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Eintauchen in die Steampunk-Welt

Eintauchen in die Steampunk-Welt

Dass von der ersten Probe bis zur Derniere viel passiert bei so einem Musical, das ist klar. Was das in Zahlen bedeutet, das hat Produktionsleiter Markus Müller auf SZ-Anfrage zusammengetragen.

. Sie gehen im Kreise, sie drehen sich umeinander, kommen zur Mitte, schmeißen die Arme in die Höhe. Es ist Warming-Up auf der Bühne der Gebläsehalle. Das Musical-Projekt Neunkirchen hat die Halle wieder fest im Griff. Heute ist öffentliche Generalprobe, am Freitag Premiere der Wiederaufnahme von "Steam - Das Fantasy-Musical". Dann entführen die Darsteller in die drei Welten Imorta, Aqua-Town und Aetherna.

130 sind es in diesem Jahr, die die insgesamt acht Vorstellungen stemmen. 80 davon sind aktiv auf der Bühne tätig. Zum Maskenteam gehören 18, zum Background-Team - Kostüm, Requisite, Bühnenhelfer, Foyer - 14, zur Technik neun. Ebenso viele bilden die Band. Damit es läuft, haben die Teilnehmer im Wiederaufnahmejahr 248 Stunden für die Proben "geopfert". Der Kartenvorverkauf ist in vollem Gange. 3400 Karten sind für die acht Vorstellungen schon weg. Vergangenes Jahr haben exakt 5457 Personen "Steam" gesehen - ohne die, die bei der öffentlichen Generalprobe dabei waren. Das Projekt hatte seit seiner ersten Aufführungsrunde im Jahr 2003 mit "The Casting" insgesamt rund 47 000 Besucher. "Steam" ist das achte Werk der Truppe.

Die Komponisten Amby Schillo und Francesco Cottone haben 120 Minuten Musik komponiert - inklusive aller Zwischenmusiken und musikalischen Unterlegungen. Es gibt insgesamt 112 Einzelspuren Ton. Die Steampunk-Welt zu erschaffen, dabei helfen 140 Requisitenteile. 185 Kostüme - teilweise bestehend aus mehreren Teilen - werden während der Aufführungen getragen. Mehr Kostüme als Teilnehmer? Die Lösung: Manche Teilnehmer haben mehrere Rollen, vor allem die Tänzer ziehen sich öfter um. Die Schminke komplettiert das Outfit. Da werden gemessen an Erfahrungen der vergangenen Jahre bis zur Derniere am 13. September rund 30 Kilo verbraucht sein: Puder, Wimperntusche, Rouge, Haarspray und so weiter. Um die Dampfwelt mit ihren Arbeitern und das Königreich Imorta entstehen zu lassen, wurden 158 Quadratmeter Bretter und 192 Laufmeter Latten verbaut. Das hat rund 850 Arbeitsstunden gekostet. Ins rechte Licht rücken die Veranstaltung 129 Scheinwerfer mit zusammen 120 000 Watt. Damit die brennen und überhaupt, technisch alles rund läuft, sind rund 3000 Meter Kabel verlegt worden.

Doch Aussehen und Drumrum sind noch nicht alles. Der Mensch muss die harte Probenzeit und die acht Aufführungen auch überstehen. Die rund 50 Raucher im Team werden dafür bis zur Derniere schätzungsweise 11 320 Glimmstängel gequalmt haben, hat Produktionsleiter Markus Müller hochgerechnet. Von Beginn der Probenzeit an bis zur Derniere laufen 1400 Liter Sprudel durch die Gaumen. Wer's stärker braucht, greift zu Kaffee. Das passiert insgesamt 2560 Mal. Bekanntermaßen lebt der Mensch auch nicht vom Brot allein: Rund 700 Würste schmecken deshalb in der Not auch ohne Brot . Aber: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen, beziehungsweise erst die Probe, dann die Pause. Deshalb scheucht Co-Regisseurin Sibille Sandmayer die 60 Anwesenden und ihre 120 Beine erst noch einmal kräftig von links nach rechts, und rund . . .

Zum Thema:

Aufführungen von "Steam. Das Fantasy-Musical" sind 4., 5., 6., 8., 9., 11, 12. und 13. September jeweils um 20 Uhr in der Gebläsehalle in Neunkirchen . Karten gibt es in drei Preiskategorien: 24, 19 und 16 Euro an den bekannten Vorverkaufsstellen, Telefon: Ticket-Hotline (06 51) 9 79 07 77.