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Ferienpark am Bostalsee als richtiger Ansatz

Ferienpark am Bostalsee als richtiger Ansatz

Bosen/St. Wendel. "Jeder investierte Euro wirft das Achtfache an Wertschöpfung wieder aus", sagt der St. Wendeler Landrat Udo Recktenwald zum Thema Tourismus. Und das gelte natürlich auch für den Bostalsee. Aber auch der See müsse sich nach mehr als 30 Jahren weiterentwickeln, um zeitgemäßen Bedürfnissen Rechnung zu tragen und Besucher anzuziehen

Bosen/St. Wendel. "Jeder investierte Euro wirft das Achtfache an Wertschöpfung wieder aus", sagt der St. Wendeler Landrat Udo Recktenwald zum Thema Tourismus. Und das gelte natürlich auch für den Bostalsee. Aber auch der See müsse sich nach mehr als 30 Jahren weiterentwickeln, um zeitgemäßen Bedürfnissen Rechnung zu tragen und Besucher anzuziehen. Da die Einnahmen begrenzt sind, verursacht der Bostalsee Jahr für Jahr ein erhebliches Defizit. "Neue Attraktionen bieten auch hier die Chance, dieses Defizit zu reduzieren", sagt Recktenwald. Und weiter: "Der Neubau eines Hotels und der Bau des Ferienparks sind dazu der richtige Ansatz."2004 hat sich die Projektgesellschaft Bostalsee aus Gemeinde, Landkreis und Land (LEG) gegründet, um die Verwirklichung des Ferienparks zu forcieren.

In all diesen Jahren konnte die breite Öffentlichkeit dieses Vorhaben mitverfolgen. Durch Vorleistungen wie Grundstückskäufe seien bei der Projektgesellschaft und damit bei Gemeinde und Landkreis Aufwendungen entstanden. Das heißt: "Wenn der Ferienpark nicht kommt, müssen insbesondere die Gemeinde Nohfelden, aber auch der Landkreis erhebliche Vorleistungen in Millionenhöhe schultern." Allein schon deshalb mache die Verwirklichung des Projektes Sinn und verursache weniger Kosten als die Nichtverwirklichung.

2008 hat sich Center Parcs mit der Muttergesellschaft Pierre & Vacances bereit erklärt, als Betreiber den Park zu verwirklichen. Bereits zu diesem Zeitpunkt war klar: Die Investitionen zur Erschließung des Parks und zum Bau der Zentralanlage mit Schwimmbad und Gastronomie werden flankiert durch die üblichen Zuschüsse des Landes. "Es sind die gleichen Zuschüsse, die das Land zur Erschließung von Gewerbegebieten wirtschaftspolitisch und aus Mitteln der touristischen Förderung tourismuspolitisch überall gewährt", betont der Landrat. Die restlichen Mittel werden als Fremdmittel über das Bankenkonsortium getragen. Diesen Ausgaben stehen garantierte Pacht- und Mieteinnahmen des Betreibers gegenüber, die höher sind als die Investitionen.

Für den Bau der 500 Ferienhäuser bedient sich Center Parcs in der Regel privater Investoren. Es sei gelungen, drei Investoren zu finden, die das Gros der Investitionen zum Bau der Häuser tragen und dazu eine gemeinsame Gesellschaft gründen. Der private und zweckgebundene Weiterverkauf der Häuser sichere den Rückfluss dieser Mittel und den Gewinn. Am Ende bestand noch ein Delta von 4,5 Millionen Euro zum Bau der Häuser. Der Landkreis werde dieses Delta über eine stille Einlage in dieser Höhe in die Gesellschaft ausgleichen. Der Landkreis fungiere dabei als Art Platzhalter. Sollte ein weiterer privater Investor Interesse bekunden, könne er immer noch einsteigen.

"Für den Landkreis ist diese stille Einlage mit einem vertretbaren Risiko verbunden", sagt der Verwaltungschef. Die Einlage werde marktüblich verzinst. Das heißt: Wird der Park entsprechend den Plänen verwirklicht, fließt die Einlage samt Zinsen wieder an den Landkreis zurück. Erst für den Fall, dass der geplante Wiederverkauf von Häusern nicht in ausreichendem Maße funktioniert (weniger als 60 Prozent des Verkaufsziels), müsse der Landkreis selbst Häuser erwerben. Bereits der Verkauf von 350 der 500 Häuser reiche aus, um die Finanzierung des gesamten Konzeptes sicherzustellen. Werden weniger als 350 Häuser verkauft, erwirbt der Landkreis in Abhängigkeit von der Zahl der verkauften Häuser eine bestimmte Zahl von Häusern, allerdings nicht beliebig viel, sondern nach oben begrenzt. "Insofern ist es falsch, dass der Ferienpark im Wesentlichen durch die öffentliche Hand finanziert wird", widerspricht der Landrat den Kritikern.

Den Gesamtinvestitionen für den Park von 130 Millionen Euro stünden garantierte Miet- und Pachtverpflichtungen von Center Parcs in Höhe von rund 180 Millionen Euro gegenüber. Es kommt auf der Zeitachse also mehr Geld zurück als zuvor investiert wird.

Die öffentliche Bezuschussung beschränkt sich auf 32 Millionen Euro durch das Land (14 Millionen echte Zuschüsse, 18 Millionen Sondervermögen). Hinzu kommen die arbeitsmarkt- und wirtschaftspolitischen Effekte: "Rund 350 Arbeitsplätze werden neu entstehen. Die Wirtschaft der Region profitiere von Aufträgen durch den Bau und die Betreuung des Projektes. Die gastronomischen und touristischen Einrichtungen profitierten durch den Besuch vieler Menschen, die ohne den Park nicht in die Region kommen würden." red