Elefanten verleihen Zoo Zugkraft

Elefanten verleihen Zoo Zugkraft

Neunkirchen. Die Marke 260 000 würde Norbert Fritsch gern erreicht sehen, dennoch kann der Direktor des Neunkircher Zoos bereits jetzt auf eine imponierende Zahl verweisen: Rund 258 000 Besucher strömten im zur Neige gehenden Jahr bisher durch die Zoo-Pforten - so viel wie noch nie in der fast 85-jährigen Geschichte des Tierhortes

Neunkirchen. Die Marke 260 000 würde Norbert Fritsch gern erreicht sehen, dennoch kann der Direktor des Neunkircher Zoos bereits jetzt auf eine imponierende Zahl verweisen: Rund 258 000 Besucher strömten im zur Neige gehenden Jahr bisher durch die Zoo-Pforten - so viel wie noch nie in der fast 85-jährigen Geschichte des Tierhortes. Die bisherige Bestmarke stammt mit exakt 253 230 Gästen aus dem Jahr 2007.Der Ansturm kam keineswegs völlig überraschend, waren doch die Erwartungen auf Besuchermassen von vorneherein an die Ausstellung "Körperwelten der Tiere" des Plastinators Gunter von Hagens geknüpft. Diese Schau lockte vom 19. März bis zum 20. Juni allein mehr als 106 000 Besucher in den Neunkircher Zoo. "Wir waren stark beeindruckt", konstatiert Zoo-Chef Fritsch im SZ-Gespräch. Zum Beispiel von dem "riesigen Medien-Interesse" oder der Tatsache, dass am 18. April dieses Jahres 7123 Besucher strömten - unangefochtener Tagesrekord aller Zeiten.

Als tollen "Nebeneffekt" brachte die Ausstellung dank von Hagens Sponsoring auch rund 300 000 Euro für den Bau der neuen Raubtieranlage ein, die in diesem Jahr mit dem Projekt Bärenzwinger bereits angelaufen ist. Wobei Fritsch Wert darauf legt, dass zuvörderst die eherne Unterstützung aus der eigentlich klammen Stadtkasse den Zoo voranbringt. Derzeit habe der Winter die Arbeit an der Bärenanlage unterbrochen, dafür präsentiere sich der Zoo im Schnee besonders reizvoll, wirbt Fritsch um Besucher - wohl mit der Zahl 260 000 im Hinterkopf.

Am Besucherstrom nicht unbeteiligt waren auch zwei Dickhäuter-Damen: Buria und Rani verdoppeln seit Anfang Mai den Neunkircher Elefantenbestand zum Quartett. Transportkosten und Umbaumaßnahmen für das Import-Duo aus Spanien hatte der Zooverein übernommen. "Wir haben nun eine richtige Phalanx von Elefanten", so Fritsch zum neuen Treiben am Elefantenhaus.

Ein Jahr der Superlative also für den Zoo, wobei der Chef einsieht, dass dies nicht beliebig wiederholbar ist. "Es ist natürlich nicht möglich, jedes Jahr ein solches Thema zu finden", sagt Fritsch unter Bezug auf die Körperwelten-Ausstellung. Was blieb, sei aber ganz klar ein "deutlich erhöhter Bekanntheitsgrad" des Zoos. Von Hagens Präsentation sei "ein starkes Stück Marketing" gewesen, das sich für die Neunkircher Freizeiteinrichtung auch 2011 positiv auswirken werde.

Dazu müsse man natürlich ständig an einem noch attraktiveren Niveau des Zoos arbeiten und "noch mehr Substanz aufbauen". Im neuen Jahr sollen beispielsweise die Großkatzen dafür sorgen, sofern ihre Anlage fertig wird. Zunächst stehe im Frühjahr der Umzug der beiden Braunbären an, die dann in Kontakt mit Rothunden (asiatische Wildhunde) in unmittelbarer Nachbarschaft kommen sollen, wie der Zoodirektor erläutert. Auch werde sich der Eingangsbereich anziehender präsentieren, unter anderem mit einer Vogel-Voliere. "Die Leute wollen große Katzen sehen."

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