Eine Schule fiebert Sieg entgegen

Eine Schule fiebert Sieg entgegen

Die Gemeinschaftsschule Nohfelden-Türkismühle hat es geschafft. Sie setzte sich im bundesweiten Wettbewerb Starke Schule gegen 649 Bildungsstätten durch. Besonderes Lob fand die Berufsorientierung.

Banges Warten in der Aula: Schüler in Türkismühle verfolgen auf einer Leinwand die Übertragung der Preisverleihung aus Berlin an die besten Schulen der Republik. Fotos: Daniel Ames.

Türkismühle. Gespanntes Warten in der Aula der Gemeinschaftsschule. Hunderte Schüler und ihre Lehrer fiebern vor der Leinwand der Übertragung des deutschlandweiten Wettbewerbs "Starke Schule. Deutschlands beste Schulen , die zur Ausbildungsreife führen" entgegen. "Die Hoffnung auf den Sieg ist da", berichtet Lehrer Armin Wagner vor der Bekanntgabe. Aber alleine das Erreichen der Endrunde und damit zu den zehn Besten zu gehören, sei eine große Sache.

Bevor die Platzierungen kund getan werden, richtet Bundespräsident Joachim Gauck an die Gäste im Deutschen Historischen Museum in Berlin: "Wir brauchen starke Schulen , in denen Lehrer und Schüler als Partner eingebunden sind. Die Schulen sollen den Kindern die Mittel geben, ein selbstständiges Leben zu führen und sich in der Gemeinschaft engagieren zu können."

Schließlich geht der Countdown los. Zehn Schulen haben es bis zum Endausscheid geschafft; es waren einmal 649, die sich bewarben. Die Anspannung in der Aula steigt; nacheinander werden die Platzierung bekannt gegeben. Kurze Schrecksekunde: Bevor's um die letzten drei auf dem Treppchen geht, verabschiedet sich die Internet-Übertragung - glücklicherweise nur für einen Moment. Nichts verpasst, und Türkismühle ist immer noch im Rennen.

Der dritte Platz geht an die Gemeinschaftsschule Nettetal . Die Beschreibung des Zweitplatzierten macht schnell klar: "Das sind nicht wir!" - den Vizepreis ergattert die Mannheimer Pfingstbergschule.

Jubel kommt auf, Türkismühle hat's gepackt; auch wenn die Nennung des Schulnamens nicht ganz flüssig über die Lippen der Laudatoren geht.

Rektorin Monika Greschuchna darf sich den Preis mit ihrer Schülerdelegation auf der Bühne abholen.

Die Begründung der Jury zur Auswahl der Schule am Rande der Republik, aber im Herzen Europas: Sie sei vorbildlich in der Differenzierung nach den Talenten der jungen Menschen. Die frühe Vermittlung von Berufsbildern anhand zahlreicher Praktika bereits ab der fünften Klasse und das partnerschaftliche Verhältnis von Schülern und Lehrern habe den Ausschlag gegeben.

Anja (17) hat als Mitglied der Schülervertretung den Besuch der Jury erlebt. "Wir wurden sehr gelobt, aber mit dem ersten Platz habe ich nicht gerechnet." Im Gespräch mit den Schülern wird immer wieder die frühe Berufsorientierung gelobt. Das bestätigen auch Nicole, Pauline und Melissa (alle 17), die vom Gymnasium nach Türkismühle gewechselt haben. Nicole: "Der Zusammenhalt zwischen Lehrern und Schülern ist toll. Die Oberstufenschüler geben den Jüngeren beispielsweise Nachhilfeunterricht." Neben der Rolle von Berufspraktika seien auch Projekte wie der Trialog der Kulturen ein wichtiger Bestandteil des Schulalltags. Schüler Joshua: "Am Trialog-Tag waren alle dabei und haben alle bei der Veranstaltung geholfen."

"Wir verbringen den halben Tag miteinander und müssen in dieser Zeit füreinander da sein," sagt Lehrer Werner Pack. "Wir müssen die Schüler dort abholen, wo sie sind. Jeder soll zeigen dürfen, was er kann, statt gezeigt zu bekommen, was er nicht kann." Und seine Kollegin Britta Stenger fügt hinzu: "Es ist wichtig, die jungen Menschen nicht von oben herab zu berurteilen und ein offenes Ohr zu haben." Das führe zu einer respektvollen Gemeinschaft. > : weiterer Bericht

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