Erwartungen an die Halle weit übertroffen

Erwartungen an die Halle weit übertroffen

Seit 1. Februar hat die Neunkircher Kulturgesellschaft mit Uwe Wagner einen neuen Geschäftsführer. Ihm zur Seite bleibt vorläufig der künstlerische Leiter Elmar Ottenthal, der ein gut bestelltes Feld präsentiert.

Ganz schön stolz ist er, der künstlerische Leiter der Neunkircher Kulturgesellschaft, Elmar Ottenthal. Stolz auf das, was die Kulturgesellschaft vergangenes Jahr erreicht hat - und ganz besonders stolz auf die Köpfe, die dahinter stehen. "Ohne ein solch engagiertes Team hätten wir das alles nie geschafft. Die haben mehr geleistet, als sie gemusst hätten." Dabei war es kein einfaches Jahr für das Team. Anfang 2013 war der bisherige Geschäftsführer Peter Bierbrauer auf eigenen Wunsch in den Ruhestand gegangen, ein Nachfolger war trotz Stellenausschreibung erst nicht zu finden. Im Frühjahr dann kamen Heinz Neis als Interims-Geschäftsführer und Elmar Ottenthal als künstlerischer Leiter. Und das im ersten Jahr der neuen Gebläsehalle, die im November 2012 durch das Musical-Projekt eröffnet worden war.

100 Eigen-Veranstaltungen

Mit Bravour ist sie dabei weit übers gesteckte Ziel hinausgeschossen. An insgesamt 135 Tagen, so Ottenthal gestern beim Besuch in der Redaktion, war die Halle belegt. Die Besucher kamen von weit über die Grenzen des Saarlandes hinaus. "Das belegen die Kennzeichen auf dem idealerweise vom Center zur Verfügung gestellten Parkplatz." 53 Veranstaltungen waren eigene Veranstaltungen der Kulturgesellschaft. Sprich: Auf eigenes Risiko. Das Übrige waren Vermietungen: An Vereine, Verbände, Agenturen. In der Gebläsehalle waren rund 70 000 Besucher - wobei diese Zahl nur bedingt gezählt werden kann, da laut Ottenthal Mieter nicht zwingend die Besucherzahlen angeben. Neben bekannten Publikumsmagneten wie Bap und Klaus Hoffmann rangiert laut Ottenthal das Weihnachtsmärchen in Sachen Besucherzahlen ganz vorne. Zu den Eigen-Veranstaltungen in der Gebläsehalle kommen 45 eigene in der Reithalle. Beide Veranstaltungsorte kommen so mit rund 100 Veranstaltungen auf sage und schreibe 60 000 Besucher. Das ist das Vierfache zum Vorjahr, als bei 70 Eigen-Veranstaltungen gerade mal 15 000 Besucher waren. "Das ist auf jeden Fall deutlich mehr als erwartet. Das hatten wir so nicht kalkuliert." Was vor allem die Belegschaft betrifft. Seinen Hut zieht Ottenthal da ganz besonders vorm Gebläsehallen-Techniker Thomas Hoheisel. Aber das gesamte Veranstaltungsteam um Klaus Braße sei bis ans Äußerste gegangen.

Wichtig nun: Die Zahlen halten. "Noch besser zu übertreffen." Keine leichte Aufgabe, wie Ottenthal weiß. Zumal in diesem Jahr die Fußball-Weltmeisterschaft beispielsweise ein lange laufendes Musical wie "Snowhite" im vergangenen Jahr, nicht möglich mache. Doch an Musical-Angebot soll es den Neunkirchern dennoch nicht mangeln.

Neue Pläne gibt es für die Musicalschule (siehe Info). Die wird wie die Musikschule "hervorragend" von Nadine Petry betreut. 160 Kurse und 180 Musikschüler meldet die Musikschule und damit "alle Räume belegt", mehr geht nicht mehr. Der Renner: das Instrumentenkarussell - Kinder können je zwei Monate verschiedene Instrumente testen, um sich dann zu entscheiden. Raummangel gibt es auch bei der Volkshochschule. Denn hier, so Ottenthal, geht es nach einem Abwärtstrend die letzten Jahr wieder aufwärts. Im Wintersemester waren es 150 Teilnehmer mehr als früher, das Sommersemester verspricht noch mehr. "Hier gab es durch die vielen neuen Vorschläge auch neuen Schwung", freut sich Ottenthal. Noch in alten Räumen ist die städtische Galerie. Fünf Ausstellungen plus die Ausstellung des Kinder- und Jugendateliers (59 Teilnehmer) gab es in 2013. Beliebteste: Die Ausstellung des Verkehrsvereins mit Werken von Ferdinand Selgrad.

Einen Wunsch mit Blick in die Zukunft hätte Ottenthal, der neben dem seit 1. Februar amtierenden Geschäftsführer Uwe Wagner "zumindest noch dieses Jahr beratend" als künstlerischer Leiter zur Verfügung steht: "Viel längerfristig planen, damit man sich auf Messen präsentieren kann, mit Hotels zusammenarbeiten." Aber sonst: "Finde ich die Arbeit in Neunkirchen toll. Eine Stadt, die so viel für Kultur übrig hat, das ist einfach super."

Zum Thema:

Auf einen BlickDie Musical-Schule in Neunkirchen soll sich neu gestalten. Da die Kulturgesellschaft durch den Zensus laut Elmar Ottenthal schwer getroffen wurde und Mittel eingebüßt hat, müsse man nun neue Schwerpunkte finden. Ein mögliches Sponsoring ("Weg ist bereitet") soll die Musical-Schule weg von den Workshops hin zur echten Schule bringen, die bis zur Bühnenreife führt. Systematisch soll der Unterricht hier aufgebaut werden. Kooperationen mit Saarbrücker Schauspielschulen ("wäre möglich") und Ballettschulen mit verschiedenen Sparten, der VHS mit ihrem Sprachangebot und der Musikschule mit ihren Fächern sollen laufen - alles gemäß Unterrichtsplan. Geht die Idee durch, kommt das Geld, dann gilt nur noch: Entscheider für Engagements finden und zur jährlichen Abschlussveranstaltung einladen. ji