektvolles Miteinander

Mit ihrem ersten Projekttag „Courage und Toleranz“ hat sich die Gemeinschaftsschule Nohfelden-Türkismühle an den internationalen Wochen gegen Rassismus beteiligt.

Als "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" legt die Schule einen Schwerpunkt ihrer pädagogischen Arbeit auf die Vermittlung eines sozialen, toleranten, hilfsbereiten und respektvollen Umgangs miteinander. Gefestigte soziale Kompetenzen sowie demokratisches Denken und Handeln sollen den Schülern dabei vermittelt werden. An ihrem ersten Projekttag Courage und Toleranz haben sich alle Klassen von fünf bis zwölf engagiert. Ein Schwerpunkt lag auf Projekten, die Begegnungen und Kennenlernen ermöglichen und Vorurteile vermeiden und abbauen sollen. Beispielsweise veranstalteten zwei Klassen der Klassenstufe zwölf ein Kennenlernvormittag mit 20 Schülern aus Afghanistan und Syrien. Die Kinder konnten von ihrer Heimat erzählen, es wurde gemeinsam gekocht, gegessen und gespielt. Die Klasse 6a besuchte die Stiftung Hospital St. Wendel und verbrachte einen gemeinsamen Spielevormittag mit den älteren Heimbewohnern. Die Klassen 5a und 6b besuchten die Synagogengemeinde Saarbrücken, die Klassen 7a und 7b die muslimische Gemeinde in Völklingen-Wehrden und die Klassen 10b und 10d das Buddhistische Zentrum in Saarbrücken. Ein weiterer Schwerpunkt an diesem Tag lag auf der Beschäftigung mit dem dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte, mit der Zeit des Nationalsozialismus. Die Klassen 10c, 10e, 12b und 12c beschäftigten sich über einen Vortrag vom Marpinger Verein "Wider das Vergessen und gegen Rassismus" mit dem so genannten "Ghetto rentengesetz", bei dem es um Rentenzahlungen an ehemalige Zwangsarbeiter in den Ghettos der Nazis geht. Die 9c und 9d besichtigten das ehemalige Konzentrationslager Natzweiler-Struthoff im Elsass. Alle anderen 9er Klassen werden in den nächsten Tagen ebenfalls dorthin fahren. Die Klassen 8b und 8c nahmen an einem Workshop des Adolf Bender Zentrums St. Wendel zur aktuellen rechten Szene in Deutschland teil. Hier ging es hauptsächlich darum, die Jugendlichen vor rechtem Gedankengut zu warnen und dafür zu sensibilisieren, nicht in die Fänge dieser Gruppen zu geraten. Ein Höhepunkt des Tages war die Zeitzeugenbegegnung, an der die 9a, 9d und 9e teilnehmen konnten. Dank des Adolf Bender Zentrums konnten gleich zwei Zeitzeugen, Helmut Becker und Doris Deutsch, ihre Erfahrungen in der Nazi-Zeit schildern. Die Stolperstein AG der Schule befragte Zeitzeugen in Bosen. Zwei ältere Damen berichteten über ihre Erlebnisse in der Nazizeit und über das Leben mit ihren ehemaligen jüdischen Nachbarn. Die 11a und die 11b führten mit dem Europe Direct Saarbrücken ein Planspiel zum Thema "Asyl und Migration" in Europa durch. Die Klassen 8a und 8d nahmen an dem Workshop "Alles nur Bilder im Kopf" des Netzwerks für Demokratie und Courage Saarbrücken teil, bei dem es um Diskriminierung, Rassismus und couragiertes Handeln geht. Es gab je eine Kirchenrallye der 6d in St. Wendel und der 5e in der katholischen Kirche in Türkismühle sowie einige Klassen- und Internetprojekte zum Thema "Toleranz". Außerdem initiierten Schüler der Klasse zwölf zwei Sammelaktionen für den guten Zweck. Bei der "Caritas-Sammelbox" werden gebrauchte Handys und leere Druckerpatronen gesammelt. Aus dem Verkaufserlös werden soziale Projekte der Caritas unterstützt. Bei der Sammelaktion "Deckel-gegen-Polio" geht es um die Sammlung von Kunststoffdeckeln aus hochwertigen Kunststoffen (HDPE und PP). Mit dem anschließenden Verkaufserlös unterstützen die Schüler das Programm "End Polio Now", mit dem weltweiten Vorhaben, "dass kein Kind mehr an Kinderlähmung erkranken soll." Beide Sammelaktionen gehen bis zu den Sommerferien.

Zum Thema:

Zeichen setzen gegen Rassismus Die Gemeinschaftsschule Nohfelden-Türkismühle wird ihren Projekttag Courage und Toleranz künftig jedes Jahr rund um den 21. März im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus ansetzen und damit nach Angaben der Schule ein Zeichen für Toleranz und Offenheit in unserer Gesellschaft setzen.

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