Eine perfekte Ergänzung

Neunkirchen. "Lassen sie uns die Kälte ignorieren und uns erwärmen von der Fantasie der beiden Künstler", forderte Hannelore Seiffert, Vorsitzende des Neunkircher Künstlerkreises, am Sonntagmorgen die zahlreichen Gäste anlässlich einer ganz besonderen Vernissage zweier Künstler auf

Neunkirchen. "Lassen sie uns die Kälte ignorieren und uns erwärmen von der Fantasie der beiden Künstler", forderte Hannelore Seiffert, Vorsitzende des Neunkircher Künstlerkreises, am Sonntagmorgen die zahlreichen Gäste anlässlich einer ganz besonderen Vernissage zweier Künstler auf. Der eine in meist kleineren Formaten inspiriert von einer Reise in die Ferne, die andere oft großflächig zutiefst bewegt von ihrer unmittelbaren Umgebung. Verschiedene Techniken, unterschiedliche Thematik und doch ist es eine perfekte Ergänzung. Beide arbeiten und verarbeiten in ihrem Schaffen eine künstlerische Phase, lassen sich inspirieren und bannen ihre Emotionen auf die Leinwand. Der eine, Dieter Trost, ist bereits seit 1966 Mitglied in Neunkircher Künstlerkreis und hat sich in zahlreichen Gruppenausstellungen eine treue Fangemeinde aufgebaut. Und es ist überaus erfreulich, dass Trost nach seinem Studium als Lehrer für Kunsterziehung am Gymnasium am Krebsberg immer auch sein eigenes Schaffen fortgeführt hat. Er zeigt bei seinem "Heimspiel" ganz aktuelle Werke, die nach einer Ägyptenreise mit Nilkreuzfahrt entstanden sind. "Zum einen inspirierten mich die Bilder des Totenkultes der alten Ägypter und die Darstellung der Götter in den Königsgräbern. Zum anderen nahm ich von den in Stein gemeißelten Figuren und Hieroglyphen genannten Schriftzeichen in den Tempelanlagen Anregungen mit nach Hause", erklärte er. Entstanden sind zehn Aquarelle mit Figuren aus der Höhle "Kula Mira", einer Welt voller Fantasie, auf Himalaya -Papier gebracht. "Trost vereint hier vergangene Epochen und verleiht den Werken etwas Mystisches", wie Laudatorin Nicole Baronsky es auf den Punkt brachte. Sie hatte sich gewünscht, den jeweiligen Künstler vor seinem Bildern vorzustellen und so ging es nach der Einführung in das Werk Trosts in den gegenüberliegenden Raun, wo überaus spröde Menschenbilder auf ihre Betrachter warteten. Denn Gastaustellerin Sigrid Haag, die gleich mit ihrer ersten Ausstellung vor gut 13 Jahren Trost beeindruckt hat, stellt in Neunkirchen keine dekorativen Bilder im herkömmlichen Sinne aus. In ihren Werken, die sie unter den Titel "Biegung -Verbiegung" zusammenfasst, verarbeitet Haag die Demenz-Erkrankung ihrer Mutter. "Ihr gelingt es durch die durchbrochenen Konturen, die gewählten Proportionen und Körperhaltungen Emotionen, gar Seelenzustände einzufangen. Auf beeindruckende Weise bleibt sie dabei als Malerin aber immer erhaben", wie Nicole Baronsky betonte. cim

Auf einen BlickBis zum 24. April ist die Doppelausstellung "Biegung - Verbiegung" von Sigrid Haag sowie "Glyphisch" von Dieter Trost in der Galerie des Neunkircher Künstlerkreises in der Langenstrichstraße 3 jeweils samstags von 14 bis 18 Uhr zu sehen. Weitere Öffnungszeiten auf Anfrage bei Dieter Trost unter (0 68 94) 29 97. cim

Mehr von Saarbrücker Zeitung