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Für den Ernstfall voll ausgestattet

Für den Ernstfall voll ausgestattet

170 000 Euro hat er gekostet, der neue Schlauchwagen des Löschbezirkes Nohfelden. Finanziert hat ihn der Bund aus Mitteln des Katastrophenschutzes. In einer Feierstunde wurde das neue Einsatzfahrzeug in Dienst gestellt.

Nebelunfälle auf Autobahnen mit einem Massenanfall von Verletzten, schwere Flugzeug- und Zugunglücke, Erdbeben, flächendeckende Hochwasser, umfassende Waldbrände oder ein Unfall in einem Atomkraftwerk ... fast täglich werden wir in den Medien mit derartigen Horrormeldungen, die über die Schadensfälle des täglichen Lebens hinausgehen, konfrontiert. Gefahrenabwehrmaßnahmen erfordern hier ein Höchstmaß an planerischen Vorbereitungen sowie Koordination und Kooperation beim Einsatz von Hilfskräften und -mitteln. Dies ist Aufgabe des Katastrophenschutzes.

Der Katastrophenschutz im Saarland ist Aufgabe des Landes, der Landkreise, der kreisfreien Städte und im Regionalverband Saarbrücken der Landeshauptstadt Saarbrücken. In der Bundesrepublik Deutschland nehmen die im Katastrophenschutz mitwirkenden Einheiten und Einrichtungen darüber hinaus auch die Aufgaben zum Schutz der Bevölkerung vor den besonderen Gefahren und Schäden, die im Verteidigungsfall drohen, wahr.

Zu diesem Zweck ergänzt der Bund die Ausstattung des Katastrophenschutzes der Länder in den Aufgabenbereichen Brandschutz , ABC-Schutz, Sanitätswesen und Betreuung.

Riesengroß war im Jahr 2012 die Freude über die Mitteilung, dass die Feuerwehr der Gemeinde Nohfelden ein solches Fahrzeug des Bundes zur Wahrnehmung der Aufgabe des Brandschutzes im Katastrophenschutz erhalten soll.

Im Dezember 2015 war es dann endlich soweit, nach dreijähriger Wartezeit konnte das Einsatzfahrzeug im Zivilschutz-Bestückungslager in Bonn-Dransdorf abgeholt werden. Der Grund für die lange Wartezeit war der Tatsache geschuldet, dass der ursprüngliche Aufbauhersteller nach der Auftragsvergabe insolvent ging und das Ausschreibungsverfahren wiederholt werden musste.

In einer Feierstunde wurde der neue Schlauchwagen jetzt durch den Vertreter des Landrates, Werner Wilhelm, offiziell übergeben und in Dienst gestellt sowie von Diakon Peter Munkes eingesegnet. Der Schlauchwagen für den Katastrophenschutz bietet Platz für drei Einsatzkräfte und basiert auf einem 14 Tonnen schweren und 250 PS starken Fahrgestell der Marke MAN mit Allradantrieb. Den Aufbau fertigte die Firma Freytag Karosseriebau in Elze. Zur Ausstattung des SW-KatS gehören unter anderem 2000 Meter B-Schlauch und eine leistungsfähige Tragkraftspritze zum Aufbau einer Wasserversorgung über lange Wegstrecken sowie Gerätschaften zur Bekämpfung von Unwetterschäden.

Der Gesamtwert beträgt 170 000 Euro. Nohfeldens Bürgermeister Andreas Veit erklärt, dass der SW-KatS im Löschbezirk Selbach stationiert wurde, da die Stützpunktwehr auf Grund ihrer Personalstärke in der Lage sei, die Sonderaufgabe im gesamten Bundesgebiet wahrnehmen zu können. Kreisbrandinspekteur Dirk Schmidt regte eine enge Zusammenarbeit mit dem Löschbezirk Namborn an. Dort ist das Löschgruppenfahrzeug des Katastrophenschutzes (kurz: LF-KatS) stationiert, welches im Katastrophenfall zusammen mit dem SW-KatS eine taktische Einheit bildet. Auch der stellvertretende Gemeindewehrführer Jochen Wilhelm sieht gemeinsame Übungen für sinnvoll an. Er freute sich zudem, dass das inzwischen 36 Jahre alte Tanklöschfahrzeug des Löschbezirks Selbach weiter erhalten bleibt. Es wird künftig wegen der immer schwieriger werdenden Sicherstellung der Tagesalarmverfügbarkeit den aktiven Feuerwehrangehörigen auf dem Baubetriebshof als Einsatzfahrzeug weiter eingesetzt.