Experten wollen mehr Aufklärung in Sachen Demenz

Experten wollen mehr Aufklärung in Sachen Demenz

Demenz ist für viele ein Begriff, doch die Hintergründe sind laut Experten noch nicht sehr bekannt. Was Pflege bedeutet, wie man Demenz erkennt oder einem geholfen werden kann, waren Inhalte mehrere Vorträge in Homburg.

Die Pflege und Betreuung demenzkranker Menschen zählt zu den anspruchsvollsten Aufgaben in der Arbeit mit älteren Menschen. Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung und der steigenden Zahl von Menschen mit Demenz kommt der Begleitung dieser Menschen, aber auch von pflegenden Angehörigen eine immer stärkere Bedeutung zu. In Zusammenarbeit mit dem Saarpfalz-Kreis, der Stadt Homburg, der Landesfachstelle Demenz und der Gesundheitsgenossenschaft Homburg-Saarpfalz hatte die "Lokale Allianz für Demenz" vor kurzem zu einer Fachveranstaltung mit Diskussion in die Jugendherberge in Homburg eingeladen. Horst Schneider, Geschäftsführer der Psychosozialen Projekte Saarpfalz (PSP), freute sich über die Zahl an hochkarätigen Referenten im Podium. Etwas enttäuscht zeigte er sich über die wenigen interessierten Besucher. "Demenz ist ein Thema, über das in der breiten Öffentlichkeit noch nicht so offen geredet wird", sieht Schneider hier noch viel Aufklärungsbedarf und Überzeugungsarbeit. Gerade bei den Angehörigen sei die psychische Belastung durch die Betreuung und Pflege demenzkranker Menschen fast rund um die Uhr sehr hoch. "Das ist ein Fulltime-Job". Doch es falle ihnen schwer, Hilfe anzunehmen. Aus diesem Grund seien Entlastungsangebote wichtig, um ihnen ein wenig Abstand vom Pflegealltag zu geben und sie wieder Kraft schöpfen könnten. Als Vertreter das Kassenärztlichen Vereinigung Saarland wies der Facharzt für Neurologie und Psychiatrie in Homburg, Ulrich Mielke, in seinem verständlichen Vortrag zum Thema "Demenz erkennen und behandeln" darauf hin, wie man Demenz feststellt. Doch was kann man praktisch selbst tun? "Soziale Kontakte, Ernährung oder Bewegung", nannte Mielke als Beispiele. Eine medizinische Behandlung von Demenz als solche sei zwar nicht möglich, doch könne man begleitend behandeln, so der Arzt. Der Leiter der Landesfachstelle Demenz, Andreas Sauder, ging auf die bestehenden Hilfsangebote für pflegende Angehörige ein. So wies er auf die Tagesstruktur und die fachgerechte Betreuung im Tageszentrum Café Kaiser, auf Pflegestützpunkte, Tagespflege sowie Schulungsangebote für Angehörige hin. Anja Schäfer vom Pflegestützpunkt Homburg informierte über die Arbeit des Pflegestützpunktes im Saarpfalz-Kreis. So gebe es Unterstützung auch im häuslichen Bereich und - wenn nötig - eine hauswirtschaftliche Begleitung. Als Beispiele nannte Schäfer etwa den Winterräumdienst, Hausmeisterdienste oder die Unterstützung beim Stellen von Anträgen für die Pflegestufe. "Es war eine Top-Veranstaltung", stellte PSP-Geschäftsführer Horst Schneider fest.

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