Europa zu Besuch in Illingen

„Creative Villages“ heißt ein von der Europäischen Union gefördertes Projekt. In ihm kooperieren ländliche Kommunen, die aktuelle Themenstellungen kreativ angehen. Illingen ist der alleinige Vertreter Deutschlands.

Seit Dezember 2012 gehört die Gemeinde Illingen zu einem Zirkel sechs europäischer Gemeinden, die ein gemeinsames Ziel verfolgen. Sie wollen sich trotz geografischer Entfernung auf kurzem Wege austauschen. Dabei geht es um kreative Lösungsansätze für die aktuellen Probleme kleinerer Gemeinden im ländlichen Raum.

Neben dem Austausch via Internet finden auch Konferenzen der Kommunen statt. Jetzt ist Illingen an der Reihe. Vom 21. bis 23. März sind die Partner aus Hinterstoder, Moosburg und Zwischenwasser in Österreich, dem slowenischen Bled und aus Marianka in der Slowakei zu Gast an der Ill. Themenschwerpunkt der Konferenz wird die "Leerstandsbewältigung durch Innovationsprozesse" sein.

Illingen ist bereits die vierte Veranstaltung im Kalender der Projektpartner. Im April 2013 ging es in Zwischenwasser um "Baukultur und Energieeffizienz in ländlichen Gemeinden". "Kreativwirtschaft im ländlichen Raum" war Thema eines Treffens in Hinterstoder im September 2013, und im Oktober tagte man in Moosburg zum Thema "Zukunft der Bildung im ländlichen Raum". Im Juni 2014 folgt eine Veranstaltung in Wien.

Im Fokus aller Treffen steht der Erfahrungsaustausch. Der Schwerpunkt liegt dabei immer auf Methoden, die eine große Beteiligung der Bürger ermöglichen, um diese in die Gestaltung der eigenen Gemeinde auch einzubinden. Bürger präsentieren bei den Treffen dann auch selbst, was Neuerungen in ihrer Gemeinde bewirkt haben.

Das Ziel ist es bei der "creative villages conference" - der Konferenz der kreativen Kommunen - dass die Menschen motiviert werden, die Zukunftsentwicklung ihrer Umgebung selbst mit in die Hand zu nehmen, heißt es in einer Projektbeschreibung.

Das Programm für die Gäste in Illingen steht. "Die Gemeinde Illingen überzeugt durch kreatives und aktives Leerstandsmanagement im Ortszentrum", beschreiben die österreichischen Kollegen den saarländischen Partner. Den Teilnehmern sollen während einer Exkursion und in mehreren Expertenvorträgen die Herausforderungen und Lösungsmöglichkeiten - wie sie in Illingen angewendet wurden - präsentiert werden.

Bei all der Arbeit wird der Genuss natürlich nicht zu kurz kommen. Auf dem Programm stehen neben den Vorträgen und Arbeitskreisen auch ein Bergmannsfrühstück und ein Grillabend mit den Gästen.

Unterstützung für die Konferenz erhält die Gemeinde auch vom saarländischen Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz. Am Montag wird Minister Reinhold Jost persönlich einen Zuwendungsbescheid über 3000 Euro an Bürgermeister Armin König übergeben.

Mehr von Saarbrücker Zeitung