Einzelhandel gern, nur welcher?

Der Dudweiler Bezirksrat befasste sich mit den Bebauungsplanänderungen für Grundstücke in der Sulzbachtalstraße. Dort sollte ein Bordell verhindert werden, doch auch der Einzelhandel wird gebremst.

Der Bezirksrat diskutierte heiß über den Einzelhandel in Dudweiler. Darüber, was unerwünscht ist, wie etwa Bordelle. Darüber, was an manchen Stellen unerwünscht ist, wie Drogerie- und Supermärkte, da die Verwaltung befürchtet, sie könnten dem Einzelhandel im Zentrum schaden. Und darüber, was stattdessen kommen könnte.

Zunächst ging es wie in der vorherigen Sitzung um die Bebauungsplanänderung für das Areal um den ehemaligen Teppichhandel Frick. "Wofür haben wir eine Stunde lang debattiert, wenn unsere Vorschläge nicht in die Vorlage einfließen?", fragte Daniela Wickmann-Eisinger (SPD).

Der Rat einigte sich damals unter anderem darauf, dass ein Supermarkt bis zu einer gewissen Größe zugelassen werden sollte. Gerhard Lucas, Bezirksleiter beim Stadtplanungsamt, versicherte: "Erst mal geht es darum, ein Bordell zu verhindern. Zudem wird ein Einzelhandelsgutachten erwartet, auf dessen Grundlage besser entschieden werden kann." Und er räumte ein, dass es bereits Anfragen von Textil-, Drogerie- und Lebensmittelmärkten gegeben habe, deren Ansiedlung wegen ihrer Auswirkungen auf das Zentrum aber verhindert werden sollte.

Punkte, an denen sich zuerst Tobias Raab (FDP) störte: "Wir können mal einen Spaziergang durch das Zentrum machen. Da braucht es kein teures Gutachten, um zu erfahren, was relevant ist." Und Carolin Röhrig (CDU) befürchtete: "Wenn die Geschäfte hier nicht öffnen, ziehen sie in eine Nachbargemeinde. Auch damit geht uns Kaufkraft verloren." Letztlich wurde die Anhörung mit neun (SPD und FDP) zu acht (CDU, Linke, Grüne) Stimmen abgelehnt. Drei Mitglieder der CDU enthielten sich.

Damit war das Thema Bebauungsplanänderung aber noch nicht vom Tisch, denn der Aldi in der Sulzbachtalstraße würde gern erweitern. Aber auch hier sollte laut Ratsvorlage eine Erweiterung aufgrund der Zentrumsrelevanz verhindert werden. Ein Vorhaben, das auf wenig Verständnis stieß, zumal Jörg Sämann (SPD) erklärte: "Ich habe mit dem Geschäftsleiter gesprochen. Es geht nicht darum, das Sortiment zu erweitern, er möchte seine Waren nur besser präsentieren." Gerd Kiefer (FDP) sagte: "Die Häufung der Bebauungsplanänderungen verstehe ich nicht. Das ist lebensfremd. Eine weitere Entwicklung ist so nicht möglich." Auch Beate Ewald (B90/Die Grünen) wunderte sich: "Wenn er seine Filiale nur erweitert, warum sollte man das verbieten." Allerdings enthielten sich die Grünen bei der Abstimmung, während die übrigen Räte die Anhörung ablehnten. Zuletzt sprach Tobias Raab (FDP) Lucas auf das Gerücht an, der Dudoplatz solle überbaut werden. Auch Klaus Schmidt (Die Linke) erklärte: "Ich habe solche Pläne bereits gesehen." Doch Lucas wich aus: "Ohne Tagesordnungspunkt kann ich diese Frage nicht beantworten."

Die SZ fragte bei der Landeshauptstadt nach. Pressesprecher Thomas Blug erklärt: "Es ist richtig, dass ein privater Investor ein grundsätzliches Interesse bekundet hatte. Konkrete Pläne oder ein Bauantrag liegen bislang aber nicht vor."