Elefanten-Runde bald zu viert

Neunkirchen. Um zwei schwergewichtige Damen reicher wird der Neunkircher Zoo vermutlich im Februar nächsten Jahres. Dann sollen - wenn alles nach Plan läuft - die 4,8-Tönnerin Rani und die ihr treu ergebene, mit vier Tonnen etwas leichtere Buria aus Benidorm an der spanischen Costa Blanca die Elefanten-Damenriege ergänzen

Neunkirchen. Um zwei schwergewichtige Damen reicher wird der Neunkircher Zoo vermutlich im Februar nächsten Jahres. Dann sollen - wenn alles nach Plan läuft - die 4,8-Tönnerin Rani und die ihr treu ergebene, mit vier Tonnen etwas leichtere Buria aus Benidorm an der spanischen Costa Blanca die Elefanten-Damenriege ergänzen. Die asiatischen Elefanten-Kühe sind zwei Damen in den besten Jahren, nämlich 40. Und damit drei beziehungsweise 14 Jahre jünger als Kirsty und Judy, die 2005 mit einem Großtransport aus Dublin kamen. Damals ergänzten diese beiden die alteingesessenen Kühe Samba und Chiana. Fritsch: "Nachdem diese beiden gestorben sind, war klar, dass wir aufstocken müssen." Zumal man nie wisse, wie lang es Judy noch schafft, ihr Gnadenbrot zu genießen. "Und ein Tier allein, das geht nicht." Platz ist für vier Tiere in vier Boxen. Den ursprünglich angedachten Bullenstall, als Fritsch noch vom Aufbau einer Zuchtgruppe träumte, hat man erst mal zu den Akten gelegt. "Da wären größere Investitionen nötig gewesen. Für Bullen muss alles etwas stabiler sein." Was aber nicht heißt, dass die beiden Spanierinnen jetzt für lau kommen. Auch wenn die Tiere - wie im Rahmen der am Zuchtprogramm EEP beteiligten Zoos üblich - selbst nichts kosten: Weil man nicht weiß, wie die Tiere aufeinander reagieren werden ("hier wird die Rangordnung ausgefochten, ähnlich wie bei den Rothirschen") werden Schutzmaßnahmen verstärkt. Will sagen: Die Boxen bekommen elektronisch und per Fernsteuerung zu bedienende Hubtore. Auch der Durchgang zur kleineren Außenanlage wird verstärkt. An diesen bautechnischen Maßnahmen sind zurzeit eine Spezialfirma aus Osnabrück und eine örtliche Firma beteiligt. Kostenpunkt: 115 000 Euro. "Da mussten wir erst noch hin und her überlegen, wie wir das zusammenkriegen." Nachdem Fritsch letztes Jahr beim Treffen der am Zuchtprogramm beteiligten Zoodirektoren Interesse angemeldet hatte, kam bald der Bescheid, dass Benidorm welche abzugeben hätte. Dort wurde 2005 der Zoo Terra Natura eröffnet. In ihm gibt es eine Zuchtgruppe. Für die sind Rani und Buria nicht zu gebrauchen, frisches Blut soll hin. Und damit die Elefanten nicht zu viele werden, müssen welche weg. Rund 20 000 Euro wird die 1672 Kilometer lange Reise im Lkw-Container kosten. Da hofft man - wie beim Transport aus Dublin - auf Unterstützung des Zoovereins. Schließlich sollen die beiden Neuen dafür sorgen, dass die Besucherzahlen in Neunkirchen wieder steigen. Die waren ("mangels Highlight") in den letzten Jahre rückläufig.

HintergrundIm EEP, dem Europäischen Arterhaltungsprogramm, ist der Neunkircher Zoo unter anderem mit seinen asiatischen Elefanten vertreten. Die Zucht klappt laut Zoodirektor Norbert Fritsch sehr gut. Er geht deshalb davon aus, dass langfristig auch im Neunkircher Zoo eine Zuchtgruppe aufgebaut werden könnte, wenn die heute hier lebenden Elefantendamen nicht mehr leben - in zehn bis 15 Jahren. Im Rahmen des Zuchterhaltungsprogrammes ist nur ein Teil der Zoos mit der Zucht beschäftigt. In den übrigen Zoos gibt es beispielsweise reine Bullengruppen (Heidelberg). Oder es gibt Gruppen mit für die Zucht nicht mehr geeigneten Kühen, "die aber trotzdem attraktiv, fit und imposant" (Fritsch) sind. Zu diesen Zoos gehört Neunkirchen. Hier leben Judy (53), Kirsty (43) und demnächst Rani und Buria (beide 40). ji