1. Saarland
  2. St. Wendel
  3. Nohfelden

Erlebnisse und Geschichten teilen

Erlebnisse und Geschichten teilen

Viele Stammgäste machen das mittlerweile zur Tradition gewordene Hanomag-Treffen zu einer gemütlichen Runde unter Gleichgesinnten.

Erlebnisreiche Geschichten über Abenteuer und Fernweh machten am Pfingstwochenende auf der Festwiese am Bostalsee die Runde. Erzählt wurden sie von Liebhabern robuster Reisemobile jeglicher Bauart. Benzingespräche und Fachsimpeln am Lagerfeuer über das gemeinsame Hobby rundete das Wiedersehen vieler Gleichgesinnter ab. Erwin Raddatz und seine Mitstreiter hatten zum zwölften Saarlandtreffen der Hanomag-Freunde geladen. Aber nicht nur Fahrzeuge der Marke Hanomag AL 28, die letztmalig 1970 gebaut wurden, waren zu sehen. Markenvielfalt war angesagt. MAN, Magirus Deutz oder Mercedes wurden gesichtet. Jedes Fahrzeug ist ein Wohnmobil-Unikat.

Das Treffen ist seit 2006 für Liebhaber dieser Oldtimer zu einem alljährlichen Stelldichein mit Gleichgesinnten geworden. "Mit 215 Gefährten aus vielen Teilen Deutschlands und unserer Nachbarländer haben wir eine ordentliche Teilnehmerzahl gehabt. Alles lief friedlich und harmonisch wie wir das gewohnt sind", zog Erwin Raddatz am Nachmittag des Pfingstmontags, nachdem sich schon viele Oldtimerfreunde auf den Heimweg gemacht hatten, Resümee.

Per Handschlag hatte er nahezu alle anreisenden Fahrzeughalter begrüßt. So auch Martin und Cati Gebhardt mit Sohnemann Finn, der mit einem Setra S7-Bus angereist war. "Seit 15 Jahren nenn ich den Bus mein Eigentum und bin seither zu solchen Treffen alljährlich einige Male unterwegs. Der Bostalsee zählt zum Pflichtprogramm", gab der Busfahrer von "Fünf-Sterne-Wohlfühlreisen" bekannt. Sein Setra mit 132 PS-Henschel-Motor schafft Höchstgeschwindigkeiten von 110 Kilometern pro Stunde bergab und 55 bergauf. Dazu verfügt er über neun Sitze, WC, Küche, Minikühlbar und Liegeplätze. "Das ist zwar kein Allrad, aber er hat vier angetriebene Räder an der Hinterachse", nennt er den Unterschied zu den allradangetriebenen Hanomags.

"Meinen Hanomag, Baujahr 1967, habe ich vor fünf Jahren bei Ebay ersteigert, für 3900 Euro", berichtete Jost Dahlhans aus Lüdenscheid. Das sei für ihn bei 4,4 Tonnen Gewicht viel schweres Eisen für wenig Geld. 30 Jahre stand das Fahrzeug in Diensten der Bundespolizei und anschließend beim Deutschen Roten Kreuz in Dortmund. Rund 1000 Kilometer tourt der Diplom-Kaufmann alljährlich durch die deutschen Lande.

Diplom-Ingenieur Jürgen Wichmann aus Rüdesheim hat den Wohnkoffer auf seinen Hanomag, Baujahr 1964, selbst aufgebaut. 75 PS stark ist sein Gefährt. Die Höchstgeschwindigkeit: 72 . Sein Gefährt war zuvor ein Mannschaftstransportwagen für Polizei und THW in Hamburg und habe ihn 1994 rund 7000 Mark gekostet. "An Kilometern bin ich einmal um die Welt damit gereist", berichtete Wichmann.

Weiter zu bestaunen waren die bis 1989 in der ehemaligen DDR gebauten Vielzweck-Lastwagen des Industrieverbands Fahrzeugbau (IFA). Mit einem ehemaligen Militärfahrzeug waren Eric und Evelyn Müller mit Sohn Lucas (13) aus Leverkusen vor Ort.

Art- und stilgerecht waren Harald und Susanne Hess aus Konken bei Kusel zum Saarlandtreffen angereist. Das Ehepaar, im Serviceteam des Veranstalters tätig, war im Porsche Diesel mit Wohn-Anhänger, allerdings einem Traktor Super Export, Baujahr 1962. 35 PS hat er unter der Haube, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 20 Kilometer pro Stunde. "Den Traktor hat mir meine Frau zum 25. Hochzeitstag geschenkt", sagte der Ehemann freudestrahlend.