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Freie Waldorfschule in Walhausen zeigt Oberuferer Christgeburtsspiel

Krippenspiel : Weihnacht im altschwäbischen Dialekt

Lehrer der Freien Waldorfschule in Walhausen zeigten das Oberuferer Christgeburtsspiel.

Einer alten Waldorf-Tradition folgend, führte die Freie Waldorfschule Saar-Hunsrück in Walhausen das Oberuferer Christgeburtsspiel auf. „Im vergangenen Jahr ist leider kein Spiel zustande gekommen“, erklärte der Regisseur und Kollegiumsmitglied Matthias Valentin. „Darum freuen wir uns umso mehr, dass wir in diesem Jahr genügend Mitspieler dafür begeistern konnten.“ Denn das Ober-
uferer Christgeburtsspiel wird nicht von Schülern, sondern von den Lehrern seit gut einhundert Jahren an vielen Waldorfschulen aufgeführt.

Kumpanei nennt sich das Ensemble. Ältere Schüler helfen gelegentlich schon einmal aus. Theater von Lehrern für Schüler, das ist wohl auch der Gedanke, der dahintersteht. Das Stück kommt mit einem sehr minimalistischen Bühnenbild aus, das im Wesentlichen nur aus der Krippe und ein paar wenigen Sitzgelegenheiten besteht. Dominiert wird die Szenerie von einem natürlich geschmückten Weihnachtsbaum.

Zu Beginn erläuterte der Regisseur den Gästen das Spiel, denn es wurde während der gesamten Aufführung in einem alten schwäbischen Dialekt gesprochen. Das machte es dem unbedarften Zuschauer sicher nicht leicht, dem Geschehen zu folgen. Allerdings ist ja die Geschichte hinlänglich bekannt, und so ist es bisweilen gar nicht so wichtig, den exakten Wortlaut zu verstehen. Vielmehr lebte die Aufführung von der urtümlichen Sprache gepaart mit dem hingebungsvollen Spiel der Akteure. Die liebevoll gestalteten schlichten Kostüme und die ausdrucksstarke Mimik zogen das Publikum sogleich in ihren Bann und machten die Aufführung zu einem besonderen Erlebnis.

Als „humorvoll, bisweilen derb und außerordentlich tiefsinnig“ charakterisierte der Regisseur das Stück, das in seinem Ursprung auf Auswanderer aus dem Bodenseegebiet, die bereits im Mittelalter nach Ungarn ausgewandert sind, zurückgeht. Die Heidbauern, wie sie genannt wurden, haben dieses alte Volksgut über die Jahrhunderte bewahrt und so fand es wohl relativ unverändert seinen Weg auch zu den Waldorfschulen.

Mit den Proben für das Stück haben die Akteure bereits nach den Sommerferien begonnen. Besonders der Dialekt stellte so manchen Darsteller vor die eine oder andere Herausforderung. Das Stück wurde zweimal gespielt. Morgens für die Schüler der Schule und abends für die Öffentlichkeit. „Wir wünschen uns, dass auch viele Walhauser Bürger zu unserer Aufführung kommen“, hoffte Matthias Valentin noch kurz vor Beginn des Spiels. Allerdings waren die meisten der Gäste wohl Eltern und Schüler sowie die Familien und Freunde des Kollegiums. Aus dem Ort waren nur wenige gekommen.