Fitmachen für den Ferienpark

St. Wendel. Wer Urlaub plant und Tirol hört, der denkt an Berge, an Seen und wandern. Ähnlich soll dies in einigen Jahren sein, wenn Reisewillige die Worte "Sankt Wendeler Land" hören

St. Wendel. Wer Urlaub plant und Tirol hört, der denkt an Berge, an Seen und wandern. Ähnlich soll dies in einigen Jahren sein, wenn Reisewillige die Worte "Sankt Wendeler Land" hören. Da tauchen in den Köpfen Bilder auf vom Wandern und Radfahren auf, von Wiesen und Wald, einer herrlichen Mittelgebirgslandschaft, von im Wasser tobenden Menschen im Bostalsee, von feinem Essen und hochkarätigen Sportveranstaltungen. "Sankt Wendeler Land", das soll eine touristische Marke werden.Deshalb hat der Landkreis die Tourismusinitiative St. Wendeler Land ins Leben gerufen. In den vergangenen Wochen haben sich Politiker, Tourismusfachleute, Gastronomen und engagierte Bürger Gedanken darüber gemacht, wohin sich der Tourismus in der Region entwickeln soll (wir berichteten). Sieben Arbeitsgruppen haben sich mit unterschiedlichen Fragen beschäftigt. Moderiert und begleitet hat dies das Unternehmen Projekt M unter der Leitung von Professor Edgar Kreilkamp. Die Ergebnisse der Projektarbeit haben Kreilkamp und sein Team in einem über 40 Seiten umfassenden Bericht zusammengefasst, der eine Reihe konkreter Vorschläge enthält. Dieses Konzept, die neuen Tourismusleitlinien, hat der Kreistag in der letzten Sitzung dieser Amtsperiode am Montagabend einstimmig beschlossen.Ziel ist es, das St. Wendeler Land bekannter zu machen, Besonderheiten der Region, also Alleinstellungsmerkmale herauszuarbeiten, konkrete Projekte zu erarbeiten. Und so für die Zeit nach dem Bau des Sunparks am Bostalsee gerüstet zu sein, wenn viel mehr Gäste in das St. Wendeler Land kommen. Freizeiterlebnisse am Bostalsee, Kultur und Genuss, Sport auf internationalem Niveau und Aktiv sein in der Natur, das sind die Themenwelten, mit denen die Region punkten will.Einige Vorschläge aus den Arbeitsgruppen: Bau einer Wasserwelt am Bostalsee, Bau einer Halle mit verschiedenen Sport- und Spielmöglichkeiten als Schlechtwetteralternative. Ausbau der Premiumwanderwege unter anderm mit einem Kinderpremiumwanderweg. Sunpark und touristische Angebote in der Region sollen miteinander vernetzt werden, die Kommunen wollen enger zusammenarbeiten. Der Kreistag wird die Förderrichtlinien für Tourismusinvestitionen überarbeiten.Die Lenkungsgruppe mit Vertretern des Landkreises, den Bürgermeistern und Fraktionen des Kreistages wird in den kommenden Jahren die Umsetzung der verschiedenen Projekte begleiten."Mit dem neuen Leitbild wollen wir uns fit machen für die Zeit des Ferienparkes am Bostalsee" sagte Landrat Udo Recktenwald in der Kreistagssitzung. Das Leitbild definiere eine Vielzahl von Maßnahmen. Jetzt gelte es, dieses Konzept mit Leben zu erfüllen. Das sahen auch die Sprecher der beiden Kreistagsfraktionen so. Werner Wilhelm sagte für die CDU: "Das Leitbild ist der erste Schritt. Die Umsetzung nach einer Prioritätenliste der zweite." Torsten Lang unterstrich für die SPD: "Wir haben definiert, wie wir uns die Marke St. Wendeler Land vorstellen. Die spannende Frage ist, wie die Umsetzung gelingen wird." Man müsse beobachten, ob die derzeitige Tourismusstruktur der Aufgabe gewachsen sei, oder ob man nicht doch eine gesellschaftsrechtliche Struktur brauche, in der die Gemeinden und der Kreis gemeinsam vertreten sind. Damit meinte er, dass bisher der Tourismus ein Amt innerhalb der Kreisverwaltung ist. Eine andere Möglichkeit wäre, diese Aufgabe in Form einer gemeinnützigen Gesellschaft zu organisieren, in der Landkreis und Kommunen Teilhaber sind. Meinung

Auf die Qualität kommt es an

Von SZ-RedakteurVolker Fuchs Mit dem Sunpark ändert sich vieles im St. Wendeler Land. 150 000 Gäste werden zusätzlich in jedem Jahr erwartet, die nicht nur im Park bleiben werden. Das bringt einen Schub für den Tourismus. Aber auch ohne den Park macht es Sinn, darüber nachzudenken, wie die Region gegen die riesige Konkurrenz weltweit punkten kann. Wandern, Radfahren und schwimmen kann man an unzähligen Orten. Punkten lässt sich aber mit Qualität. Bei den Angeboten, aber genauso wichtig im Service. Der Erfolg der Premiumwanderwege weist da in die richtige Richtung. Qualität im Leitbild zu fordern, ist also richtig. Sie künftig umzusetzen, eine anspruchsvolle Aufgabe, an der aber kein Weg vorbeiführt.

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