Flinke Finger und wache Augen

Neunkirchen. "Willkommen im Dschungel" - so lautet das Thema des Casinos in Neunkirchen (Fernstraße) und das wurde auch im Design im Innern des Hauses umgesetzt. Ein gelb-grüner Fußboden und Gemälde von wilden Tigern an den Wänden erinnern hier an die grüne Wildnis. Doch statt Beute zu jagen, können sich die Besucher hier daran machen, die einzelnen Jackpots zu knacken

Neunkirchen. "Willkommen im Dschungel" - so lautet das Thema des Casinos in Neunkirchen (Fernstraße) und das wurde auch im Design im Innern des Hauses umgesetzt. Ein gelb-grüner Fußboden und Gemälde von wilden Tigern an den Wänden erinnern hier an die grüne Wildnis. Doch statt Beute zu jagen, können sich die Besucher hier daran machen, die einzelnen Jackpots zu knacken. Im Automatensalon warten zirka 130 Automaten darauf, ausprobiert zu werden. Hier gibt es Spiele mit spannenden Namen wie "Time Machine", "Dirty Harry" oder "Bank Buster". Die Besucher, die sich an diesem Abend bisher in dem Saal eingefunden haben, sind bunt gemischt: Männer und Frauen, junge und ältere Generation. Sie tragen Stoffhose oder Jeans, T-Shirt oder schickes Hemd. "Einen Dresscode gibt es nicht mehr", erklärt Saalchef Thomas Kliebenstein. Dies gilt zumindest für die Gäste. Denn das Personal trägt schicke Uniformen, die Männer mit Fliege. Neben den typischen Automaten gibt es in dem großen Saal auch eine automatische Roulettemaschine. Während früher die Kugel mit den Worten "Nichts geht mehr" von einem Croupier in den Roulettkessel geworfen wurde, geschieht hier alles automatisch, und die typischen Ansagen gibt eine Stimme vom Band. Ein aufgeregtes Stimmengewirr klingt von einem etwas kleineren Saal herüber. An verschiedenen klassischen Pokertischen ruhen die Augen der Spieler angestrengt auf den Karten in ihrer Hand. Hier ist gerade ein Pokerturnier im Gange. Anfangs sind 52 Spieler angetreten, jetzt sind es noch 28. "Es wird ein Freeze-Out-Turnier gespielt", erklärt Kliebenstein. Dies sei ein gutes Einsteigerturnier, bei dem auch diejenigen mitspielen könnten, die noch nicht so erfahren im Poker seien. "Glück und Spielgeschick entscheidet". Damit das Turnier ordnungsgemäß ablaufen kann, sind hier an jedem Tisch Croupiers im Einsatz. Außerdem wacht Giuseppe Lauretta als so genannter Floorman über das Geschehen. Seit acht Jahren ist er schon als Croupier tätig. Ihm gefallen Abende wie diese, denn er mag das Live-Game. "Das ist für mich das wahre Spiel, wenn man die Jetons in der Hand hält und selbst setzen kann." "Manchmal sind Gäste dabei, die sehr hoch spielen, gewinnen und dann Trinkgeld geben", erzählt der erfahrene Croupier. Für ihn sei das Trinkgeld vor allem ein Zeichen dafür, dass dem Gast der Service gefallen habe. Aber im Alltag des Casinos gibt es nicht nur freudige Momente, sondern auch Gäste, die immer weiter spielen, obwohl sie ständig verlieren. Aus Spiellust kann schnell eine Sucht werden. Saalchef Kliebenstein ist deshalb auch Suchtbeauftragter. Er führt Gespräche mit Betroffenen und deren Verwandten und versucht, zu helfen. Außerdem gibt es im Casino einen gewissen Schutzmechanismus, der schon beim Betreten einsetzt. Das Personal kontrolliert die Ausweise der Gäste (Spielen ist erst ab 18 Jahren erlaubt) und legt eine Datei an. Auf diese Weise kann sich der Spielsüchtige ganz einfach sperren lassen. Diese Sperrung wird dann in der Datei vermerkt. "Am besten den Spieleinsatz im Vorfeld begrenzen - als Kontrollfunktion."

AUF EINEN BLICK In dem Neunkircher Casino erwartet den Besucher neben dem großen Automatensaal und dem speziellen Raum für Poker auch ein abwechslungsreiches gastronomisches Angebot von typischen saarländischen Speisen über Thailändisch bis hin zur Cocktailbar mit Raucherlounge. Außerdem gibt es eine Bühne für Auftritte verschiedener Livebands. evy