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Eisenbahnfreunde verlegen Börse nach Türkismühle

Eisenbahnfreunde verlegen Börse nach Türkismühle

Die Börse der Modelleisenbahnfreunde Idar-Oberstein zieht von Rheinland-Pfalz ins saarländische Türkismühle um. Der Grund dafür sind Probleme mit dem zuständigen Ordnungsamt während des Genehmigungsverfahrens.

Nach gut 20 Jahren droht einer kleinen, aber feinen Hobbybörse das Aus: Die Modelleisenbahnfreunde Idar-Oberstein haben angekündigt, ihre Modelleisenbahnbörsen - eine im Dezember und eine im Januar -, die in den vergangenen Jahren in der Hessensteinhalle in Weierbach stattfanden und regelmäßig rund 300 Besucher aus dem weiteren Umkreis anzogen, künftig in Türkismühle auszurichten. Die erste Börse im Saarland ist für Sonntag, 13. Dezember, geplant. Der Grund für den Umzug: Der Verein sieht sich von der zuständigen Genehmigungsbehörde, dem Ordnungsamt der Stadtverwaltung, nicht hinreichend unterstützt.

Die Unstimmigkeiten gehen im Kern auf Vorgänge im vergangenen Jahr zurück. Die Modelleisenbahnfreunde hatten wie in der Vergangenheit einen "Antrag auf Abhaltung eines Spezialmarktes", so der entsprechende Begriff im Landesgesetz über den Schutz der Sonn- und Feiertage, für den 21. Dezember und den 23. Januar gestellt. Beide Veranstaltungen waren auch genehmigt worden. Dann allerdings erhielten die Modelleisenbahnfreunde zwei Tage vor dem geplanten Börsentermin einen Widerruf mit sofortiger Wirkung. In der Begründung hieß es unter anderem: "Bei den von Ihnen geplanten Veranstaltungen handelt es sich (. . .) um reine Verkaufsveranstaltungen ohne Ausstellungscharakter . . ."

Der für den Bescheid zuständige Sachbearbeiter bei der Verwaltung folgerte daraus, dass "eine Festsetzung als Spezialmarkt nicht erfolgen" dürfe und die Festsetzungsbescheide "im öffentlichen Interesse" zu widerrufen seien. Nur durch eine kurzfristige Intervention des damaligen Oberbürgermeisters Bruno Zimmer konnten beide Veranstaltungen dann doch durchgeführt werden.

Im August dieses Jahres stellten die Modelleisenbahner dann erneut einen Antrag auf Erteilung einer Ausnahmegenehmigung für die Börsen im Dezember und Januar. Im Antwortschreiben des Ordnungsamtes wurde dann "zur Vorbereitung der Entscheidung" um "eine detaillierte Beschreibung" der Veranstaltung gebeten. "So etwas ist doch im Vorhinein überhaupt nicht möglich, wenn man noch gar nicht genau weiß, welche und wie viele Aussteller kommen", ärgert sich Peter Kuschel, der Geschäftsführer des Vereins. Nach den Erfahrungen des Vorjahrs machte sich im Verein die Vermutung breit, dass man bei der Verwaltung alles tun werde, um der Börse Steine in den Weg zu legen. "Überall in Rheinland-Pfalz werden solche alteingesessenen Veranstaltungen trotz des Feiertagsgesetzes weiterhin mit Unterstützung der Verwaltungen durchgeführt. Nur bei uns scheint das nicht möglich zu sein", begründet Kuschel den Umzug ins Saarland und verweist darauf, dass der Verein für seine Arbeit auf die Einnahmen aus den Börsen angewiesen ist.

"Wir bedauern sehr, dass der Verein den Kontakt mit uns abgebrochen hat", erklärt Christel Hahn, die Leiterin des Ordnungsamtes, gegenüber unserer Zeitung. "Ich bin sicher, dass wir eine Lösung gefunden hätten. Aber dazu muss man sich erst einmal zusammensetzen und reden."