1. Saarland
  2. St. Wendel
  3. Nohfelden

Erinnerungen an den Bostalsee von Thorsten Grim: Nasse Schuhe und ein Gummiboot

Erinnerungen an den Bostalsee : Nasse Schuhe und ein Gummiboot

Meine erste See-Erinnerung rührt aus der Zeit, als es noch keinen gab. Er war gerade erst im Bau, als mein Pate meine Oma, meine Schwester und mich in seinen Simca packte und zur Besichtigung der Großbaustelle chauffierte.

Schlauchboot Foto: Rosemarie Grim

Dort angekommen, stapfte ich – vier oder fünf Jahre alt – schnurstracks in das erste angesammelte Wasser, tief unter der heutige See-Oberfläche. Panisch hechtete mein Onkel hinterher und brachte mich schimpfend zurück an Land — während mir das Wasser aus den neuen Schnürschuhen lief. Auf der Heimfahrt musste sich meine Schwester dann auch noch übergeben – ins Auto. Und mein „Paddi“ war restlos bedient. Nach diesem Start konnte es in der Beziehung See-Thorsten nur aufwärts gehen. Irgendwann in den 80-er Jahren kaufte ich mir ein Schlauchboot. Das kam nun regelmäßig mit. Eines Tages war mein Kumpel – nennen wir ihn Tank Recktenlatz – mit an den Bostalsee gefahren. Kaum in Gonnesweiler aufgeschlagen, ging es auch schon aufs Wasser und ins Boot. Unser Ziel: Bosen. Ich sollte hinrudern, Tank zurück. In Bosen angekommen, übergab ich erschöpft die Paddel, schloss die Augen und lehnte mich zurück. Als ich nach einer Weile schaute, wie weit wir gekommen waren, sah ich es: Der Tankmann hatte kaum einen geraden Ruderzug hinbekommen, war im Kreis gepaddelt. Da meine Eltern sich bestimmt schon Sorgen machten, blieb nur, mich selbst noch einmal in die Riemen zu legen. Völlig erschöpft erreichte ich Gonnesweiler. Dann schwindet die Erinnerung. Vermutlich, weil ich ohnmächtig zusammengesackt war. Foto: RG