Pfarreienreform : Engagierten Menschen vor Ort Raum geben

Pfarreienreform : Engagierten Menschen vor Ort Raum geben

Das Erkundungsteam des Bistums Trier führt in der künftigen neuen Großpfarrei viele Gespräche. Zum Beispiel mit Jugendlichen in Sötern.

Warum taucht das Erkundungsteam der Pfarrei der Zukunft ausgerechnet in Sötern auf? Das vom Bistum Trier eingesetzte Trio will mit den jungen Menschen im Dorf über die Perspektiven sprechen. Und da passt es gerade, dass diese mit der erneuten Gründung und Wiedereröffnung eines Jugendclubs beschäftigt sind.

Das Erkundungsteam steht für ein Umdenken, geht neue Wege, um zu fragen, was die Menschen vor Ort benötigen und was ihre Bedürfnisse sind. In Zusammenarbeit mit dem Jugendbüro Nohfelden ist eine Gruppe junger Menschen dabei, demnächst wieder einen Jugendclub in Sötern zu eröffnen. Für das Erkundungsteam ein wichtiger Ansatz. „Vier Jahre gab es keinen und irgendwie ist die Idee entstanden, wir könnten doch den Jugendclub wieder aufmachen“, berichtet Lucas. Davon hat Mathias, der in Nohfelden wohnt, erfahren und sich der Gruppe angeschlossen. „In Nohfelden gibt es nichts Vergleichbares“, erläutert Mathias. Aber in Sötern tue sich etwas.

Die Jugendlichen stellen den Erkundern das Dorf und seine Vereinsstruktur vor. „Doch spezielle Orte, an denen man sich getroffen hat, haben wir nicht“, teilt Tim mit. Da wäre lediglich der Bolzplatz. Doch der würde von der Jugend nicht mehr frequentiert. Jutta Sartorius-Fettig, Kinderturn-Trainerin der Sportgemeinschaft (Spvgg.), beanstandet, dass die Geräte auf dem Spielplatz stiefmütterlich behandelt werden. Erkunder Schäfer wird dann konkreter und will wissen: „Was fehlt?, habt ihr Visionen, neue Ideen umzusetzen?“.

Lucas kann sich eine Sportveranstaltung im Außengelände zwischen Grundschule und dem Sportplatz vorstellen. „Da könnten wir auch die Eltern der Kinder ansprechen“, sagt er. Des Weiteren wird an eine Übergangsmöglichkeit für Kinder ab zwölf Jahre nachgedacht. „Die etwas jüngeren Jugendlichen im Dorf sieht man kaum“, findet Elaine, dass mehr für den Zusammenhalt im Ort getan werden kann.

Dazu merkt Erkunder und Pastoralreferent Roland Hinzmann direkt an: „Es ist in vielen Orten so, dass nach Ideen gesucht wird, um Generationen zusammenzubringen.“ Dies funktioniere am besten über Kooperationen. „Hört mal hellhörig in den Ort rein, um zu erfahren, wo sind die Bedürfnisse von alleinstehenden älteren Menschen: Was fehlt da?“, sagt Hinzmann.

Bei zuvor mehreren Gesprächenan verschiedenen Orten ist dem Erkundungsteam mitgeteilt worden, dass es an Leuten mangelt, die etwas für andere Menschen im Ort bewegen wollen. „Aber wenn die Leute dann sehen, da ist schon etwas vorhanden, ist die Bereitschaft größer, mitzuarbeiten“, ist Hinzmann überzeugt.

Auch die katholische Kirche müsse dynamischer gestaltet werden. „Die Kirche muss sich für die Situation der Menschen interessieren. Was sind ihre Wünsche, Anliegen und Bedürfnisse?“, betont Hinzmann. Die beim Austausch angesprochenen Schwerpunkte und Verbesserungsvorschläge hat das Trio notiert, sodass die Ideen vom Bistum Trier unterstützt werden können. „Beispielsweise als Kirche kann man den Weihnachtsmarkt unterstützen“, findet Erkunderin Karen Alt, die das Hochwälder Familiennetzwerk Hafen koordiniert.

Mehr als 20 Gespräche hat das Team in den zurückliegenden zwölf Monaten geführt. 2020 startet das Bistum Trier schrittweise mit der Umsetzung der Synode. 35 Großpfarreien soll es am Ende geben, 13 Pfarreien der Zukunft, darunter Tholey und St. Wendel, gehen im nächsten Jahr an den Start. Ihre gesammelten Erfahrungen stellt das Erkundungsteam in einer Dokumentation zusammen, die sie dem Leitungsteam in der Pfarrei Tholey an die Hand geben. „Die Verantwortlichen sollen dann den engagierten Menschen in den Orten Raum geben, um ihre Ideen zu realisieren“, rät Erkunder Andreas Schäfer, der bei der Caritas Trier tätig ist.