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Freier Blick auf Sagar und Sophie

Freier Blick auf Sagar und Sophie

Kunstfelsen, Höhlen, Klettergerüste, Wasserbecken – 6000 Quadratmeter mit allem, was Braunbären, Schneeleoparden und Rothunde im Zoo begehren. Das sagt auch Zuchtbuchführerin Heike Meisch.

 Neugierig erkundet Schneeleopard Sagar sein neues Gehege.
Neugierig erkundet Schneeleopard Sagar sein neues Gehege.
Freier Blick auf Sagar und Sophie

. Es herrschte fast so etwas wie Festival-Atmosphäre gestern im Neunkircher Zoo. An bestimmte Stellen kam man nur mit dem entsprechenden Bändchen, und weiter hinten gab es Tische, Bänke und Bier vom Fass. Was fehlte war allerdings die Musik - stattdessen gab es Reden live. Und spätestens die vier Redner (trotz langsam aber stetig steigender Temperaturen im hochoffiziellen Anzug) machten es dann deutlich: Es war ein großes Ereignis für die Stadt. Vier Jahre nach Baubeginn wurde das neue Raubtiergehege, Bauabschnitt eins, offiziell übergeben. Nachdem das rund 6000 Quadratmeter große Gelände gestern nur für geladene Gäste - neue und frühere Zoomitarbeiter, Zoovereien, Aufsichtsrat, Politik und und und - zur ersten Besichtigung freigegeben war, können ab heute Morgen 8.30 Uhr alle Zoobesucher das neue Zuhause von Schneeleoparden, Bären und Rothunden besichtigen.

"Es ist viel passiert und es soll noch weitergehen", stellte Neunkirchens Oberbürgermeister Jürgen Fried das rund 1,7-Millionen-Projekt vor. "Nicht viele Kommunen im Saarland können das noch leisten". Von den exakt 1, 68 Millionen hatten Zooverein und Ministerium je 300 000 zugeschossen, den Rest hat die Stadt selbst gestemmt. "Neunkirchen und der Zoo gehören zusammen." Das brachte dem OB zustimmenden Applaus , in den auch lautstark die Paviane aus dem Nachbargehege einstimmten. Bestätigt hat dies auch Umweltminister Reinhold Jost. Der bekräftigte, wie schon bei seinem Besuch vor einigen Wochen (wir berichteten) die Bedeutung des Neunkircher Zoos für das Land. Um diese zu bestätigen, werde man den Standort stärken und die Einrichtung einer Auffangstation für Reptilien intensiv prüfen. "Ich komme immer gerne hierher und das nicht zuletzt deshalb, weil ich von Konzept, Arbeit und Motivation der Zoo-Mitarbeiter überzeugt bin." Mit launigen Worten leitete Aufsichtsratsvorsitzender und Bürgermeister Jörg Aumann über zu den tierischen Details, auf die dann der Zoodirektor einging. Namentlich stellte Norbert Fritsch die Bewohner vor.

Persönlich kennen lernen konnten sie die Besucher direkt im Anschluss. Viele Scheren zwackten das mit bunten Gebetsfahnen geschmückte obligate Band durch - und frei war der Weg für die vielen Hobby- und Profifotografen zum ersten Modell: Schneeleopard Sagar.

Der saß und schaute und zeigte schließlich seinen pelzig-puscheligen Schwanz. Noch hat er das mit Kunstfelsen und Wasserbecken naturgetreu geschmückte Gebäude ganz für sich; Eloise ist ihm noch nicht wohl gesonnen, deswegen will Fritsch die beiden nicht vor der Paarungszeit zusammenkommen lassen. Hinter dicken Scheiben konnten die Besucher dann an den sechs Panoramapunkten auch die Braunbären Sophie und Lars und die noch namenlose Rothund-Dame beobachten. Die Punkte, Felsenhöhlen nachempfunden, sind ständig mit großen Infotafeln geschmückt. Gestern standen zusätzlich Bauleiter Achim Heinz, Zootechniker Thomas Frank, Obertierpfleger Dirk Backes, Zoogärtner Florian Becker, Zootierärztin Alma Gregersen und Raubtierpfleger Mark Busch für Auskünfte bereit. Hier gab es dann Details zu erfahren: Beispielsweise, dass bis morgens um Zehn noch letzte Hand an die Elektrotechnik angelegt wurde (Thomas Frank) oder dass die Rothund-Dame aus Berlin am Dienstag vier flotte Herren aus England erwartet, die sie ganz für sich alleine hat (Dirk Backes). Derweil machte Zoo-Urgestein Lothar Schmitt Foto über Foto fürs Album, genoss Wellesweilers Ortsvorsteher Hans Kerth die Aussicht ("so eine tolle Anlage") und der Rest Häppchen - gereicht von Mitarbeitern des Wonga-Zoo-Restaurants - und kühle Getränke unter mittlerweile sengender Sonne. Festivalstimmung, irgendwie.