Ein Stück Gonnesweiler Historie verschwindet

Ein Stück Gonnesweiler Historie verschwindet

Die ehemalige Volksschule in Gonnesweiler wird dem Erdboden gleichgemacht. Dafür wird dort ein begrünter Platz angelegt.

Nach 120 Jahren ist ein Zeugnis der Dorfgeschichte verschwunden: Die ehemalige Volksschule in der Gonnesweiler Nahetalstraße ist vergangene Woche abgerissen worden. Dort entsteht nun ein begrünter Platz mit einer Hinweistafel. Erbaut wurde die Volksschule zirka 1897/1898. Damals gehörte das Dorf Gonnesweiler zum Fürstentum Birkenfeld, eine linksrheinische Enklave des Großherzogtums und späteren Freistaates Oldenburg im Nahegebiet. "Der großzügige Baustil der Schule war typisch für die Oldenburger Zeit. Man war den schulischen Problemen gegenüber sehr positiv gestimmt", berichtet der ehemalige Nohfelder Bürgermeister (1974-1988) und Heimatforscher Hermann Scheid. Bis Mitte der 1960er-Jahre wurden die Kinder aus Gonnesweiler in dem Gebäude unterrichtet. Dann wurde die Schule geschlossen, weil durch ein Zugeständnis der Landesregierung eine neue Grundschule in der Kirchstraße gebaut werden konnte. Im Gegenzug dafür hatte Gonnesweiler Landflächen an das Nachbardorf Türkismühle abgetreten.

"Die Volksschule wurde als Abstell-Lager von einem Möbelhändler genutzt und hat danach Wohnzwecken gedient", sagt Heimatforscher Scheid. Doch zuletzt gammelte das einstige Schulgebäude vor sich hin und wurde 2016 von der Gemeinde Nohfelden gekauft. "Eine Schrottimmobilie", erklärt Bauamtsleiter Andreas Rink.

Mit der Option zum Abriss habe daraufhin die Gemeinde das marode Gebäude zum Kauf angeboten und als einziger Interessent habe der neue Hotelier auf dem Rabenkopf am Bostalsee zugeschlagen. "Der ehemalige Schulstandort befindet sich gegenüber der Einfahrt zum Hotel", erklärt Bauamtsleiter Rink.

Die Fläche soll eingeebnet werden. Nur noch eine Hinweistafel wird dann an die ehemalige Gonnesweiler Schule erinnern.

In der vorigen Woche rollte nun der Bagger an und zerlegte mit der stählernen Schaufel die ehemalige Volksschule. "Die Fläche soll eingeebnet, begrünt und eine Hinweistafel auf dem Platz aufgestellt werden", so Rink. Nur die Erinnerungen an die alte Volksschule bleiben zurück.