1. Saarland
  2. St. Wendel
  3. Nohfelden

Faire Bälle für Nohfeldens Fußballer

„Fair Trade Town“ : Faire Bälle für Nohfeldens Fußballer

Fußbälle werden häufig unter sehr schlechten Arbeitsbedingungen gefertigt. Die Gemeinde Nohfelden hat an der Kampagne „Fair Trade Town“ teilgenommen und ihren Fußballvereinen nun fair produzierte Bälle übergeben.

Über ein besonderes Geschenk konnten sich die Fußballvereine aus der Gemeinde Nohfelden freuen: Bürgermeister Andreas Veit (CDU) sowie die beiden Koordinatorinnen für kommunale Entwicklungspolitik, Sarah-Maria Welter und Kerstin Lauerberg, überreichten auf dem Sportplatz des SV Neunkirchen-Nahe fair produzierte Fußbälle an die Vertreter der Clubs. Rund 2000 Euro nahm die Verwaltung dafür in die Hand. Die Vereine konnten dabei wählen, ob sie die Bälle für den Jugendbereich oder für die Aktiven im Wert von jeweils knapp 200 Euro wollten.

Bereits am 28. Mai fasste die Gemeinde Nohfelden einen Ratsbeschluss zur Teilnahme an der Kampagne „Fair Trade Town“. Zudem gewann die Gemeinde kürzlich den Wettbewerb „Global nachhaltige Kommune“. Dort setzte sich Nohfelden gegen mehr als zehn saarländische Kommunen durch. „Das Preisgeld von 20 000 Euro, das wir dafür bekommen haben, wird nun in nachhaltige Projekte investiert“, berichtete Veit. Eines davon ist die Beschaffung der fair produzierten Fußbälle für die Gemeinde-Vereine.

„Wir erhoffen uns dadurch auch, dass das Thema in die Bevölkerung getragen wird“, sagte der Verwaltungschef. Zusätzlich zu den Bällen erhielten alle anwesenden Vertreter deshalb auch noch eine Broschüre mit Info-Material. Darin zu lesen sind unter anderem die 17 Nachhaltigkeitsziele, die die Vereinten Nationen entwickelt haben. Veit erklärte: „Wir hoffen, dass hierdurch ein Bewusstsein für den fairen Handel geschaffen wird und dass die Vereine zukünftig auch in anderen Bereichen, zum Beispiel beim Kauf von Trikots oder bei der Ausrichtung von Sportveranstaltungen, mehr auf Nachhaltigkeit achten. Die Gemeindeverwaltung wird hier mit der Einführung einer nachhaltigen Beschaffungsrichtlinie mit gutem Beispiel vorangehen.“

Die überreichten Bälle stammen von der Ballfabrik Bad Boyz. Dies ist ein Nürnberger Familienunternehmen, das zwar wie die meisten Konkurrenten auch in Pakistan produzieren lässt, aber unter fairen Bedingungen. So werden beispielsweise die Preise vom Produzenten selbst festgelegt. Außerdem erhalten die Arbeitnehmer umfangreiche Sozialleistungen sowie eine zusätzliche Fairtrade-Prämie, die insbesondere für soziale Zwecke eingesetzt wird. Die Einhaltung dieser Regeln wird von einem unabhängigen Unternehmen kontrolliert und mit der Vergabe des Fairtrade-Siegels bestätigt. Bestellt und geliefert wurden die Bälle von einem Sporthaus aus dem Landkreis St. Wendel.

Auch weitere Ideen, wie die Gemeinde Nohfelden nachhaltiger und ressourcenschonender in die Zukunft gehen kann, gibt es schon: Bei der Ballübergabe verriet der Bürgermeister: „Wir sind gerade am überlegen, ob wir ein Spülmobil bestellen.“ Dieses könnte an alle Vereine – nicht nur an sportreibende – für Veranstaltungen unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden. „Dann müssten die Vereine beispielsweise kein Plastikgeschirr mehr verwenden“, sagt Veit.

Ein „Fairer Konsum“ ist eines der Hauptziele des Projekts „Fair Trade Town.“ Konkret soll eine kommunale Richtlinie mit Kriterien zur fairen und nachhaltigen Beschaffung von Gütern entwickelt und umgesetzt werden. Kindergärten, Schulen, Seniorenheime, Betriebskantinen Gastronomie-Betriebe, aber auch die Bevölkerung sollen hinsichtlich der Möglichkeiten einer fairen Beschaffung sowie eines nachhaltigen Konsums informiert und sensibilisiert werden.

Die KiTa in Bosen befinde sich hierbei bereits auf einem vorbildlichen Weg. Auch die Grundschule Gonnesweiler/Sötern befasse sich mit dem Thema: Hier fand vor wenigen Monaten eine sogenannte „Kinderklimaschutzkonferenz“ statt, um den Kindern Themen wie Nachhaltigkeit oder alternative Energien näher zu bringen. „Ausgangspunkt für unsere Arbeit ist die Agenda 2030. Diese Agenda für Nachhaltige Entwicklung wurde 2015 bei der Vollversammlung der Vereinten Nationen ratifiziert“, berichtete Welter. Mit der Verabschiedung der Agenda 2030 haben sich alle Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen verpflichtet, die bereits erwähnten 17 Nachhaltigkeitsziele in ihren Ländern umzusetzen.

Den Kommunen kommt bei der Umsetzung dieser Ziele eine besondere Verantwortung zu. Viele zentrale Nachhaltigkeitsthemen werden lokal entschieden oder wirken sich lokal aus. Beispiele sind Mobilität, Land- und Forstwirtschaft, Energie oder sozialer Wandel. Kommunen können hier eine Vorreiterrolle einnehmen – und dies will die Gemeinde Nohfelden tun.

www.nohfelden.de