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Endlich hat die Jugend einen Treff

Endlich hat die Jugend einen Treff

Zwei hauptamtliche Mitarbeiter werden zunächst den Jugendtreff in Hangard begleiten; später sollen die jungen Leute dann die Betreuung in Eigenregie übernehmen. Eine Jugendkonferenz soll genaue Öffnungszeiten und Modalitäten in der kommenden Woche klären.

Die Hangarder Jugendlichen haben jetzt einen zentralen Treffpunkt. Am Donnerstag wurde im ehemaligen Grundschulgebäude des Neunkircher Stadtteils ein Jugendraum eröffnet, der den Jugendlichen aus der ländlichen Gegend zunächst einmal pro Woche als Versammlungsort dienen soll (wir berichteten). "Die Konzentration auf die Städte wird für jüngere Menschen vom Land immer mehr zum Problem", erklärte Pfarrer Udo Blank, Geschäftsführer des Diakonischen Werks an der Saar (DWSAAR), das Träger der Einrichtung ist.

Das Problem ist klar: Viele Jugendliche haben keinen Führerschein oder können sich den Bus in die Innenstadt von Neunkirchen oder Saarbrücken nicht immer leisten. Daher treffen sie sich an öffentlichen Orten, zum Beispiel vor der Ostertalhalle. "Zehn bis 15 Jugendliche sehe ich dort oft rumhängen. Es war also Bedarf für einen Jugendtreff da", sagte der Landtagsabgeordnete Sebastian Thul (SPD), selbst in Hangard aufgewachsen.

Das Problem war schon länger bekannt. Im Frühjahr 2010 begannen bereits die ersten Überlegungen zur Errichtung eines Jugendraums. Nach längerer Suche nach einem geeigneten Platz entschied man sich dann im letzten Jahr für den Standort in der Kindertagesstätte in Hangard, die sich im ehemaligen Grundschulgebäude in der Pastor-Seibert-Straße befindet.

Zur Eröffnung kamen neben Udo Blank und Sebastian Thul auch Sören Meng, Beigeordneter der Stadt Neunkirchen, und Hangards Ortsvorsteher Rolf Altpeter, sowie mehrere Stadt- und Ortsratsmitglieder. "Der Raum dient ganz Hangard", sagte Meng in seiner Rede. "Wir können alle stolz darauf sein. Jetzt muss das Ganze nur noch mit Leben gefüllt werden."

Am Anfang werden zwei hauptamtliche Kräfte die Jugendlichen begleiten. "Langfristig ist aber daran gedacht, dass die Jugendlichen aus Hangard den Raum in Eigenregie betreiben", sagte Volker Bourgett, Abteilungsleiter im Jugendhilfeverbund des DWSAAR. Zudem soll der Raum auch von Vereinen genutzt werden. "Der Raum ist eine gute Ergänzung zum bestehenden Angebot. Hier können sich beispielsweise unsere Fußballspieler treffen. Außerdem könnten hier Treffen der Messdiener stattfinden", meint Sebastian Brüssel von der Sportvereinigung Hangard und gleichzeitig Mitglied im Gemeinderat der Pfarrei Hangard-Münchwies-Wiebelskirchen. Die Modalitäten sollen in den nächsten Wochen in einer kleinen Jugendkonferenz geklärt werden. "Dazu werden in Abstimmung mit dem Ortsvorsteher alle Jugendlichen aus Hangard sowie Vertreter der Kirchen und aus Vereinen eingeladen", erklärt Volker Bourgett. Mit einer Sitzecke, einer Bar und einem Computer gibt es im Raum bereits die ersten Angebote. Einer Öffnung für die Jugendlichen steht also nichts mehr im Weg.

Zum Thema:

HintergrundDie ersten Pläne für die Errichtung eines Jugendraums in Hangard gehen bis ins Frühjahr 2010 zurück. Damals hatte die Junge Union (JU) Hangard eine Unterschriftenaktion durchgeführt, die den Bedarf für eine solche Einrichtung feststellte. Bei einem runden Tisch Ende 2010 wurde dann von Mitgliedern des Ortsrats Hangard und des Jugendbeirats Neunkirchen die "AG Jugendarbeit Hangard" gegründet, die ein Konzept für einen Jugendraum ausarbeiten sollte. Nachdem klar war, dass in Zusammenarbeit mit dem Diakonischen Werk als Träger eine Dependance zu dem Jugendtreff Wiebelskirchen entstehen sollte, musste noch eine geeignete Örtlichkeit gefunden werden. Diese hatte man nach Schließung der Hangarder Grundschule und der Renovierung der Kita in der Pastor-Seibert-Straße gefunden. kub