Eine späte Reise: Spurensuche in Russland

Eine späte Reise: Spurensuche in Russland

Mal sein Bier neben Benno Führmann trinken oder Gespräche mit Kinostars von morgen führen: Beim Ophüls-Preis ist alles möglich. Drei Tage und Nächte haben sich die Festivalfans bereits um die Ohren geschlagen. Und sie haben noch viel vor sich. Neben einer Fülle von Wettbewerbsfilmen gibt es auch manche besondere Perle. Am Sonntag zum Beispiel stellt der saarländische Jungfilmer Sebastian Voltmer seinen Dokumentarfilm „Desna – Die Musik rettete mein Leben“ vor.

Mit 17 Jahren kam Rudolf Strassner in russische Kriegsgefangenschaft. Dass er das Lager überlebte, verdankt er auch seinem musikalischen Talent, und damit wurde er jetzt zum Filmstoff. Der Saarbrücker Dokumentarfilmer Sebastian Voltmer hat über Strassner den Film "Desna - Die Musik rettete mein Leben" gedreht. Am Sonntag, 26. Januar 11.45 Uhr, wird er beim Ophüls-Festival im CineStar präsentiert.

Rudolf Strassner durfte seinerzeit ein Lager-Orchester gründen und russischen Kindern in der Stadt Beshiza bei Brjansk sogar Klavierstunden erteilen. Dabei lernte er seine erste große Liebe, die Klavierschülerin Annuschka, kennen. Das musste natürlich streng geheim bleiben.

Mehr als 60 Jahre nach seiner Freilassung wollte der inzwischen 83-Jährige sein ehemaliges Lager wiedersehen und vielleicht auch seine ehemalige Jugendliebe wiedertreffen, die er seit seiner Entlassung aus dem Lager 1949 nie mehr gesehen hatte. Der Kalte Krieg hatte solche Kontakte unmöglich gemacht. 2011 machte sich Rudolf Strassner auf die lange Fahrt nach Russland, die für ihn zu einer der spannendsten und aufregendsten Reisen seines Lebens wurde. Sebastian Voltmer und sein Film-Team begleiteten ihn dabei.

desna-film.com

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