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Erhard Müller aus Nohfelden ist in den Kreis der FIAP-Fotografen aufgenommen.

Auszeichnung : Seine Fotos sollen Seele haben

Erhard Müller aus Nohfelden ist in den Kreis der EFIAP-Fotografen aufgenommen.

Erhard Müller aus Nohfelden ist in den Kreis der EFIAP-Fotografen aufgenommen worden (wir berichteten). Damit werden seine fotografischen Leistungen, unter anderem beim Fotoclub Tele Freisen, gewürdigt. „Für mich ist es eine Einordnung und Bestätigung der eigenen Arbeit auf internationalem Niveau“, freut sich der 66-Jährige.

„Begonnen hat alles  in meiner Jugend mit einer Voigtländer, Vitomatic II a meiner Eltern“, blickt Müller zurück. Die Kamera hatte schon einen eingebauten Belichtungsmesser. „Sie funktioniert mit Kleinbildfilm heute noch hervorragend“, so Müller weiter. Schon damals zog ihn die Natur magisch an. Das ist bis heute so geblieben. „Naturfotografie ist für mich auch Entspannung, man kann dem Alltag entfliehen und in die Schönheit und Stille der Natur mit ihren unzähligen Farben, Formen, Düften und Facetten eintauchen und sich einfach nur wohlfühlen“, so Müller. Sein weiteres Interesse galt der Reportagefotografie im und fürs Technische Hilfswerk und auch als freier Mitarbeiter für die Saarbrücker Zeitung.

Mit wachsendem Interesse passte er die Ausstattung ständig an.  Bald kam auch ein eigenes Schwarz-Weiß-Labor hinzu. Nach dem Umstieg auf die Digitalfotografie trat Müller 2010 dem Fotoclub Tele Freisen bei. 2012 nahm er erstmals an einem nationalen Wettbewerb, der Saarländischen Fotomeisterschaft, teil; er erzielte eine Annahme. 2015 reichte er dann die ersten Fotos erfolgreich beim Internationalen „Saoud AL-Thani Award“ ein. Wettbewerbe in Rumänien, Tschechien, Belgien, Ukraine, Spanien, Österreich Frankreich, England, Luxembourg und Serbien folgten. Der Lohn kam im März 2017: Ihm wurde der  Artiste de la Federation Internationale de L`Art Photographique (AFIAP) verliehen.

2018 wurde der Fotoclub Tele Freisen zum dritten Mal Deutscher Fotomeister. Müller belegte bei der Einzelmeisterschaft den achten Platz in der Gesamtwertung.

„Nach wie vor zieht mich die Naturfotografie in ihren Bann. Es ist für mich immer wieder ein Erlebnis, in die Nah- und Makrofotografie einzutauchen“, erzählt Müller von seinem derzeitigen Schaffen. „Es ist faszinierend, vieles, was dem oberflächlichen Betrachter unserer schnelllebigen Zeit verborgen bleibt, neu zu entdecken, mit unterschiedlichen Techniken und Perspektiven festzuhalten, zu dokumentieren, zugänglich zu machen und das sehr oft vor der Haustür, im eigenen Garten.“

Trotz unerschöpflicher Möglichkeiten der Bildbearbeitungsprogramme, sei sein  oberstes Ziel, die Natur pur in all’ ihren Fascetten darzustellen. Dabei orientiere er sich an internationalen Definitionen der Naturfotografie, die zwar minimale Bearbeitung gestattet, aber das Hinzufügen und Entfernen von Elementen nicht zulasse. Müller: „Man ist quasi gezwungen, sich intensiver mit der Bildgestaltung für ein gelungenes Foto zu beschäftigen.“

Aber nicht nur die Natur biete zahlreiche Motive im St. Wendeler Land. Auch die Technik gelte es mit neuen Sichtweisen zu erkunden, zu dokukentieren. Hierzu zählt auch die Arbeitswelt, vergangen oder aktuell. „Dabei bleibt das ein oder andere  emotinale, charakteristische Arbeits- oder Freizeitporträt nicht aus“, sagt Müller. Und weiter: „Ein Foto braucht eine Seele. Nicht die Quantität, sondern die Qualität sollte im Vordergrund stehen.“ Um den Blick auf das Wesentliche zu lenken, arbeitet er auch sehr gern in Schwarz-Weiß.